Wirtschaft
Die ZKB weiss nichts von einem Ermittlungsverfahren in den USA
Von Bruno Schletti. Aktualisiert am 06.09.2011 21 Kommentare
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Seit längerem zirkuliert eine Liste mit Namen von Schweizer Banken, die ins Visier der US-Justiz geraten sein sollen. Neben der Credit Suisse, (CSGN 19.09 -1.39%) gegen die im Bundesstaat Virginia Klage erhoben worden ist, werden unter anderen die Vermögensverwalter Julius Bär (BAER 31.29 0.68%) und Wegelin genannt, aber auch die Kantonalbanken von Zürich und Basel. Die «SonntagsZeitung» hatte die Namen im Januar erstmals ins Spiel gebracht, mit Berufung auf die «New York Times» beziehungsweise einen US-Steueranwalt.
Ein gut informierter Vertreter der Schweizer Bankenszene bestätigt, dass keiner der immer wieder erwähnten Banknamen fälschlicherweise genannt werde. Zudem seien die betroffenen Banken darüber informiert, dass die US-Justiz gegen sie ermittle.
Davon will man bei der Zürcher Kantonalbank nichts wissen. «Wir haben keine Kenntnis davon, dass in den USA eine Untersuchung gegen uns im Gang ist», sagt Sprecher Urs Ackermann. Er bestreitet auch, dass die Zürcher Staatsbank – im Gegensatz zur Basler – von der «New York Times» namentlich erwähnt worden sei. Inzwischen wird die ZKB in amerikanischen Medien aber sehr wohl genannt – beispielsweise gestern im «Wall Street Journal».
ZKB taucht in der Klageschrift auf
So oder so gibt es für das Zürcher Institut keinerlei Entwarnung. Da ist die oben erwähnte Anklageschrift gegen sieben Credit-Suisse-Banker. Darin werden auch andere Schweizer Banken beschuldigt, US-Kunden mit unversteuerten Vermögenswerten von der Credit Suisse übernommen zu haben. Mehrfach erwähnt wird dabei auch die Zürcher Kantonalbank. Zwar wird diese nicht namentlich genannt. Eine «Kantonalbank, die ganz im Besitz des Kantons Zürich ist», gibt es aber bekanntlich nur eine.
In der Zürcher Bankenszene wurde immer wieder kolportiert, dass die ZKB von den Grossbanken US-Kunden übernommen habe, nachdem die UBS ins Visier der amerikanischen Steuerbehörden geraten war. Darauf angesprochen, heisst es bei der ZKB: «Dazu äussern wir uns nicht.» Ackermann weist darauf hin, dass sich die ZKB Mitte 2009 offiziell aus dem US-Geschäft verabschiedet habe. Von Kunden mit Wertschriften und mit Domizil USA habe man sich getrennt. Von US-Personen mit Wohnsitz Schweiz verlange man das Formular W-9 – ein Steuerformular der US-Finanzverwaltung, das die Steuersituation des betreffenden Kunden beglaubigt.
Dass Kantonal- und Privatbanken in den Jahren 2008 und 2009 noch US-Kunden von Grossbanken übernommen hatten, löst vielerorts Kopfschütteln aus. «Völlig unbegreiflich», heisst es etwa unter Credit-Suisse-Mitarbeitenden in den USA. Es fallen Begriffe wie «arglos» oder «Schlaumeierei».
Fragwürdige Zusammenarbeit
Getrennt hat sich die ZKB auch von externen Vermögensverwaltern mit US-Kunden. Für diese stellte sich die ZKB als Depotbank zur Verfügung. Die Vermögensverwalter deponierten die Vermögen ihrer Kunden bei der Staatsbank, ohne dass diese über den Steuerstatus dieser Kundschaft Bescheid wusste. Depotbank war die ZKB etwa für die Neue Zürcher Bank (NZB), bei der unter anderem ein Team ehemaliger UBS-Mitarbeiter wirkte.
Die US-Justiz wurde schnell auf die NZB aufmerksam. Sie klagte gegen Hansruedi Schuhmacher, den ehemaligen Private-Banking-Chef der Bank, wegen Beihilfe zum Steuerbetrug. Diese Klage hing wie ein Damoklesschwert über der erst 2000 gegründeten Bank. Vor einem halben Jahr entzog sie sich der Verantwortung, indem sie sich mit der Rückgabe ihrer Lizenzen selbst aus dem Verkehr zog. Ein Wörtchen mitgeredet hat dabei die Hauptaktionärin der NZB – die zur niederländischen Rabobank gehörende Bank Sarasin. Das Basler Institut war mit 40 Prozent an der NZB beteiligt und hatte zuvor bereits angekündigt, eine Mehrheit übernehmen zu wollen. Dazu kam es aber nicht mehr. Die Risiken waren für Sarasin zu gross geworden.
Bei der ZKB befürchtet man nun, dass nach dem Rückzug der NZB aus dem Geschäft die Probleme an der Staatsbank hängen bleiben. Motto: Gibt es die NZB nicht mehr, gehen die US-Behörden auf die Depotbank los. Allerdings hätte die Kantonalbank gewarnt sein müssen. Schon im Fall des verdeckten Beteiligungsaufbaus an Sulzer spannte sie mit der NZB zusammen. Das Verfahren der Aufsichtsbehörde Finma in diesem Fall endete mit einer Rüge an die Adresse der ZKB. Bei der NZB setzte die Finma auch personelle Massnahmen durch.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 06.09.2011, 06:09 Uhr
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21 Kommentare
Hoffentlich wird jetzt dieser verlogene Saustall endlich ausgemistet. Viele, sehr viele Ausländer haben mit Schwarzgeld Land in der Schweiz gekauft und darauf Häuser gebaut. Wir selber müssen alles deklarieren und rechtfertigen. Wenn dann bald mal auch viele unserer Politiker einsehen, dass dieser unehrliche Weg ins Chaos führt und uns Schweizer schadet, dann haben wir schon vieles erreicht. Antworten
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