Wirtschaft
Die Suva will 250 Leben retten
Von Romeo Regenass. Aktualisiert am 04.10.2010 3 Kommentare
Extrem exponierte Arbeit: Spezialisten bewahren einen Fels vor dem Absturz auf die Autobahn Luzern–Stans. (Suva)
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Die Spezialisten der Firma Gasser Felstechnik aus Lungern OW, die den Fels befestigen und vor einem Absturz auf die Autobahn Luzern–Stans bewahren, sind in ihrer Arbeit extrem exponiert. Doch sie sind sich des hohen Risikos bewusst und durch ihren Arbeitgeber, dem Arbeitssicherheit über alles geht, auch bestens geschult.
Das ist auch nötig. Denn noch immer kommt es in Schweizer Betrieben zu knapp 100 tödlichen Unfällen pro Jahr. Ebenso viele Unfälle enden mit schwerer Invalidität. Mit 213 Toten in zehn Jahren hält das Bauhauptgewerbe, absolut gesehen, den Rekord in dieser traurigen Rangliste. In Relation zur Zahl der Beschäftigten ist die Forstwirtschaft jedoch mit Abstand am stärksten betroffen. Der Mittelwert des Todesfallrisikos pro 100'000 Versicherte liegt bei 62 Vorfällen in zehn Jahren. Am zweitgrössten ist das Risiko im Dach- und Fassadenbau; hier liegt der entsprechende Wert bei 39. Montagebetriebe kommen auf 29 Fälle pro 100'000 Versicherte, im Bauhauptgewerbe sind es lediglich 16.
Vom Baugerüst gestürzt
Oft stehen kleine Nachlässigkeiten hinter den schlimmsten Unfällen. Im Sommer 2009 etwa stürzte ein Bauarbeiter von einem Betoniergerüst zu Tode, bei dem bei einem Brett eine grosse Aussparung weggesägt war. Der Vorarbeiter hatte es zwar bemerkt, aber nicht reagiert. In einem anderen Fall hatte ein Bauarbeiter in der Abenddämmerung statt dem Ausgang in die Tiefgarage des Neubaus den danebenliegenden Zugang zum Liftschacht erwischt; er stürzte in die ungesicherte Bodenöffnung des nicht abgesperrten und offenen Liftschachts.
In ihrer «Vision 250 Leben» konzentriert sich die Suva auf die besonders tragischen Fälle, in denen Menschen ihr Leben verlieren. Das Ziel der Präventionskampagne: Bis 2020 sollen 250 Menschen weniger als Folge eines Betriebsunfalls den Tod erleiden.
Appell an die Arbeiter
Jeder zweite Berufsunfall ereignet sich, weil die Gefahren am Arbeitsplatz unterschätzt und die Sicherheitsregeln nicht eingehalten werden. Damit sich in der Sache etwas tut, appelliert die Suva auch an die Arbeiter selbst: Jeder soll ohne Angst vor Schikanen Stopp sagen können, wenn Sicherheitsregeln nicht eingehalten werden oder ein zu grosses Risiko eingegangen werden muss. «Wenn Gefahr für Leben und Gesundheit droht, sage ich Stopp und informiere den Vorgesetzten», steht im Merkblatt. «In solchen Fällen habe ich das Recht, meine Arbeit zu unterbrechen.»
Für die «Vision 250 Leben» arbeitet die Suva eng mit Arbeitnehmern, Arbeitgebern sowie Verbänden und Gewerkschaften zusammen. Unter anderem soll die Zahl der nicht angekündigten Kontrollen am Arbeitsplatz erhöht werden. Jeder Arbeitnehmer habe schliesslich ein Recht darauf, gesund von der Arbeit zurückzukehren.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 04.10.2010, 13:48 Uhr
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3 Kommentare
Die Schlaumeier von der SUVA vergessen natürlich zu sagen, dass im Forstgewerbe lediglich (im Jahre 2008) 5'752 Personen beschäftigt sind - hier von 62 Vorfällen auf 100'000 Beschäftigte in 10 Jahren (!) zu sprechen ist verlogen. In absoluten Zahlen gesprochen heisst das doch, dass im Forstgewerbe in 10 Jahren (!) real 3.5 Personen zu Tode kommen. Das ist in 10 Jahren wohl kaum zu vermeiden! Antworten
Wenn zuhemend auch erschoepfte Arbeitsunfaehige mit Rentenklau, anderem Psychoterror, Medikamentendopingkeule und "Berentung" des Arbeitgebers statt des Leistungsunfaehigen zu Vollzeit"arbeit" getrieben statt zeitlich angemessen entlastet werden, gefaehrden diese Opfer moderner Sklaverei nicht nur sich selbst, sondern auch Andere je laenger je mehr statt weniger.... Antworten
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