«Das sind geile Hunde»

Sie liessen sich als Helden feiern und prahlten mit illegalen Aktivitäten: Chatprotokolle – von der Finma heute veröffentlicht – offenbaren das Gebaren einiger UBS-Devisenhändler.

Die Chatprotokolle werfen ein schlechtes Bild auf einige UBS-Devisenhändler: Ein Händler an der Frankfurter Börse.(Archivbild: Keystone)

Die Chatprotokolle werfen ein schlechtes Bild auf einige UBS-Devisenhändler: Ein Händler an der Frankfurter Börse.(Archivbild: Keystone)

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Wegen unerlaubter Absprachen am Devisenmarkt muss die UBS 774 Millionen Franken bezahlen. Darauf hat sie sich mit der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma), der US-Derivateaufsicht und der britischen Finanzmarktaufsicht geeinigt. Davon gehen 134 Millionen an die Finma. Diese stellte bei ihrer Untersuchung unter anderem fest, dass in der UBS das in der Schweiz verbotene Frontrunning mehrfach praktiziert wurde.

Von Frontrunning («Vorauslaufen») spricht man, wenn Börsenhändler oder Analysten ihr Insiderwissen zum Nachteil der Kunden ausnutzen. Also wenn etwa ein Händler Kundenaufträge erst ausführt, nachdem er selbst Wertpapiere oder Devisen auf eigene Rechnung gekauft oder verkauft hat.

«Untolerierbar häufig»

Die Finma schreibt in ihrem Bericht, dass sich die UBS bzw. mehrere ihrer Mitarbeiter am Standort Zürich «wiederholt und untolerierbar häufig» entgegen den Interessen der Kunden verhalten hätten, und nennt als Beispiel unter anderem Frontrunning. Zur Veranschaulichung veröffentlicht sie Auszüge aus Gruppenchats, in denen die Händler mit den verbotenen Praktiken prahlten.

«Ich habe Frontrunning bei jedem einzelnen Angebot im Doller-Yen-Kurs und im Euro-Yen-Kurs betrieben», schreibt etwa ein UBS-Händler. Ein anderer brüstet sich damit, dass er «150'000 gewonnen» habe mit einem Frontrunning-Geschäft; von welcher Währung er spricht, bleibt unklar.

«Thanks very much my friend [...], du chasch das frontrunne wie d wotsch, up to you», meint ein weiterer UBS-Händler im Chat.

In einigen Chat-Beiträgen drückt die Angst davor durch, entdeckt zu werden. Im Mai 2011 mahnt ein UBS-Händler seinen Kollegen: «Das ding ist wir dürfen nicht mehr front runnen, compliance sitzt uns am arsch.»

Doch da ist sie wieder, die schiere Entzückung über die eigenen Gewinne. Ein UBS-Händler schreibt seinem Arbeitskollegen etwa: «Das sind geile hunde da am pm desk. krank ist das was die da treiben haha.» Der Angesprochene antwortet: «1,1 millionen up auf den tag, schön.» Der Erste: «Hohohoho.»

Ein anderer UBS-Händler findet sein eigenes Treiben so beeindruckend, dass er im Chat schreibt: «Nennt mich eine Legende!! Front-Run-Legende.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 12.11.2014, 11:20 Uhr)

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