Wirtschaft
«Da lief das Gaspedal Amok»
Von Claudio Habicht. Aktualisiert am 02.03.2010 26 Kommentare
Artikel zum Thema
- «In der Schweiz ist kein einziger Vorfall mit einem Toyota bestätigt»
- «Schämt euch»
- «Erst Gott konnte meinen Toyota stoppen»
- Es klemmte vor allem in den Köpfen der Fahrer
- Die Wende im Fall Toyota?
- BP, UBS, Toyota – Obama knöpft sich Multis vor
Stichworte
SwissquoteExklusiver Trading-Partner
«Mit 300 PS unter der Haube beschleunigt ein Auto in null Komma nichts. So viel Power hatte meine Lexus-GS-430-Limousine, mit der ich auf einer viel befahrenen Strasse in Berlin vor einer roten Ampel stand. Im Auto sassen meine Tochter und zwei weitere Fahrgäste. Als die Ampel auf grün schaltete, tippte ich das Pedal leicht an. Da lief das Gaspedal Amok und das Auto brannte durch, erreichte 60, 70 km/h. Mitten in der Stadt. Zum Glück war ich psychologisch vorbereitet: Ich bin Hobby-Pilot – während der Ausbildung wird man auf solche Notsituationen trainiert. Das hat mir sicher geholfen, ruhig Blut zu bewahren. Mein erster Gedanke war: Bremsen! Ich stand aufs Bremspedal, betätigte die Handbremse, es fing an zu rauchen und quietschen. Dann drehte ich die Zündung und würgte den Motor ab.
Bereits zuvor kam es zu dieser Fehlfunktion, als ich das Auto einmal einem Freund auslieh. Als er es mir zurück brachte, erzählte er erschrocken, dass das Auto in der Gegend von Oberlunkhofen plötzlich Vollgas gegeben habe. Ganz von alleine. Er konnte das Auto gerade noch rechtzeitig bremsen und den Motor abwürgen. Das dritte Mal geschah es, und zwar in der Nähe von Strassburg auf der Autobahnbrücke vor dem deutschen Zoll. Da war ich allerdings schon vorbereitet – bremste voll und drehte den Zündschlüssel. Meiner Meinung nach ist das ein elektronisches Problem. Ich habe sicher nicht das Gaspedal in der Fussmatte verhakt, wie es heute von Seiten des Autobauers heisst.
Nach diesem Vorfall ging ich zum Händler. Ich sagte ihm, eine solche Fehlfunktion könne leicht zu einem schweren Unfall führen. Der Händler nahm es gelassen. Er dachte wohl, ich hätte etwas falsch bedient. Er schickte mich nach Hause. Danach blieb es ruhig. Ich fuhr 300'000 Kilometer mit dem Auto und kaufte mir den nächsten Lexus, einen Hybrid-Geländewagen. Jetzt fahre ich schon den nächsten, auch diesmal ohne jegliche Gaspedal-Probleme. Davon abgesehen, fahren die Autos wie Einsen.»
*Name der Redaktion bekannt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 02.03.2010, 07:04 Uhr
Kommentar schreiben
26 Kommentare
Kann mir jemand mal so ein Auto ausleihen? Ich möchte zugern mal ausprobieren, bei Vollgas gleichzeitig die Bremsen voll zu drücken um zu schauen, wer von beiden denn jetzt stärker ist: Motor oder Bremse. Warum nur macht niemand diesen Versuch, um diesen Schauermärchen entweder die nötige Legitimation zu verleihen oder sie definitiv ins Reich der Legenden zu verbannen? Antworten
Wirtschaft
- 20:38Novartis-Präsident Vasella kritisiert die Einwanderungspolitik
- 16:29Swisscom-Chef: «Den Meisten sind Roaming-Gebühren egal»
- 13:17So günstig zum Eigenheim wie nie
- 22:09Bund prüft Abschottung des Schweizer Kapitalmarkts
- 12:15Das sind die demokratischsten Firmen der Schweiz
- 10:16UBS verliert bis zu 30 Millionen Dollar bei Facebook-Börsengang





