Wirtschaft
Der grosse Reibach folgt im April
Von Markus Diem Meier. Aktualisiert am 25.03.2010 17 Kommentare
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Auf 19,2 Millionen Franken beläuft sich die Vergütung, die CEO Brady Dougan in diesem Jahr erhält. Nur 1,25 Millionen davon erhält Dougan ausbezahlt. Dieser Betrag entspricht seinem Fixlohn. Wie alle anderen Geschäftsleitungsmitglieder der Grossbank bekommt Dougan den Bonus von rund 18 Millionen erst in Zukunft. Der tatsächlich ausbezahlte Bonus für 2009 kann ausserdem höher oder tiefer ausfallen. Das hängt neben anderen Faktoren zum Beispiel vom weiteren Verlauf der Credit-Suisse-Aktie ab.
Doch der Chef der Grossbank muss sich auch im laufenden Jahr nicht mit der Barzahlung von 1,25 Millionen begnügen. Aus einem älteren Bonusprogramm, dem sogenannten Performance Incentive Plan (PIP), kann Brady Dougan mit einem wahren Geldregen rechnen: Eine grobe Schätzung führt zu einem Betrag von rund 40 Millionen Franken. Der erste Teil des Plans wurde im April 2005 eingeführt, der zweite ein Jahr später. Der Plan basiert auf Bezugsrechten von Aktien (den PIPs), die fünf Jahre gesperrt wurden. Im April läuft die erste Sperrfrist ab.
Rund 40 Millionen für Brady Dougan
Die Credit Suisse (CSGN 19.09 -1.39%) weist nicht aus, wie viel die Mitglieder des oberstes Managements aus dem Plan erwarten können. Die «Financial Times» liess im vergangenen Herbst den Anteil von CEO Brady Dougan errechnen und kam damals auf einen Betrag von 43,2 Millionen Franken. Doch damals lag der Kurs der Credit-Suisse-Aktie noch bei 57,20 Franken. Aktuell liegt er mehr als 4 Franken tiefer. Eine einfache Dreisatzrechnung ergibt einen Betrag von 40 Millionen Franken für den Credit-Suisse-Chef.
Tatsächlich ist die Sache komplizierter, denn der Bonusplan enthält einen starken Hebel. Beim ersten PIP-Plan (PIP I) kann das Spitzenmanagement pro zugeteilte PIP-Einheit bis zu neun Credit-Suisse-Aktien beziehen. Brady Dougan verfügt über 271'898 PIP I-Einheiten. Dieser Maximalhebel setzt aber neben weiteren zu erfüllenden Bedingungen zumindest einen Aktienkurs von 90 Franken voraus. Wenn der Aktienkurs unter 30 Franken sinkt, gibt es gar nichts. Entscheidend für die zugeteilten PIP-Einheiten ist der durchschnittliche Kursverlauf der Aktie vom Januar bis zum März. Die CS-Manager dürften daher momentan besonders nervös den eigenen Aktienkurs studieren.
Hehre Vorsätze...
Im aktuellen Geschäftsbericht erklärt die Credit Suisse, dass sie verschiedenen Forderungen der Aufsichtsbehörden und aus der öffentlichen Debatte noch stärker nachkommen wolle. Mit der früh eingeführten langjährigen Verzögerung von Boni-Auszahlungen gehört sie zu den Pionieren, wie der PIP-Plan zeigt. Dieser Anteil an den Boni soll noch zunehmen.
Künftig soll auch der Fixanteil im Vergleich zu den Boni einen grösseren Anteil an der Gesamtentschädigung ausmachen – im Durchschnitt 40 Prozent. Davon ist die Bank allerdings weit weg, wenn man die Zahlungen ans Spitzenmanagement zum Massstab nimmt. Der Fixanteil der 148,9 Millionen, die die 13-köpfige CS-Geschäftsleitung erhält, beträgt gerade mal 6 Prozent. 94 Prozent sind Boni, die immerhin vollumfänglich verzögert ausbezahlt werden und je nach Geschäftsverlauf und Kursentwicklung der Aktie auch tiefer ausfallen können.
...und alte Anreize zum Risiko
Das wichtigste Leistungskriterium der neusten Bonusprogramme ist neben der Entwicklung des Aktienkurses die Eigenkapitalrendite. Ohne scharfe Aufsicht und Regulierung werden hier gefährliche Anreize geschaffen. Eine hohe Eigenkapitalrendite kann durch das Eingehen höherer operativer Risiken erreicht werden oder durch ein kleineres Eigenkapitalpolster. Es braucht dann weniger Verluste, um das Überleben einer Bank zu gefährden. Weil Grossbanken im Notfall ohnehin von den Steuerzahlern gerettet werden müssen – wie die jüngste Vergangenheit belegt hat – können Bankmanager durch das Eingehen höherer Risiken nur gewinnen.
Die Bonusregeln der Credit Suisse zeigen daher, wie wichtig es ist, dass sich die debattierten neuen Vorschriften, die ein minimales Eigenkapitalpolster verlangen (die Leverage-Ratio), weltweit durchsetzen. Die Schweiz ist hier zwar vorgeprescht – anfänglich gegen den deutlichen Widerstand der Credit Suisse. Wenn andere wichtige Finanzzentren letztendlich nicht mitmachen, dürften die Auflagen auch hierzulande erneut unter Druck kommen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 25.03.2010, 13:40 Uhr
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17 Kommentare
Dies ist wirklich der Gipfel der Frechheit und der Kundenverdummung. Mit diesem System wird der Anreiz zum übermässigen Risiko heraufbeschworen. Die Politik und auch die Finma ist ohne wenn und aber zum SOFORTIGEN HANDELN aufgefordert. Ohne einschneidende Massnahmen und Festlegen der Maximalbezügen ist den gierigen und risikofreudigen Bank-Managern n icht mehr beizukommen. Bankensteuer muss her!! Antworten
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