Wirtschaft

«Der Schweizer Finanzplatz wird sehr erfolgreich sein»

Aktualisiert am 11.02.2010

Die Credit Suisse (CS) hat letztes Jahr einen Gewinn von 6,7 Milliarden Franken erwirtschaftet und konnte – im Vergleich zur UBS – Neugelder gewinnen. Die Bank erklärte wieso. Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtete live ab 9 Uhr.


Erfolgreich: CS-Chef Brady Dougan.

Erfolgreich: CS-Chef Brady Dougan. (Bild: Keystone)

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10.17 Uhr: Die Pressekonferenz ist beendet. Brady Dougan bedankt sich fürs Kommen und wünscht allen einen schönen Tag.

Zusammenfassung

Trotz eines eher schwachen vierten Quartals hat die Credit Suisse (CSGN 19.09 -1.39%) (CS) am Donnerstag ein Ergebnis präsentiert, mit dem sie wieder an die Erfolge vor der Finanzkrise anknüpft. Der Jahresgewinn von 6,7 Milliarden Franken ist das drittbeste Resultat, das die Bank je erzielt hat.

Allerdings hat die Grossbank damit die Erwartungen der Börsenanalysten nicht ganz erfüllen können. Diese hatten mehrheitlich einen Gewinn von über 7 Milliarden Franken erwartet.

Belastet wird das Ergebnis vorab von der Investmentbank, deren Quartalsgewinn vom dritten zum vierten Quartal um 41 Prozent auf 1,03 Milliarden Franken sank. Grund dafür ist die allgemeine Schwäche des Marktes, welche alle Investmentbanken zu spüren bekamen.

Zudem hat die CS den US-Behörden auch eine Busse von 445 Millionen Franken zahlen müssen, weil sie Sanktionen der USA gegen den Iran und andere Länder verletzt hat.

Im Vorjahr noch hatte die Nummer zwei der Schweizer Bankenwelt, gebeutelt durch die Finanzkrise, einen Verlust von 8,2 Milliarden Franken eingefahren. Dieser war primär auf das riesige Minus bei der Investmentsparte zurückzuführen, die sich wie bei vielen anderen Banken auch verspekuliert hatte.

44,2 Mrd. Fr. neue Kundengelder

Im 2009 haben die Investmentbanker - im Gegensatz zu ihren Kollegen bei der UBS - in allen vier Quartalen Gewinne geschrieben. Insgesamt spülten die Investmentbank-Aktivitäten, welche die CS im Zuge der Finanzkrise neu ausgerichtet hat und nun mit weniger Risiko behaftet sind, im vergangenen Jahr 6,8 Milliarden Franken in die Konzernkasse. 2008 waren es 13,8 Milliarden Franken Verlust gewesen.

Im Geschäftsfeld Vermögensverwaltung (Private Banking), welches das Schweizer Geschäft enthält, ging der Vorsteuergewinn von 3,9 Milliarden Franken auf 3,7 Milliarden Franken zurück. Im Bereich Asset Management, wo Gelder von institutionellen Kunden verwaltet werden, fiel ein Vorsteuergewinn von 35 Millionen Franken an, nach einem Verlust von 1,2 Milliarden Franken im Vorjahr.

Im Gegensatz zur UBS fliessen der CS weiter neue Kundengelder zu. Der Nettoneugeldzufluss belief sich letztes Jahr im Private Banking auf 41,6 Milliarden Franken. In der ganzen Gruppe betrug der Zufluss 44,2 Milliarden Franken. Wegen der italienischen Steueramnestie verlor die CS im vierten Quartal jedoch 5,6 Milliarden Franken.

Total verwaltete der Konzern Ende 2009 Vermögen in der Höhe von 1,23 Billionen Franken, 11,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Inwieweit die Bank Opfer des Daten-Klaus ist, der derzeit die Beziehungen zwischen der Schweiz und Deutschland belastet, war in den vergangenen Wochen Gegenstand von Spekulationen

Die Bank habe keine Informationen, ob Kunden der CS von der jüngsten Steueraffäre mit Deutschland betroffen seien, sagte Finanzchef Renato Fassbind an einer Telefonkonferenz. Er wisse nicht, ob es die fraglichen CDs mit den Kundendaten überhaupt gebe und ob darauf Daten der Credit Suisse seien.

Gut kapitalisiert

Mit einer Kernkapitalquote von 16,3 Prozent Ende Jahr ist die CS im Branchenvergleich gut kapitalisiert. Die UBS, welche ihre Zahlen am Dienstag vorgelegt hatte, verfügte zum gleichen Zeitpunkt über eine Kernkapitalquote von 15,4 Prozent.

Konzernchef Brady Dougan gibt sich mit Blick auf die Gesamtlage der CS hoffnungsvoll: «Unsere Auftragslage und die Nettoneugelder sind so gut wie noch nie seit der Finanzkrise», wird er in einer Mitteilung zitiert. Freuen dürfen sich auch die Aktionäre über das Ergebnis: Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung eine Dividende von 2 Franken pro Aktie vor. 2008 betrug diese 10 Rappen.

Boni tiefer als 2007

Die CS zahlt nach eigenen Angaben weniger Boni aus: Im Vergleich zu 2007, als die CS einen Reingewinn von fast 7,8 Milliarden Franken erzielte, fielen die Boni für 2009 21 Prozent tiefer aus. Durchschnittlich erhalte ein CS-Mitarbeiter demnach eine Bonuszahlung von 144'000 Franken.

40 Prozent der variablen Vergütungen würden zudem aufgeschoben und ihre spätere Auszahlung hängt von der Leistung über mehrere Jahre ab, wie die CS mitteilte. Die Geschäftsleitung erhielt sogar ihre gesamten Bonuszahlung in dieser Form.

10.15 Uhr: Die letzte Frage. Ob er etwas dazu sagen könne, wie gross der Anteil von Dougans Vergütung sei, die aufgeschoben wurde. Dougan meint, man wolle so transparent wie möglich sein. Bis zu 60 Prozent der variablen Lohnanteile seien aufgeschoben worden, so Dougan. Das sei etwas komplizierter als man jetzt beantwortet habe.

10.13 Uhr: Dougan meint, das Geschäft im Tessin sei sehr gut aufgestellt, man habe erfolgreiche Leute dort. Es gebe auch andere Gründe als steuerliche, in der Schweiz Geld anzulegen.

10.07 Uhr: Was man vorhabe bezüglich der CDs in Deutschland? Ob man interne Untersuchungen starte, oder einfach nur warte und hoffe und bete, fragt ein Journalist vom «Blick». Die Bank habe keine Informationen, ob Kunden der CS von der jüngsten Steueraffäre mit Deutschland betroffen seien, sagte Finanzchef Renato Fassbind an einer Telefonkonferenz. Er wisse nicht, ob es die fraglichen CDs mit den Kundendaten überhaupt gebe und ob darauf Daten der Credit Suisse seien.

10.05 Uhr: Die Fragerunde geht weiter. Ob die Bank Steuern bezahlt habe? Ja, sagt CFO Renato Fassbind, man habe 2009 auch in der Schweiz Steuern bezahlt.

9.59 Uhr: Man konzentriere sich jetzt auf den Ausbau des Onshore-Bankings, so Dougan. Es gebe viele Themen und Probleme rund um den Schweizer Finanzplatz, die man nicht kleinreden wolle und die auch die CS betreffe. Aber er sei überzeugt, dass der Schweizer Finanzplatz weiterhin sehr erfolgreich sein wird. Hier gebe es Produkte, die man anderswo nicht findet.

9.58 Uhr: Walter Berchtold, Chief Executive Officer Private Banking, ergreift das Wort.

9.54 Uhr: Warum die Bruttomarge gestiegen sei, wird gefragt. Und man habe durch Steueramnestien einen Abfluss von rund 35 Milliarden Franken, ob das Schwarzgeld sei? Dougan zu Steueramnestien: Wenn man die Gesamtmenge im europäischen Offshore-Geschäft ansehe, dann sei das nicht erheblich. Das Private Banking habe neue Gelder generieren können.

9.48 Uhr: Ob er auch an Akquisitionen denke, wird er gefragt. Dougan sagt schlicht, man wolle seinen Kunden das Beste bieten. Dann seien diese am Schluss zufrieden und die Bank sei es auch. Er geht auf weitere detaillierte Fragen von Journalisten ein.

9.45 Uhr: Die Aktie der Grossbank Credit Suisse legte im Laufe der Medienkonferenz am Donnerstagmorgen zu: Die präsentierten Jahresergebnisse liessen den Kurs nach halb zehn Uhr in einem schwächeren Gesamtmarkt um 2,5 Prozent auf 47,24 Franken steigen. Dies obwohl die Grossbank auf Stufe Reingewinn klar hinter den Erwartungen blieb. Schub dürfte der Aktie aber die ansprechende Dividendenrendite sowie die gute Margenentwicklung verliehen haben. Auch der Ausblick wird von Marktbeobachtern als ermutigend bezeichnet.

Die Kommentatoren von Wegelin sprechen von einem «durchzogenen Zahlenkranz». Erklärungsbedarf sehen sie insbesondere bei dem unter den Erwartungen ausgefallenen Reingewinn. Auch für die Zürcher Kantonalbank (ZKB) blieb die Bank hinter den Prognosen zurück. Für die negative Überraschung sei das Investmentbanking verantwortlich, schrieb ZKB-Bankenexperte Andreas Venditti in seinem Kommentar.

Insbesondere in ihrer Paradedisziplin, dem Anleihenhandel, weise die CS einen klar stärkeren Rückgang auf als ihre Konkurrenten im Durchschnitt. Es stelle sich deshalb die Frage, ob dies lediglich eine saisonale Abschwächung sei.

9.45 Uhr: Dougan sagt, man habe aufsichtsrechtliche Veränderungen kommen sehen, habe lange diskutiert, stehe in diesem Prozess, wenn auch dieser noch nicht abgeschlossen sei. Man sei aber sehr gut aufgestellt, um diesen Veränderungen zu begegnen, sagt Dougan einmal mehr. Zur Eigenkapitalrendite habe man ein Ziel von festgesetzt, 18 Prozent im 2009, und man sei zuversichtlich, auch 2010 sehr gut abzuschliessen. Man habe ein widerstandsfähiges Geschäftsmodell für schwierige Zeiten, sei aber auch bereit für florierende Märkte.

9.43 Uhr: Die Fragerunde ist eröffnet. Wie es mit den illiquiden Aktiva stehe und wie mit dem Griechenlandrisiko umgegangen werden solle, fragt ein Journalist von der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». Dougan meint kurz, man habe keine Risiken in Griechenland.

9.42 Uhr: Brady Dougan hat erneut das Wort übernommen. In horrendem Tempo preist er die Arbeit seiner Bank und nennt eine Kennzahl nach der anderen. Man habe den Wandel vorausgesehen und der Neugeldzufluss sei sehr befriedigen.

9.38 Uhr: Er komme zum Ende. Man sei eine der bestkapitalisierten Banken der Welt. Man sei sehr diszipliniert vorgegangen, was Risiken betreffe. Und so habe man eine Dividende von 2 Franken pro Aktie erzielt. Er übergibt wieder an Brady Dougan.

9.36 Uhr: CFO Renato Fassbind erläutert, man habe auch starke Zuflüsse bei Immobilienfonds registriert.

9.35 Uhr: Er spricht über das Asset Management. Hier hatte man 8 Milliarden Zuflüsse, wobei es anfangs Jahr sogar noch Abflüsse gegeben habe. Man habe 20 neue Berater angestellt und Ende Jahr sogar einen kleinen Gewinn einfahren können.

9.32 Uhr: Fassbind spricht über die Risiken im Investmentbanking. Im Geschäft mit Börsengängen sei man weiterhin führend. Dann spricht er über Geschäftsfelder, wo sich die CS noch steigern kann.

9.30 Uhr: Man sei jetzt die Nummer 2 im Investmentbanking in Europa und in Asien. CFO Fassbind geht davon aus, dass es in den kommenden Jahren wieder deutlich mehr Börsengänge geben wird.

9.26 Uhr: Im Investmentbanking habe man sehr erfolgreich gearbeitet. Er wagt einen Blick aufs Jahr 2010. Man habe geringere Risiken. Wertberichtigungen seien bereits umgesetzt worden. Man habe fantastische Möglichkeiten für das laufende Jahr.

9.22 Uhr: Auch Fassbind wiederholt mehrmals, die CS sei sehr gut positioniert. Die Vergütungsstruktur sei angepasst worden und entspreche unter anderem auch den Regeln der G-20.

9.19 Uhr: Man habe vor allem in die Kundenberater investiert. Und für diese Tätigkeit 50 neue Personen angestellt. Die Steueramnestie in Italien habe zu einem Abfluss von 5,6 Milliarden Franken geführt.

9.17 Uhr: Das Umfeld habe sich stark verändert. Man habe aber umsichtig reagiert. Die Nettoneugelder von 42 Milliarden Franken zeigen, dass die Bank sehr solide aufgestellt sei. Man habe Zuflüsse aus allen Regionen der Welt. Zudem habe man die Ausbildungsprogramme für die Mitarbeiter ausgebaut und sich dabei auf die Kundenberater fokussiert.

9.15 Uhr: Renato Fassbind, Chief Financial Officer, erklärt die Resultate. Die Grossbank Credit Suisse (CS) hat letztes Jahr einen Gewinn von gut 6,7 Milliarden Franken eingefahren. Im Schlussquartal 2009 waren es knapp 800 Millionen Franken.

9.13 Uhr: Man sagt, die Banken hätten nichts gelernt, so Dougan. Das stimme nicht, die CS habe sich diesbezüglich stark verändert. Im Jahr 2010 habe man bereits sehr gut abgeschnitten. Er übergibt das Wort an Renato Fassbind, Chief Financial Officer.

9.11 Uhr: Dougan weist darauf hin, dass die CS auf keine Staatshilfe angewiesen war. Man sei gut positioniert, um auf weitere Veränderungen in der Branche zu reagieren. Die Strategie sei klar: Ausgezeichnete Resultate für die Aktionäre zu erzielen.

9.07 Uhr: Man habe das Anreiz-System überarbeitet. Und fahre da eine bedachte Strategie. Die Geschäftsleitung werde für 2009 keine variablen Lohnanteile erhalten. Der Anteil des variablen Lohnanteils sei im Vergleich von 2007 zu 2009 von 180'000 auf 144'000 Franken pro Mitarbeiter gesunken. Man habe einen Weg gesucht, um die Aktionäre zu befriedigen und um auch die neuen regulatorischen Bedingungen zu erfüllen.

9.05 Uhr: Man habe stark ins Onshore-Banking investiert. Und trotz Steueramnestien und anderen widrigen Umständen geht die Bank davon aus, in den nächsten Jahren nicht mehr als 25 bis 30 Milliarden Franken zu verlieren. Das vierte Quartal sei das langsamste gewesen, das sei aber in der ganzen Branche so gewesen. Man habe aber die Performance gesteigert und auch in diesem Zeitabschnitt Neugelder generiert.

9.00 Uhr: Die Medienkonferenz beginnt. Brady Dougan steht bereit. Er begrüsst die Anwesenden. Viele Banken stünden in einem Prozess schwieriger Anpassungen. CS habe dies bereits jedoch früher vorbereitet, habe eine klare Strategie und sei gut vorbereitet, um in diesem schwierigen Markt zu bestehen. Man habe für die Aktionäre gut gearbeitet. Es gebe zwei Dinge zu beachten: Die Märkte werden nicht stets günstig sein. Und das regulatorische Umfeld wird sich stark verändern. Dougan lobt die Arbeit seiner Bank im vergangenen Jahr. Man habe starke Netto-Neugeldzuflüsse und man sei beim Private Banking erfolgreich gewesen. Auch habe man trotz Steueramnestie Zuflüsse aus Italien.

8.56 Uhr: Laut Vorbörsenbericht fällt die Aktie der Credit Suisse um 3 Prozent.

Bereits am frühen Morgen wurde berichtet:

Die Grossbank Credit Suisse (CS) hat letztes Jahr einen Gewinn von gut 6,7 Milliarden Franken eingefahren. Im Schlussquartal 2009 waren es knapp 800 Millionen Franken, wie die CS am Donnerstag bekannt gab. Der Ganzjahresausweis lag in den Erwartungen von Analysten, der Quartalsausweis dagegen darunter.

Die Aktionäre sollen für 2009 gemäss Mitteilung eine Bardividende von zwei Franken je Aktie erhalten, verglichen mit je zehn Rappen für 2008. Die Eigenkapitalrendite betrug 18,3 Prozent. Der CS flossen letztes Jahr Netto-Neugelder von insgesamt 44,2 Milliarden Franken zu, wovon 12,5 Milliarden Franken im vierten Quartal.

Die Kernkapitalquote lag Ende 2009 bei 16,3 Prozent. Der Personalbestand verringerte sich im Vorjahresvergleich um 200 auf 47.600 Beschäftigte. CS-Konzernchef Brady Dougan beurteilte das Jahresresultat als gut, wie er in der Mitteilung zitiert wurde. Die Bank habe Marktanteile gewonnen und ihre Kapitalbasis gefestigt. Die CS sei gut ins erste Quartal 2010 gestartet und für das ganze Jahr zuversichtlich, wurde Dougan zitiert. (sam/sda/ddp)

Erstellt: 11.02.2010, 10:43 Uhr

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