Wirtschaft
Detroit lebt ab sofort ohne Tageszeitung
Wird stark reduziert: «Detroit News». (Bild: Detroit News)
Künftig werden die «Detroit Free Press» und die «Detroit News» lediglich am Donnerstag, Freitag und Sonntag ausgeliefert, so das Unternehmen «Detroit Media Partnership». An den anderen Tagen werde eine abgespeckte Ausgabe der Zeitungen an Kiosken und Geschäften der Stadt erhältlich sein.
Der Verlag plant nach eigenen Angaben die Streichung von neun Prozent der 2100 Arbeitsplätze. Das Unternehmen werde sich künftig verstärkt auf die Internet-Ausgaben der Zeitungen konzentrieren, sagte der Verlagschef Dave Hunke.
Höhere Kosten, geringe Werbeeinnahmen
Die Entscheidung, nicht mehr jeden Tag Abonnenten zu beliefern, sei Reaktion auf die «gewaltige wirtschaftliche Herausforderung» für die Zeitungen in den USA. Die Kosten stiegen, während die Werbeeinnahmen zurück gingen. «Wir dürfen nicht in der Vergangenheit leben.» Die Zukunft gehöre dem Zeitungsauftritt im Internet, meinte Hunke.
Die US-Zeitungsbranche, ohnehin seit Jahren unter Auflagenschwund leidend, wird gegenwärtig durch die Rezession besonders hart getroffen. Angesichts der teilweise dramatischen Krise haben zahlreiche Verlage Entlassungen und anderen Sparmassnahmen beschlossen.
Unter der Last von Milliardenschulden und wegbrechender Anzeigenerlöse hatte kürzlich erst der US-Medienkonzern Tribune, zu dem grosse Blätter wie «Los Angeles Times» und «Chicago Tribune» gehören, einen Insolvenzantrag gestellt. Auch die «New York Times», ein Flaggschiff der US-Zeitungsbranche, rüstet sich für mögliche Liquiditätsprobleme. (oku/sda)
Erstellt: 17.12.2008, 06:44 Uhr
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