Wirtschaft

Die Immobilien der Milliardärin auf dem Wühltisch

Aktualisiert am 21.01.2010

Erst verlor Madeleine Schickedanz Milliarden mit dem Quelle-Bankrott, dann musste sie ihre zwei Villen in St. Moritz verkaufen. Doch das reicht nicht aus, um die Schulden zu begleichen.

1/6 Noch im Besitz der Familie Schickedanz: Westend Office in Frankfurt.

   

Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz droht nach der Veräusserung zweier Villen ein weiterer Ausverkauf ihres Immobilienbesitzes, wie das deutsche Magazin «Stern» berichtet. Die 66-Jährige sei bei der Privatbank Sal. Oppenheim hochverschuldet. Laut dem Magazin laufen Verhandlungen zwischen Schickedanz und der Bank. Der Verkaufsdruck auf die einstige Milliardärin sei hoch, denn die Einnahmen von 47 Millionen Euro aus dem Verkauf von zwei Villen in St. Moritz reichten bei weitem nicht aus, um das Darlehen von rund 200 Millionen Euro bei ihrer Hausbank zu tilgen.

Gemäss den Unterlagen, die dem «Stern» offensichtlich vorliegen, sollen etwa ein Dutzend Objekte wie Häuser, Villen und Bürokomplexe der ehemaligen Milliardärin unter den Hammer kommen. Dabei handle es sich unter anderem um ein Geschäftshaus in Hamburg und ein Ferienhaus am Tegernsee. Als besonders wertvoll gelten dem Bericht zufolge Schickedanz' Anteile an der Nürnberger Immobiliengesellschaft ICN Consult, der Bürogebäude wie das Frankfurter Westend Office gehören.

600 Euro pro Monat müssen reichen

Schickedanz, die zu den reichsten Deutschen gehörte, ist von der Pleite des Handels- und Touristikkonzerns Karstadt-Quelle stark betroffen. Im Juni musste das einst stolze Unternehmen, das drei Milliarden Euro wert gewesen war, die Insolvenz erklären. Schickedanz erlebte als Erbin eine doppelte Tragödie. Sie, die sich stets von der Firma ferngehalten, aber die Manager persönlich ausgewählt hatte, verlor mit deren Fehlentscheidungen alles. Und die Kinder, denen sie sich in erster Linie gewidmet hatte, machen ihr nun Vorwürfe, sie hätte sich zu wenig um den Konzern gekümmert.

Für Aufsehen sorgte im letzten Sommer eines der seltenen Interviews, die die Ex-Milliardärin der «Bild»-Zeitung gewährte. «Wir leben von 500 bis 600 Euro im Monat», sagte sie. «Wir kaufen beim Discounter. Gemüse haben wir im Garten. Ich spare, wo ich kann.»

(vin)

Erstellt: 21.01.2010, 13:39 Uhr

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