Wirtschaft

Credit Suisse macht 6,7 Milliarden Gewinn

Aktualisiert am 11.02.2010 57 Kommentare

Die Credit Suisse weist für 2009 einen tieferen Reingewinn aus als erwartet. Dennoch hat sie das drittbeste Ergebnis in der Geschichte erzielt. Pro Mitarbeiter gibt es im Schnitt 144'000 Franken Bonus.

Zurück auf dem Erfolgspfad: Die Credit Suisse macht einen Milliarden-Gewinn.

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Bild: Keystone

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Trotz eines eher schwachen vierten Quartals hat die Credit Suisse (CSGN 19.09 -1.39%) (CS) ein Ergebnis präsentiert, mit dem sie wieder an die Erfolge vor der Finanzkrise anknüpft. Allerdings hat die Grossbank damit die Erwartungen der Börsenanalysten nicht ganz erfüllen können. Diese hatten mehrheitlich einen Gewinn von über sieben Milliarden Franken erwartet.

Belastet wird das Ergebnis vorab von der Investmentbank, deren Quartalsgewinn vom dritten zum vierten Quartal um 41 Prozent auf 1,03 Milliarden Franken sank. Grund dafür ist die allgemeine Schwäche des Marktes, welche alle Investmentbanken zu spüren bekamen.

Zudem hat die CS den US-Behörden auch eine Busse von 445 Millionen Franken zahlen müssen, weil sie Sanktionen der USA gegen den Iran und andere Länder verletzt hat.

Im Vorjahr noch hatte die Nummer zwei der Schweizer Bankenwelt, gebeutelt durch die Finanzkrise, einen Verlust von 8,2 Milliarden Franken eingefahren. Dieser war primär auf das riesige Minus bei der Investmentsparte zurückzuführen, die sich wie bei vielen anderen Banken auch verspekuliert hatte.

44,2 Milliarden Franken neue Kundengelder

Im 2009 haben die Investmentbanker - im Gegensatz zu ihren Kollegen bei der UBS - in allen vier Quartalen Gewinne geschrieben. Insgesamt spülten die Investmentbank-Aktivitäten, welche die CS im Zuge der Finanzkrise neu ausgerichtet hat und nun mit weniger Risiko behaftet sind, im vergangenen Jahr 6,8 Milliarden Franken in die Konzernkasse. 2008 waren es 13,8 Milliarden Franken Verlust gewesen.

Im Geschäftsfeld Vermögensverwaltung (Private Banking), welches das Schweizer Geschäft enthält, ging der Vorsteuergewinn von 3,9 Milliarden Franken auf 3,7 Milliarden Franken zurück. Im Bereich Asset Management, wo Gelder von institutionellen Kunden verwaltet werden, fiel ein Vorsteuergewinn von 35 Millionen Franken an, nach einem Verlust von 1,2 Milliarden Franken im Vorjahr.

Im Gegensatz zur UBS fliessen der CS weiter neue Kundengelder zu. Der Nettoneugeldzufluss belief sich letztes Jahr im Private Banking auf 41,6 Milliarden Franken. In der ganzen Gruppe betrug der Zufluss 44,2 Milliarden Franken. Wegen der italienischen Steueramnestie verlor die CS im vierten Quartal jedoch 5,6 Milliarden Franken.

Total verwaltete der Konzern Ende 2009 Vermögen in der Höhe von 1,23 Billionen Franken, 11,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Inwieweit die Bank Opfer des Daten-Klaus ist, der derzeit die Beziehungen zwischen der Schweiz und Deutschland belastet, war in den vergangenen Wochen Gegenstand von Spekulationen

Die Bank habe keine Informationen, ob Kunden der CS von der jüngsten Steueraffäre mit Deutschland betroffen seien, sagte Finanzchef Renato Fassbind an einer Telefonkonferenz. Er wisse nicht, ob es die fraglichen CDs mit den Kundendaten überhaupt gebe und ob darauf Daten der Credit Suisse seien.

Gut kapitalisiert

Mit einer Kernkapitalquote von 16,3 Prozent Ende Jahr ist die CS im Branchenvergleich gut kapitalisiert. Die UBS, welche ihre Zahlen am Dienstag vorgelegt hatte, verfügte zum gleichen Zeitpunkt über eine Kernkapitalquote von 15,4 Prozent.

Konzernchef Brady Dougan gibt sich mit Blick auf die Gesamtlage der CS hoffnungsfroh: «Unsere Auftragslage und die Nettoneugelder sind so gut wie noch nie seit der Finanzkrise», wird er in einer Mitteilung zitiert. Freuen dürfen sich auch die Aktionäre über das Ergebnis: Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung eine Dividende von 2 Franken pro Aktie vor. 2008 betrug diese 10 Rappen.

Boni tiefer als 2007

Die CS zahlt nach eigenen Angaben weniger Boni aus: Im Vergleich zu 2007, als die CS einen Reingewinn von fast 7,8 Milliarden Franken erzielte, fielen die Boni für 2009 21 Prozent tiefer aus. Durchschnittlich erhalte ein CS-Mitarbeiter demnach eine Bonuszahlung von 144'000 Franken.

40 Prozent der variablen Vergütungen würden zudem aufgeschoben und ihre spätere Auszahlung hängt von der Leistung über mehrere Jahre ab, wie die CS mitteilte. Die Geschäftsleitung erhielt sogar ihre gesamten Bonuszahlung in dieser Form. (bru/sda)

Erstellt: 11.02.2010, 10:56 Uhr

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57 Kommentare

lisa tschudin

11.02.2010, 08:16 Uhr
Melden

schoen. die gewinne sind privat, aber wenns verluste gibt greift der bund ein, und die ganze bevoelkerung traegt mit., Antworten


Christian Soler

11.02.2010, 07:44 Uhr
Melden

Sehr gut ins 2010 gestartet Dass der Reingewinn des Schlussquartals 2009 mit 793 Milliarden Franken unter den Ergebnissen der Vorquartale zu liegen kam, ist zu schön um wahr zu sein. Antworten



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