Wirtschaft
«Das wird es in unserem Job immer geben»
Aktualisiert am 18.09.2011 61 Kommentare
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UBS stoppt sämtliche Werbekampagnen
Angesichts des Milliarden-Debakels in London hat die UBS weltweit ihre Werbe- und Anzeigenkampagnen gestoppt. Sämtliche TV-Spots und Anzeigen - auch für die Sonntagspresse - wurden sistiert, wie die UBS-Medienstelle auf Anfrage der Zeitung «Der Sonntag» bestätigt. Der Stopp gelte zunächst für die «nächsten ein bis zwei Wochen». Erst dann werde entschieden, ob die ganze Werbeoffensive wieder aufgenommen, verschoben oder gar eingestellt werde. «Bei solch negativen Schlagzeilen», so sagt die UBS-Sprecherin, «würde jede Werbeanstrengung verpuffen». Mit dem Amtsantritt von Oswald Grübel im Februar 2009 hat die Werbeagentur Publicis eine neue Dachkampagne entwickelt (die alte Werbebotschaft «You & Us» wurde durch «Wir werden nicht ruhen» abgelöst).
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Vergangene Woche verspekulierte sich der 31-jährige UBS-Banker Kweku Adoboli um zwei Milliarden US-Dollar. Nicht nur der finanzielle sondern auch der Reputationsschaden ist enorm für die Schweizer Grossbank.
Oswald Grübel nahm in einem Interview mit der Zeitung «Der Sonntag» (Artikel nicht online verfügbar) erstmals Stellung zum Milliardenfiasko: «Ich habe die Verantwortung für alles, was in der Bank passiert – ich fühle mich aber nicht schuldig», sagt Grübel.
Der Konzernchef hält nichts von den Rücktrittsforderungen, wie sie vor allem von SP-Politikern kommen: «Das ist rein politisch», sagt er. Er denke nicht über einen Rücktritt nach, sagt Grübel, um zu ergänzen, diese Frage sei «Sache des Verwaltungsrats».
Keine Alternative zu Grübel in Sicht
Dieser hält offenbar an ihrem Chef fest. Ein Verwaltungsratmitglied liess gegenüber der «NZZ am Sonntag» verlauten (Artikel online nicht verfügbar), dass wichtige Grossaktionäre, wie der Staatsfonds von Singapur, an Grübel festhalten. Eine Alternative zu Grübel sei «nicht in Sicht».
Weiter erklärt Grübel im Gespräch mit dem «Sonntag»: «Wenn jemand mit krimineller Energie vorgeht, können Sie nichts machen. Das wird es in unserem Job immer geben.» Dennoch betont er, die Verantwortung liege bei ihm. «Ich habe die Verantwortung für alles, was in der Bank passiert», so Grübel. «Aber wenn Sie mich fragen, ob ich mich schuldig fühle, dann sage ich Nein.»
Keine näheren Angaben von Grübel
Der mutmassliche Täter, der Ghanese Kweku Adoboli, war am Donnerstag im Morgengrauen in London verhaftet worden. Bereits am Freitag stand er wegen Betrugsverdachts vor Gericht. Oswald Grübel will keine näheren Angaben dazu machen, wann er selber von dem 2-Milliarden-Verlust erfahren hat: «In dem Zeitpunkt, wo wir es entdeckt haben», sagt er auf die entsprechende Frage bloss.
Wie Kweku Adoboli den gewaltigen Verlust verursachen konnte und warum sämtliche Kontrollmechanismen der UBS (UBSN 11.15 -0.89%) versagten, ist Gegenstand von Untersuchungen sowohl der britischen als auch der schweizerischen Finanzmarktaufsicht. Bei der UBS geht man nach wie vor von einem Einzeltäter aus.
(mrs)
Erstellt: 18.09.2011, 09:05 Uhr
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61 Kommentare
Grübel ist nicht mehr glaubwürdig. Nicht deswegen, weil in seiner Bank ein Angestellter mit krimineller Energie arbeitete, sondern weil er, für die ganze Welt offensichtlich, das Risikomanagement und das Controlling nicht im Griff hat. Herrschen in einer Bank solche Zustände muss die Finma dieser Bank die Lizenz entziehen, wie dies in so krassen Fällen im Ausland jeweils der Fall ist. Antworten
Leider hat Herr Grübel (immer noch) nicht verstanden, was passiert ist! Herr Grübel, Herr Kengeter nehmen sie umgehend den Hut und retten sie damit die restliche, profitable UBS-Schweiz!! Ich sage dies nicht als Aktionär, nicht als SP-Vertreter sondern als treuer UBS-Angestellter!!! Gruss RM Antworten
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