Wirtschaft
Die Nationalbank soll noch einmal eingreifen
Aktualisiert am 07.08.2011 45 Kommentare
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Wird zurzeit mit Forderungen überhäuft: Schweizerische Nationalbank in Bern. (Bild: Keystone )
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Nach der Herabstufung der Bonität der USA fordern Vertreter der Wirtschaft Massnahmen von der Schweizerischen Nationalbank (SNB). «Wenn die Nationalbank etwas gegen den starken Franken tun will, muss sie klotzen und nicht kleckern», sagt UBS-Chefökonom Andreas Höfert im «Sonntagsblick». «Und sie muss jeden Tag an den Märkten und in den Medien Präsenz markieren.» Die kleine Nationalbank könne durchaus die riesigen Kapitalmärkte beeinflussen. «Wenn es darum geht, die eigene Währung zu schwächen, sitzt jede Zentralbank am längeren Hebel.» Die SNB müsse konsequent genug ausländische Wertpapiere kaufen.
Ähnliches fordern Grössen aus der Wirtschaft auch in der «SonntagsZeitung». Hansruedi Wandfluh, Unternehmer und SVP-Nationalrat, sagt: «Falls der Franken wieder unter Aufwertungsdruck gerät, muss die SNB erneut Geld drucken.» Der Schweizerische Gewerkschaftsbund fordert sogar die Einführung von Negativzinsen und Transaktionssteuern. Damit liessen sich Spekulanten verjagen, sagt SGB-Sprecher Peter Lauener.
«Ich gehe davon aus, dass es zu weiteren Massnahmen der Nationalbank kommt», sagt Economiesuisse-Präsident Gerold Bührer. Die Verfolgung eines Wechselkursziels dürfe nicht ausgeschlossen werden. «Die wirkungsvollste Massnahme der SNB wäre, durch entschlossenes Handeln den Frankenkurs in einem klar definierten und kommunizierten Zielband zu halten», sagt auch Hans Hess, Präsident des Industrieverbands Swissmem.
Bandbreite von 1.20 bis 1.30 Franken
Unterstützung findet diese Idee, die wohl vor wenigen Wochen noch ein Tabu gewesen wäre, auch bei den Banken. Es handle sich um das richtige Mittel, um der Spekulation den Boden zu entziehen und den Wechselkurs auf eine realistische Grundlage zu stellen, sagt Martin Neff, Chefökonom der Credit Suisse. Gemäss seinem Kollegen Thomas Flury von der UBS könnte die SNB ein Band im Bereich von 1.20 bis 1.30 Franken festlegen – ein Wert, der im Moment ausser Reichweite zu sein scheint.
Auch der ehemalige Nationalbank-Direktor Georg Rich sieht laut «NZZ am Sonntag» eine temporäre Bindung an den Euro als einzigen Ausweg aus der Krise. Jan-Egbert Sturm, Leiter der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich, glaubt gemäss der Zeitung «Sonntag», dass SNB-Präsident Hildebrand auf eine direkte Intervention an den Devisenmärkten ziele.
Erstellt: 07.08.2011, 14:33 Uhr
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45 Kommentare
"Wenn die Nationalbank etwas gegen den starken Franken tun will, muss sie klotzen und nicht kleckern, sagt UBS-Ökonom Andreas Höfert im Sonntagsblick"
Da schwärmt man gegenüber dem Volk allenthalben vom schlanken Staat, Eigenverantwortung und freiem Markt. Wenns den Banken und der Wirtschaft aber mal schlecht geht, dann soll ordentlich geklotzt werden. Zuletzt geschehen bei der Rettung der UBS.
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