Wirtschaft

Deutsche rennen Credit Suisse die Türen ein

Aktualisiert am 14.02.2010

Aus Angst vor der Daten-CD reisen Tausende CS-Kunden in die Schweiz, um sich für Selbstanzeigen beraten zu lassen. Laut einem Medienbericht ist auch die Zürcher Kantonalbank vom Datenklau betroffen.

Viele deutsche Kunden sind verunsichert: Credit Suisse in Zürich.

Viele deutsche Kunden sind verunsichert: Credit Suisse in Zürich.
Bild: Keystone

Tausende von deutschen Offshore-Bankkunden reisen in diesen Tagen nach Zürich, um sich von ihrer Bank beraten und die Unterlagen für eine Selbstanzeige bei der Steuerbehörde ausfertigen zu lassen. Bis Mitte Woche wollten allein bei der Credit Suisse 1400 Deutschland-Kunden ihr Schwarzgeld deklarieren, sagte ein Kadermann gegenüber der «SonntagsZeitung». Wegen Mangel an Sitzungszimmern mussten in der Umgebung Räume angemietet werden. Die CS hat das Thema zur Chefsache erklärt, detailliert wird über Selbstanzeigen und drohende Vermögensabflüsse Buch geführt.

CS-Präsident Hans-Ulrich Doerig empfahl Deutschland eine Steueramnestie: Er würde Deutschland «sehr ans Herz legen», dem italienischen Beispiel zu folgen, sagte er gegenüber Radio DRS. Im Bundesrat bahnt sich ein Strategiewechsel an. Gemäss mehreren Quellen setzt der Aussschuss der Regierung – Hans-Rudolf Merz, Eveline Widmer-Schlumpf und Micheline Calmy-Rey – auf eine Weissgeld-Strategie nach dem Vorbild Liechtensteins. Die von Merz forcierte Abgeltungssteuer wird nicht mehr als realistische Lösung angesehen.

ZKB in Datenklau-Affäre verwickelt

Deutsche Steuerfahnder wollen auch gegen Kunden der Zürcher Kantonalbank vorgehen. Wie die Zeitung «Sonntag» berichtet, ist die Staatsbank in die Datenklau-Affäre verwickelt. Auf einer CD im Bundesland Baden-Württemberg mit 1742 Daten sind neben Kundeninformationen der UBS und CS auch solche von ZKB-Kunden gespeichert, wie eine hochrangige Regierungsquelle bestätigt. Die CD wurde den deutschen Steuerfahndern für 500'000 Euro angeboten. Ob sie gekauft wird, ist noch offen. Für die ZKB selbst kommt diese Entwicklung überraschend. «Die ZKB hat keinerlei Anhaltspunkte, dass den deutschen Steuerbehörden Kundendaten der ZKB angeboten worden sind», sagt Urs Oberholzer, Präsident des Bankrats der ZKB.

Die Bundesanwaltschaft hat im Zusammenhang mit der gesamten Datenklau-Affäre unterdessen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, unter anderem wegen Verdacht auf wirtschaftlichen Nachrichtendienst. Die Bundesanwaltschaft in Deutschland hat um Rechtshilfe ersucht, wie Kommunikationschefin Walburga Bur bestätigt. (vin)

Erstellt: 14.02.2010, 15:06 Uhr

Wirtschaft

Populär auf Facebook Privatsphäre


Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.