Wirtschaft
Das Aus für den Hummer
Der chinesische Maschinenbauer Sichuan Tengzhong Heavy Industrial Machinery hatte im letzten Oktober mit General Motors ( 25.34 -0.63%) (GM) die Übernahme der Hummer-Produktion vereinbart. In den vergangenen Tagen mehrten sich aber die Zweifel, dass es zu einem Geschäftsabschluss kommt. Die Zweifel waren offensichtlich berechtigt, wie sich jetzt herausstellt. Das Unternehmen aus China hat sich aus dem Geschäft mit den Amerikanern zurückgezogen.
Gemäss Medienberichten erhielt es nicht rechtzeitig die Zustimmung der chinesischen Regulierungsbehörden. Anderen Meldungen zufolge legte die Regierung in Peking ihr Veto ein, «weil die spritdurstigen Geländewagen das Ziel torpedieren würden, die Umweltverschmutzung zu senken», wie es in einem Bericht von «Welt Online» heisst.
Hummer-Fertigung wird abgewickelt
Wie dem auch sei: Die Entwicklung bedeutet das Aus für den Hummer. Unmittelbar nach dem geplatzten Deal liess das Hauptquartier von General Motors in Detroit verlauten, dass die Produktion des Hummer eingestellt werde. «Wir sind enttäuscht, dass das Geschäft mit Tengzhong nicht abgeschlossen werden konnte», erklärte John Smith, Vize-Präsident für Planung und Allianzen bei General Motors. Die Hummer-Fertigung werde nunmehr abgewickelt. Service und Garantieleistungen würden für die Kunden weiterhin erbracht.
Hummer hatte GM zuletzt Verluste eingebrockt, der Absatz war angesichts hoher Spritpreise und der Wirtschaftskrise eingebrochen. Nach Medienberichten war Tengzhong trotz allem bereit, zwischen 150 und 200 Millionen Dollar zu zahlen. Die überdimensionalen Geländewagen sollten vorerst weiter bei GM gebaut werden, rund 3000 Mitarbeiter hätten dadurch weiterbeschäftigt werden sollen.
Militärtransporter als Statussymbol
Der ursprüngliche Hummer war ein ziviler Ableger des amerikanischen Militärtransporters Humvee. Dank seiner markanten Form entwickelte sich der teure Wagen schnell zu einem Statussymbol, unter anderem in Hollywood. Der Anstieg der Ölpreise seit 2005 setzte dem Erfolg der Marke jedoch ein Ende. Zuletzt war der Hummer ein Symbol der Fehlentwicklungen in der amerikanischen Autoindustrie.
Hummer gehört zu den Marken, von denen sich General Motors bei seinem Neustart trennt. Seine schwedische Tochter Saab verkaufte GM vor einem Monat an den niederländischen Sportwagenhersteller Spyker. GM will sich jetzt auf seine vier verbliebenen Marken Chevrolet, GMC, Cadillac und Buick konzentrieren.
Bei der deutschen GM-Tochter Opel läuft ein hartes Sanierungsprogramm, das in Europa viele Stellen kostet. Der amerikanische Autokonzern war im vergangenen Jahr in die Insolvenz gerutscht. GM konnte nur dank milliardenschweren Staatshilfen gerettet werden. (vin)
Erstellt: 25.02.2010, 11:41 Uhr




