Wirtschaft
Die falsche Rolex bleibt am Zoll
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Weihnachtszeit ist auch Reisezeit. Neben dem absoluten Spitzenmonat Juli verzeichnen die Reisebüros um Weihnachten hohe Buchungszahlen. Destinationen wie die Türkei oder Thailand stehen hoch im Kurs – beides Reiseziele, in denen man als Tourist auch auf Händler mit gefälschten Markenprodukten trifft.
Eine Prise Abenteuerlust, Naivität oder Gedankenlosigkeit spielen wohl eine Rolle, wenn sich Touristen im Ausland zum Kauf überreden lassen. Der tiefe Preis lockt.
Aber Achtung. Während gefälschte Handelsware schon früher verboten war, ist der Import gefälschter Markenartikel für den privaten Gebrauch erst seit dem 1. Juli 2008 untersagt. Die neuen Artikel im Schweizer Patentgesetz sehen aber keine Strafen vor. In der Europäischen Union ist dies anders. In Frankreich und Italien müssen zum Beispiel private Besitzer von Fälschungen eine Busse im Wert des Originalprodukts bezahlen.
Jeder Vierte kauft Fälschungen
In der Schweiz riskiert, wer gefälschte Ware aus den Ferien zurückbringt, höchstens, dass der Zoll diese einzieht und vernichtet. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Reisende ein-, aus- oder auch nur durchreist. Der Zöllner kann zudem den entsprechenden Markeninhaber benachrichtigen. Bei Touristen wird dies jedoch selten gemacht.
Der grösste Schweizer Reiseanbieter Kuoni weist in den Reiseunterlagen seine Kunden darauf hin, dass die Einfuhr von gefälschten Waren verboten ist.
Die Schweizer Wirtschaft verliere durch Fälschungen und Produktpiraterie jährlich rund 2 Milliarden Franken, schreibt der Schweizer Markenartikelverband Promarca. Bei den neuen Gesetzen geht es um den Schutz der Originalhersteller. Wie sorglos die Konsumenten mit gefälschten Markenprodukten umgehen, zeigt eine Studie von Ernst & Young. Gemäss dieser kauft jeder vierte Westeuropäer Fälschungen. «Dabei kümmern sich die Konsumenten zu wenig um die Folgen. Denn der Kauf gefälschter Ware unterstützt Kriminelle», sagt Anastasia Li-Treyer, Direktorin von Promarca. Sie ist auch Präsidentin der Schweizer Plattform Stop Piracy. Die Fälschungsindustrie lasse die Ware oft durch Kinderarbeit herstellen und sei in vielen Fällen Teil des organisierten Verbrechens, ergänzt Li-Treyer.
Die meisten Fälschungen aus China
In Informationskampagnen macht Stop Piracy auf diese Sachverhalte aufmerksam. Zum Beispiel jüngst als Stop Piracy medienwirksam auf dem Flughafen Bern-Belp gefälschte Uhren mit einer Bauwalze vernichtet liess.
Der Schweizer Zoll hat 2009 fast doppelt so viele gefälschte Waren und Piraterieprodukte aus dem Verkehr gezogen wie 2008. Gefälschte Waren führten zu total 2402 Interventionen des Schweizer Zolls. Im Handelswarenverkehr griff der Zoll in 1622 (1176) Fällen ein. Im Reiseverkehr tat er dies in 780 (121) Fällen. Die Zahlen für das laufende Jahr wird die Eidgenössische Zollverwaltung im Februar publizieren.
Weiterhin am häufigsten beschlagnahmt die Zollverwaltung gefälschte Taschen, Kleider, Schmuck, Medikamente und Uhren. Die meisten Fälschungen stammen mit über 70 Prozent aus China. Auch die Fälschungen auf Touristenmärkten in der Türkei und Thailand stammen meist aus China. Gefälschte Medikamente sind oft indischer Herkunft.
63 Firmen stellten Antrag
Damit die Zöllner gezielt nach Fälschungen Ausschau halten und diese im Verdachtsfall beschlagnahmen, muss der Hersteller des jeweiligen Markenprodukts einen Antrag stellen. 63 Unternehmen nehmen diesen Service in Anspruch, sie zahlen der Zollbehörde dafür einige Tausend Franken Gebühren pro Jahr. Der Zoll kann aber auch im Verdachtsfall ohne Antrag Waren zurückbehalten.
Am Flughafen Bern-Belp: In regelmässigen Kampagnen macht Stop Piracy auf die Fälschungsindustrie aufmerksam.Foto: Keystone (Der Bund)
Erstellt: 17.12.2010, 12:15 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
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