Wirtschaft
Das sind die demokratischsten Firmen der Schweiz
Von Andreas Möckli. Aktualisiert am 26.05.2012 28 Kommentare
| Corporate Governance: Die Besten | Punkte 2012 | Punkte 2011 |
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Die besten drei der Unternehmensführung: Geberit (Mitte, im Bild Chef Albert Baehny), Kiosk-Betreiberin Valora (l.) und Lonza. (Bild: Keystone )
| Governance: Die Schlechtesten | Punkte 2012 | Punkte 2011 |
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Obwohl die Aktionärsdemokratie in den letzten Jahren klare Fortschritte gemacht hat, liegt in der Schweiz noch immer vieles im Argen. Dies zeigt die vierte Studie zur Corporate Governance, den Grundsätzen der guten Unternehmensführung, des Zuger Vermögensverwalters zCapital. Gehen daraus einerseits die Musterschüler unter den kleinen und mittleren börsenkotierten Firmen hervor, liest sich das Papier andererseits auch wie ein Sündenregister jener Firmen, die alles andere als vorbildlich sind (siehe Tabelle).
So bemängelt zCapital-Chef Gregor Greber etwa die fehlende Unabhängigkeit der Verwaltungsräte diverser Firmen. Im Idealfall ist die Mehrheit der Mitglieder des obersten Gremiums unabhängig, es besteht also keine persönliche oder geschäftliche Beziehung zwischen einem Verwaltungsrat (VR) und dem Unternehmen. Von den untersuchten 130 Firmen ist bei 29 Prozent mehr als die Hälfte der VR-Mitglieder mit dem Unternehmen verbandelt.
Abhängige Verwaltungsräte
Krasse Beispiele sind gemäss Greber die Zürcher Handelsfirma DKSH und die Industriegruppe Von Roll, bei denen kein einziges VR-Mitglied unabhängig ist. «Da hier die Verwaltungsräte die Interessen der Grossaktionäre vertreten, werden Minderheitsaktionäre Mühe haben, ihre Interessen zu verfolgen», sagt Greber.
Wünschenswert sei zudem ein VR-Präsident, der sich möglichst auf sein Amt konzentrieren kann. Mehr als zwei weitere Mandate ist für zCapital zu viel. Als Sünder fällt hier etwa der Drehmaschinenhersteller Tornos auf, dessen Präsident François Frôté 27 weiter Mandate innehat.
Hälfte des Gewinns weg
Eine interessante Betrachtung nimmt der Zuger Vermögensverwalter beim Thema Managerlöhne vor, indem die Entschädigung an die Verwaltungsräte und Geschäftsleitungsmitglieder ins Verhältnis zum Betriebsgewinn (Ebitda) gesetzt wurde. Bei der Technologiefirma Cicor wandert knapp die Hälfte des Gewinns auf das Konto der obersten Führungsriege. Bei der Privatbank EFG International und beim Bankensoftwarehersteller Temenos ist es immerhin mehr als ein Drittel. Aber auch bei grösseren Firmen wie der Bank Vontobel (10,6 Prozent) und DKSH (12,8 Prozent) sind die Werte hoch.
Aufgefallen sind Greber zudem die angelsächsisch orientierten Unternehmen. Diese zahlten vergleichsweise oft deutlich höhere Vergütungen als traditionelle Schweizer Firmen. Hohe Willkommensgeschenke oder Abgangsentschädigungen sowie komplexe Lohnmodelle seien keine Seltenheit. So erhielt etwa der neue Logitech-Chef Bracken P. Darrell zum Amtsantritt ein Paket aus Aktienerwerbsrechten und Optionen im Wert von 5 Millionen Dollar. Begründet würden diese Zahlen oft mit dem Wettbewerb um Talente, sagt Greber. «Interessant ist nur, dass die schweizerisch geprägten Unternehmen, die ebenso um gute Führungskräfte kämpfen, solche Zahlungen weit seltener als notwendig erachten.» (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 26.05.2012, 12:15 Uhr
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28 Kommentare
Auch wenn es immer wieder beschwört wird: Es gibt nun mal keine 'Aktionärsdemokratie'.
Es gibt auch keine 'demokratischen Firmen', wie der Titel des Artikels suggeriert.
(Demokratie von 'demos', griech. 'Volk', Herrschaft des Volkes (!), und nicht der Aktionäre oder Investoren...das Einmaleins aus dem ersten Semester Staatskunde)
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