«Die Post ist mindestens so zuverlässig wie die in Zentralafrika»

Aktualisiert am 29.07.2010 125 Kommentare

Den Unmut eines Zürcher KMU über die Schweizer Post können viele Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet gut nachvollziehen. Beispiele für Schlampereien gibt es offenbar viele.

«Die so gerühmten Verteilzentren sind schuld», schreibt ein Leser auf Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Anlass ist ein Artikel über ein Zürcher KMU mit schlechten Erfahrungen mit der Schweizer Post.

«Die so gerühmten Verteilzentren sind schuld», schreibt ein Leser auf Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Anlass ist ein Artikel über ein Zürcher KMU mit schlechten Erfahrungen mit der Schweizer Post.
Bild: Keystone

Fast ein Drittel aller Leserkommentare auf Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtet von eigenen Erlebnissen mit der Post. Von einer Postkarte ist in einem Kommentar die Rede, aufgegeben in Leukerbad, abgesandt am 1. Juni, angekommen am 26. Juni. Differenz 26 Tage, inklusive Umweg ins benachbarte Ausland.

Ein anderer handelte sich eine 80-fränkige Mahngebühr und eine Betreibung bei einem DVD-Versand ein, weil die Post acht Tage statt einen brauchte für die Rücksendung. Bei einem dritten flatterte ein und derselbe Brief sechsmal hintereinander in den Briefkasten, obwohl der Empfänger schon seit zwei Jahren nicht mehr dort wohnte. «Die arrogante Haltung der Post habe ich auch erlebt», schreibt einer. «Immer wieder dasselbe. Hochmut!», ein anderer.

«Die Post soll aufhören, Kioske zu betreiben»

Immerhin: Auch in anderen Ländern sei es schlimm, nehmen andere Kommentierende die Schweizer Post zumindest etwas in Schutz. Zum Beispiel Italien (ein «schwarzes Loch, in dem Pakete verschwinden»), Spanien («betreibt ein schlimmes Spiel»), Brasilien, Griechenland, Russland oder Grossbritannien, wo bei Royal Mail pro Woche eine Million Briefe einfach verschwänden. «Immerhin», schreibt ein Leser, «hat die Schweizer Post jetzt auch ‹Global Standard› und ist mindestens so zuverlässig wie die Post in Zentralafrika.»

Mögliche Gründe für die Misere finden sich in den Kommentaren fast genauso viele wie eigene Erfahrungen. Schuld seien nicht die Postbeamten an der Front, sondern die so gerühmten Verteilzentren. Schuld sei die Schweiz, weil sie immer noch nicht zur EU-Zollunion gehöre. Schuld sei die voranschreitende Privatisierung. Schuld sei der Staatsbetrieb. Schuld sei die Tatsache, dass man in den Filialen vor lauter Produktauslagen die Schalter fast nicht mehr finde. «Die Post soll aufhören, Kioske zu betreiben, und dafür wieder mehr Qualität im Kernbereich erzielen.»

Die Lösung: Auf internationale Kuriere setzen wie DHL, TNT, DPD oder DH. Das sei zuverlässig und schnell. Oder die Sache selber in die Hand nehmen. «Wir fahren einmal wöchentlich von Zürich nach Deutschland, um die Post ins Ausland abzusenden», schreibt ein Leser.

(dj)

Erstellt: 29.07.2010, 16:33 Uhr

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125 Kommentare

Dani Bachi

14.10.2010, 22:16 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Im Ausland ist es noch schlechter!!! Dies ist eine der billigsten Ausreden, miserable Leistungen, wie die der CH Post, zu verharmlosen, gar zu rechtfertigen!!! Als würde ein Vergewaltiger behaupten, seine Tat sei halb so wild, denn er habe nur eine Frau vergewaltigt, andere hätten aber mehrere Frauen vergewaltigt!!! Nichts wird dadurch besser, nur weil es etwas noch schlechteres gibt!!! Antworten


Emil Roduner

29.07.2010, 08:23 Uhr
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Drei Wochen für einen A-Post-Brief? Das macht ja nicht einmal 0.5 Rappen Porto pro Tag...! Antworten



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