Wirtschaft

Das Werbe-Gemüse der Migros: Eine nicht sehr frische Idee

Von Reto Hunziker. Aktualisiert am 16.04.2009 20 Kommentare

Die Migros ist gemäss ihrer neuen Werbekampagne immer «ein M besser». Doch ist die Werbung auch «ein M origineller»? Die ersten Print-Sujets der Kampagne kommen einem jedenfalls sehr bekannt vor.

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Gemüse als Konterfei: Für das Restaurant Hiltl spielte auch die Agentur Ruf Lanz mit Grünzeug.

   

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Nach einer langen experimentellen Phase wollte die Migros mit ihrem neuen Markenauftritt zum Wesentlichen zurückkehren. Zu beliebig und zu wirr waren dem orangen Riesen die Werbebotschaften in den letzten Jahren geworden. Mit dem Wechsel der Werbeagentur - die Migros setzt neuerdings auf Jung von Matt/Limmat - sollte darum auch eine Besinnung aufs Essentielle stattfinden.

«Frischer Wind mit frischem Gemüse» könnte denn auch das Motto zu den Anzeigen-Sujets gelautet haben. Doch ist die Idee auch wirklich frisch? Irgendwie kommt einem alles bekannt vor (siehe Bildstrecke): Mit der Ähnlichkeit von Gemüse und Menschen oder Gegenständen wurde zuvor schon in zahlreichen Werbekampagnen gespielt - meist sogar witziger und pointierter. Und auch das M in Szene zu setzen, hat für die Migros bereits an der Expo 02 funktioniert – die Kampagne wurde damals sogar ausgezeichnet. Auch das Schuhhaus Walder spielt - in verblüffender Ähnlichkeit - mit dem Markenbuchstaben in seinem Werbeauftritt.

«Wirkt aufgewärmt»

«Das hat man schon oft gesehen», findet denn auch Cary Steinmann, ehemaliger Werber und Dozent für Marketing, Branding and Communications an der Zürcher Hochschule Winterthur. Er findet die Anzeigen zwar schön gemacht, ist aber nicht überzeugt. «Das wirkt alles irgendwie aufgewärmt: alte Ideen in eine neue Kampagne gepackt», sagt Steinmann. «Wenn Migros mit dem M spielt, ist das noch nicht der Knüller. Wenn hingegen die Duttweiler-Haltung durchscheint, dann wird es interessant.» Er empfindet die Kampagne als zu selbstverliebt. Auch mit der Guerilla-Aktion kann er sich nicht besonders anfreunden: «Da wurde krampfhaft auf rebellisch gemacht.»

«Tibits und Hiltl machen hübschere Scherze mit Gemüse», findet auch Werber Thomas Meyer, «und dass dieses täglich frisch ist, darf man ja wohl erwarten.» Meyer ist auch überzeugt, dass die Agentur wohl noch bessere Vorschläge präsentiert hat, die aber bei den Migros-Leuten nicht durchkamen. Die Guerilla-Aktion fand Meyer dagegen sehr gelungen. Wahrscheinlich gilt eben sowohl für Gemüse als auch für Werbung: reine Geschmackssache. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.04.2009, 10:36 Uhr

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20 Kommentare

Linda Weiss

16.04.2009, 13:31 Uhr
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Ich hätte mir gewünscht, dass die Migros statt eine Werbekampagne mehr Geld in ihr Ladendesign gesteckt hätte. Die Gemüseauslage ist ja total hässlich und erinnert einen eher an einen Discounter, die Beleuchtung ist mies und das Ambiente sehr in den 70er Jahren stehen geblieben. Ein besseres Ladendesign und frischeres Gemüse und mehr Bioprodukte würden der Kampagne Glaubwürdigkeit verleihen. Antworten


Walter Reber

16.04.2009, 13:09 Uhr
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Mir ist auch unverständlich, warum die Migros die Bauern in den Filmen als döfliche Kartoffelnasen zeigt. Mal abgesehen davon, dass die Kartoffelnasen der Bauern doch kein Grund sind, in der Migros einzukaufen. Antworten



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