Wirtschaft
«Die Schweiz wird in der Krise interessanter»
Von Cornelia Krause. Aktualisiert am 24.03.2009 12 Kommentare
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Samih Sawiris, Jahrgang 1957, stammt aus einer der bedeutendsten ägyptischen Unternehmerfamilien. In Kairo aufgewachsen, studierte er Wirtschaftsingenieurswesen an der Technischen Universität in Berlin. Er ist heute Chef der Orascom Development Holding, die grosse Städte und Tourismusprojekte umsetzt. In Andermatt UR will Sawiris sechs Hotels, 710 Appartements, 30 Villen und Sportanlagen inklusive Golfplatz bauen. Sawiris ist verheiratet und Vater von fünf Kindern. Er wohnt in Kairo.
Herr Sawiris, Sie sind ab diesem Jahr ein Hauptsponsor des Lucerne Festivals. Welches Konzert werden Sie diesen Sommer auf jeden Fall besuchen?
Die Berliner Philharmoniker am 1. und 2. September. Ich wäre sowieso gekommen, ob Sponsor oder nicht.
Ab 2013 sollen dann auch vom Festival organisierte Konzerte in Ihrem Resort in Andermatt stattfinden. Was wäre dort Ihre Wunschveranstaltung?
Das ist ein Traum, ich weiss nicht, ob das technisch oder organisatorisch machbar ist, aber ein volles Orchester wäre schon eine tolle Sache.
Und dann auch die Berliner Philharmoniker?
Ja, träumen darf man doch.
Wie finden Sie mitten in der Wirtschaftskrise Zeit, sich überhaupt um Kunst zu kümmern?
Wir haben immer gesagt, dass diese Krise kommen wird. Weil wir sehr langfristige Projekte haben, mussten wir diese Krise einplanen. Wer das nicht einkalkuliert, ist einfach nicht seriös.
Waren Sie gut genug vorbereitet?
Ja, wir haben sehr wenig zu tun mit Banken, wir haben fast null Schulden. Unsere Hotels sind für uns sehr wichtig, weil sie permanente Cash Cows sind. Selbst wenn es einen Ausfall von 20 bis 30 Prozent gibt, haben wir positiven Cashflow.
Zuletzt hiess es, Sie drosseln in Andermatt das Tempo und bauen erst drei statt der geplanten sechs Hotels ...
Nein, das wurde aus dem Kontext gerissen. Ich sagte, wir brauchen diese sechs Hotels, weil Andermatt sonst nicht die kritische Masse erreicht. Aber die Flexibilität, die wir haben, gibt uns die Möglichkeit, selbst im schlimmsten Fall, wenn die Krise nicht nur zwei, sondern sagen wir fünf Jahre dauert, drei Hotels später zu bauen.
Aber das ist noch nicht entschieden?
Nein, dafür ist es viel zu früh.
Wie steht es denn um die Baugenehmigungen?
Wir reichen die Papiere für die endgültige Baugenehmigung
unseres ersten Hotels in den nächsten Wochen ein. Ansonsten sind alle Quartiergestaltungspläne, alle Zonen- und Volumenpläne, alles, was mit grundsätzlichen Genehmigungen
zu tun hat, erledigt. Wir hoffen, im April auf der Baustelle zu sein.
Sie haben mit dem Verkauf der Objekte noch nicht begonnen. Spüren Sie einen Nachfragerückgang?
Ich sage Ihnen eins: Die Schweiz ist, was Immobilien angeht, durch diese Krise viel interessanter geworden. Weil sie eine Sicherheit mitbringt, die kein anderes Land je gebracht hat. Hier fanden nie Preissprünge wie etwa in London oder auf Mallorca statt. In der Schweiz gab es keine Immobilienblase.
Laufen derartige Projekte im Ausland jetzt in der Krise schwieriger als in der Schweiz?
Hier sehe ich keine Krise. Ich weiss, dass sich auch in der Schweiz die Krise zeigen sollte oder könnte, aber derzeit
ist das nur Theorie. Man kann das nicht mit London vergleichen. Die Leute hier sind viel konservativer, viel vorsichtiger. Sie sind nicht so gierig nach Gewinn und ziemlich zufrieden mit dem, was sie haben. Sie bauen langsam auf, das ist eine sehr gesunde Einstellung. Die Schweiz ist ein krisenfestes Land, weil die Schweizer langfristiger denken als andere Völker. (NEWS)
Erstellt: 24.03.2009, 08:23 Uhr
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12 Kommentare
Wovon redet dieser Mann eigentlich, er sähe keine Krise in der Schweiz. Und das Immobilien in der Schweiz sehr interessant sind. Ist doch klar, diese feine Herr muss ja unter den erdrückenden Mietzinsen und Krankenkassenprämien nicht stöhnen. Er malt schönes Wetter und geniesst mit seinesgleichen. Aber wie ist das mit der normalen Bevölkerung, welche sich im täglichen Leben abstrampeln muss. Antworten
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