Wirtschaft
Die El-Maleh-Connection
Aktualisiert am 16.10.2012 6 Kommentare
Artikel zum Thema
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- «Une fratrie genevoise au cœur d'un réseau de cannabis» (Le Matin)
- «Trafic de drogue Maroc-Suisse : Le rôle des trois frères Elmaleh» (Yabiladi)
- «Blanchiment d'argent: la mécanique bien huilée des frères El Maleh» (L'Express)
- «Blanchiment: un responsable du trafic en fuite au Maroc» (Le Monde)
- «Drogue et blanchiment: les juteuses affaires des El Maleh» (C4N)
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Der letzte Woche zerschlagene Drogen- und Geldwäschering hat deutlich mehr Geld umgeschlagen als bisher bekannt. Frankreichs Innenminister Manuel Valls spricht von «einer Summe von zweifellos um die hundert Millionen Euro» aus dem Drogenhandel, die durch das französisch-schweizerische Netzwerk gewaschen worden seien. Es seien mehrere Tonnen Cannabis im Wert von rund 40 Millionen Euro entdeckt worden.
Verkauf von Cannabis in Frankreich
Wie die Westschweizer Zeitung «Le Matin» berichtet, spielen drei Brüder marokkanischer Herkunft eine zentrale Rolle bei diesem Geldwäschereiskandal: Mardoché, Meyer und Nessim El Maleh.
Gemäss den bisherigen Ermittlungen organisierte Mardoché den Drogenschmuggel von Marokko über Spanien nach Frankreich, wo das Cannabis vor allem in der Region von Paris verkauft wurde. Mardoché fungierte auch als Sammelstelle sämtlicher Erlöse aus dem Drogenverkauf, wie das marokkanische Nachrichtenportal Yabiladi berichtet. Schliesslich geschäftete der 52-jährige Mardoché mit reichen Franzosen, die illegale Konten in der Schweiz hatten und liquide Mittel brauchten. Mardoché organisierte ihnen die notwendige Liquidität.
Genfer Finanzgesellschaft als Umschlagplatz für illegale Gelder
Hier trat Meyer El Maleh auf den Plan, der inzwischen in Genf in U-Haft sitzt. Der 48-jährige Meyer ist ein selbstständiger Vermögensverwalter, der seit zwei Jahren die Firma GPF in Genf führt. Die Vermögensverwaltungsfirma, die bislang als seriös galt und einen guten Ruf genoss, war vor 35 Jahren vom Schwiegervater von Meyer El Maleh gegründet worden. Die GPF steht nun im Verdacht, jeden Monat mehrere Millionen Euro gewaschen zu haben. Die Finanzgesellschaft soll einen Mechanismus entwickelt haben, dank dem jegliche Verbindungen mit dem Drogenhandel in Frankreich während Jahren vertuscht werden konnten.
Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft fungierte die GPF als Drehscheibe für Gelder aus Drogengeschäft und Steuerhinterziehung. In der Villa von GPF-Chef Meyer El Maleh stellte die Polizei rund 1,1 Millionen Euro in bar sowie 160 Luxusuhren sicher. Gemäss seinem Anwalt räumt der marokkanisch-schweizerische Doppelbürger «Probleme mit Fiskaldelikten» ein, das Waschen von Drogengeldern stellt er entschieden in Abrede.
Konten bei der HSBC in Genf
Auch der dritte Bruder der marokkanischen Familie, Nessim El Maleh, soll eine wichtige Rolle im französisch-schweizerischen Netzwerk gespielt haben. Der in U-Haft sitzende Kadermann der britischen Bank HSBC in Genf hat mutmasslich mehrere Konten für Gelder aus dem Drogengeschäft sowie für nichtdeklarierte Vermögen aus Frankreich verwaltet. Zudem soll der 28-jährige Nessim Gelder auf andere Banken im Ausland transferiert und Immobilieninvestitionen in Marokko und anderen Ländern getätigt haben. Gemäss Medienberichten sitzt ein weiteres Familienmitglied in der Generaldirektion der HSBC, dieses steht allerdings nicht im Visier der Genfer Staatsanwaltschaft.
Das französisch-schweizerische Netzwerk war Ende vergangener Woche zerschlagen worden. Insgesamt laufen gegen 19 Verdächtige in der Schweiz und Frankreich Ermittlungen, darunter auch gegen die Grünenpolitikerin und Vize-Bürgermeisterin des 13. Stadtbezirks von Paris, Florence Lamblin. Neun Verdächtige sitzen in U-Haft. Ein mutmasslicher Dealer hat sich aus der Schweiz nach Marokko abgesetzt. (vin)
Erstellt: 16.10.2012, 12:28 Uhr
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6 Kommentare
Es ist eine ausländische Bank, es sind ausländische Akteure, es ist eine ausländische grüne Politikerin, nur die Rahmenbdingungen, geschaffen durch Schweizer Poitiker sind ungenügend. Ob mit Absicht oder Dummheit, kann ich nicht beurteilen. Nur dank Datenaustausch ausländischer Geheimdienste konnte der Handel aufgeklärt werden. Für die Rahmenbedingungen der Schweiz wird es aber sehr eng. Antworten
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