Der Bund will rasch bei der UBS aussteigen

Aktualisiert am 14.05.2009 17 Kommentare

Der Bund bereitet einen baldigen Ausstieg aus seinem Engagement bei der Grossbank UBS vor. Bedingung für einen solchen Schritt ist, dass der positive Trend an den Aktien- und Obligationenmärkten anhält.

Raus aus der UBS: Der Bund will mindestens das eingesetzte Kapital wieder zurück.

Raus aus der UBS: Der Bund will mindestens das eingesetzte Kapital wieder zurück.
Bild: Keystone

Mit einem Paukenschlag hatte der Bund im Oktober des letzten Jahres verkündet, dass er der UBS mit einer Pflichtwandelanleihe im Umfang von sechs Milliarden Franken unter die Arme greift. Am 9. Juni nun geht die sechsmonatige Sperrfrist zu Ende. Ab diesem Zeitpunkt kann der Bund die Anleihe verkaufen oder in Aktien umwandeln.

Der Bund arbeite derzeit an einer Strategie, sich vom Engagement bei der UBS zu lösen. Er wolle mindestens das eingesetzte Kapital wieder zurück, sagte Roland Meier, Sprecher des Eidgenössischen Finanzdepartements in Medienberichten.

Drei Optionen

Insgesamt drei Szenarien für den Ausstieg sind denkbar. So könnte der Bund die Anleihe im Markt weiterplatzieren. Die 60 Tranchen zu je 100 Millionen Franken dürften jedoch ein schwerer Brocken und nur schwer abzusetzen sein.

Eine zweite Option wäre die Wandlung und der anschliessende Verkauf der Aktien am Markt. Bei einem UBS-Aktienkurs von 12,50 Franken (und inklusive Coupon-Zahlungen bis Ende Juni) bekäme die Eidgenossenschaft ihren Einsatz zurück. Am Donnerstag eröffnete die UBS-Aktie mit 14,20 Franken (-2,5 Prozent).

Eine dritte Variante sieht vor, dass der Bund die Anleihe bis zum Ende der Laufzeit per Ende Juni 2011 hält und dann erst in Aktien umwandelt. Bei einem Coupon von 12,5 Prozent fliessen dem Bund pro Jahr rund 600 Millionen Franken zu. Bei einem vollständigen Tausch in Aktien wäre der Bund mit knapp 10 Prozent an der UBS beteiligt.

Bundesrat will sich zurückziehen

Der Bundesrat hatte am 6. Mai in einer Antwort auf das Postulat von Anita Fetz (SP/BS) einmal mehr betont, dass er sich vom Engagement bei der UBS zurückziehen möchte. Kommerzielle Überlegungen stünden dabei im Vordergrund, jedoch unter der Bedingung, dass die volkswirtschaftliche Verantwortung und das Interesse an einem einwandfrei funktionierenden Finanzplatz gewahrt blieben.

Auf einen raschen Ausstieg des Bundes bei der UBS drängen diverse Finanzpolitiker. Laut CVP-Ständerat Philipp Stähelin, der die Finanzkommission präsidiert, wäre der Zeitpunkt günstig, wie er gegenüber der «Mittellandzeitung» sagte. Ins gleiche Horn stösst FDP- Ständerat Hans Altherr (AR). «Das wäre ein gutes Signal für die UBS», findet auch SVP-Ständerat Hannes Germann (SH).

Die UBS nimmt derzeit keine Stellung zu möglichen Ausstiegszenarien des Bundes, wie eine Sprecherin auf Anfrage sagte. (bru/sda)

Erstellt: 14.05.2009, 10:47 Uhr

17

Kommentar schreiben







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

17 Kommentare

Heidi Lang

14.05.2009, 13:00 Uhr
Melden

@ Marco Sacchetti: Der Banken-Anteil am Bruttoinlandprodukt is wohl eher um die 15%... Antworten


Anita Haug

14.05.2009, 11:31 Uhr
Melden

Super, ein gutes Zeichen für den Finanzmarkt. Da der Wandlerpreis bei 12.50 liegt und die Aktie schon bei 17.70 war, sollte das schnellgemacht werden, damit sie nicht noch lange mit dem tiefen Wandlerkurs belastet ist. Antworten



Wirtschaft

Populär auf Facebook Privatsphäre

Meistgelesen in der Rubrik Wirtschaft

Telefonbuch

Marktplatz

Internet auf dem Fernsehen: Der Trend geht klar in diese Richtung. Werden Sie sich einen Smart TV kaufen?

Ja, auf jeden Fall

 
15.1%

Nein, interessiert mich nicht

 
40.2%

Erst wenn die Geräte billiger geworden sind

 
35.1%

Ich habe schon einen

 
9.7%

3308 Stimmen