Wirtschaft
Die fürstlichen Löhne der Credit Suisse
Von David Vonplon. Aktualisiert am 11.02.2010 21 Kommentare
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6,7 Milliarden Franken Jahresgewinn kann die Credit Suisse (CSGN 23.64 -2.92%) 2009 für sich verbuchen. Die Bank nimmt damit Abschied von der Finanzkrise - und davon profitieren auch die Mitarbeiter: Trotz leicht rückläufigem Personalbestand stiegen bei der Grossbank die Ausgaben für Löhne und Boni um 13 Prozent.
Insgesamt entfallen in der Jahresrechnung 2009 auf den Posten «compensation and benefits» 14,97 Milliarden Franken. Teilt man diese Summe durch die Anzahl Mitarbeiter (47'600), verdiente jeder Mitarbeiter 314'000 Franken im Jahr. Damit ist das Durchschnittssalär im Vergleich zum letzten Jahr noch einmal deutlich gestiegen: 2008 waren es noch 275'000 Franken.
Fast 7 Milliarden Boni
Auch greift die CS wieder tüchtig in den Bonustopf: 6,85 Milliarden Franken warf die Bank für die variable Vergütung ihrer Mitarbeiter auf. Pro Kopf sind das bei der Credit Suisse 144'000 Franken Boni für das abgelaufene Jahr. 60 Prozent davon erhalten die Mitarbeiter in Cash, die restlichen 40 Prozent werden erst später ausbezahlt, und das abhängig vom Abschneiden der Bank in den kommenden Jahren. Das alles listet die Grossbank fein säuberlich auf - im Gegensatz zur UBS, welche die aufgeschobenen Vergütungen nicht publiziert.
Trotz der nach wie vor äusserst grosszügigen variablen Vergütungen, rühmt sich die Credit Suisse, sie sei bei der Auszahlung der Boni auf die Bremse gestanden: Gegenüber 2007, dem letzten Gewinnjahr der Credit Suisse, sind die variablen Vergütungen um 21 Prozent gesunken; damals betrugen sie noch 180'000 Franken. Die Reduktion des Bonuspools steht im Gegensatz zur Entwicklung an der Wallstreet: Dort wird erwartet, dass für das abgelaufene Jahr 40 Prozent mehr Boni verteilt werden.
Keine Cash-Boni für CS-Chefs
Der CS-Geschäftsleitung erhält in bar für 2009 vorerst überhaupt keine Boni: Diese werden schrittweise in den nächsten Jahren ausbezahlt, und das nach Massgabe von Leistungskriterien. Die CS-Chefs dürften trotzdem nicht in Liquiditätsschwierigkeiten geraten: Neben seinem Jahressalär von geschätzen rund 15 Millionen Franken (variable Vergütungen inklusive), fliessen CEO Brady Dougan Ende März aus einem vor fünf Jahren gestarteten Bonusprogramm je nach Entwicklung des Aktienkurses bis zu 35 Millionen Franken in die Tasche. Private-Banking-Leiter Walter Berchtold und Investment-Banking-Chef Paul Calello dürfen sich auf je rund 25 Millionen Franken freuen.
Weniger voll als in den Jahren zuvor sind die Bonustöpfe der CS-Investmentbanker: Nach der Auflösung früherer Rückstellungen leistungsbezogener Personalkosten betrage das Verhältnis zwischen Vergütung und Ertrag 2009 den historischen Tiefstwert von bloss 41 Prozent, so die Bank.
Trotz der Abstrichen bei den Boni: Alles in allem erweist sich die Credit Suisse im internationalen Vergleich als eine der besten Adressen. Durchschnittlich verdienen CS-Mitarbeiter mehr als ihre Kollegen bei der Konkurrenz. Der Branchenprimus bleibt aber das Geldhaus Goldman Sachs: Seine 31'700 Angestellten verdienten im abgelaufenen Jahr im Schnitt 548'000 Franken. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 11.02.2010, 15:06 Uhr
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21 Kommentare
Signalisieren diese Zahlen vielleicht das Wissen der Banker ueber den drohenden Zusammenbruch der Weltwirtschaft , und wie sie sich persoenlich an ihren institutionen bereichern vor deren Zahlungsunfaehigkeit? ......und Nationaler Unwilligkeit/Faehigkeit diese Schuld zu bezahlen? Antworten
Fürstlichen Löhne oder das große Tabu: Verarmung der Gesellschaft durch private Geldschöpfung. Das Finanzsystem wäre so zu verändern, dass nicht mehr die Banken das Geld durch Kredite schöpfen, bei einer Kapitaldeckung von gerade einmal 8% oder weniger, sondern der Staat das Geld selbst schöpft und in angemessenem Umfang im öffentlichen Interesse in Umlauf bringt, bzw. ausgibt. Antworten
Die Berechnung des Durchschnittsbonus ist ein Witz und dient lediglich dazu, das Volk aufzuhetzen. Ohne die Zahlen der obersten 200 Bezüger würde der Durchschnitt wohl etwa bei 30'000 Franken liegen, doch offensichtlich ist dies zu schwierig zu berechnen. Antworten
Da bleibt einem die Spucke weg - 7'000 Millionen Bonus für ein einziges Jahr, bei einem Gewinn in gleicher Höhe ... Das geht doch einfach nicht auf. Wann endlich begreifen die Banken, dass sie eine volkswirtschaftliche Verpflichtung haben und ihr Job nicht darin besteht, sich selber zu bereichern? Es wird ja nicht mal für den Aktionär gearbeitet - sondern vornehmlich in die eigene Tasche - TRAURIG Antworten
Die Crédit Suisse verdankt ihr Glanzresultat also den Nationalbanken und ihren Gratis-Finanzspritzen, mit anderen Worten der Allgemeinheit. Diese erhält von der CS aber gar nichts zurück. Die oberen Angestellten streichen unsäglich hohe Saläre ein, während gleichzeitig die Arbeitslosengelder und die Pensionskassenumwandlungssätze gekürzt werden sollen. Das spottet jedem Gerechtigkeitsempfinden. Antworten
6 Jahre Medizinstudium, wahrscheinlich nochmals mind. 6 Jahre als Assistenzarzt,12-14 Stunden Arbeitstage (plus Wochend-/ Nachtdienst usw), dafür so im Schnitt ein Lohn von 5'600.- Fr im Monat..Ich glaub, ich spinne! Das kann ja nicht sein, dass ein paar Bänkler so viel im Schnitt verdienen..Das ist einfach nicht fair..Da verspür ich den puren Neid.Wo muss ich mich für einen Job bei der CS melden? Antworten
Die Boni der CS sind weit mehr verdient, als diejenigen von Goldman Sachs. Letztere musste bekanntlich durch den Staat gerettet werden (AIG-Schulden). Ich freue mich, dass es der CS gut geht, dass sie bald wieder Steuern zahlen wird und mag jedem Einzelnen seinen Bonus gönnen. Wird unserer Wirtschaft gut tun.... Antworten
Es hätte die CS "nur" einige hundert Millionen gekostet,wenn sie die Kleinsparer die mit den Lehman Papieren ins Messer gelaufen sind,grosszügig entschädigt hätten.Kein Verhältnis zu den Boni! Das wäre ein positives Zeichen gewesen! Ob wohl die Raumpflegerinnen bei der CS auch an diesem monumentalen Geldsegen adequat beteiligt sind? Ich wage das zu bezweifeln. Antworten
Scheint ja wieder alles in Ordnung zu sein in der Finanzwelt.Geld für grosszügige Saläre ,Geld für Milliarden Boni.Nur für eine anständige Verzinsung der Pensionsgelder fehlt das Geld. Wer sich nicht übers Ohr hauen lassen will weiss was er am 7. März zu stimmen hat! Antworten
Mal naiv gefragt. Woher kommen diese horrenden Renditen bzw. Gewinn? Irgendjemand muss da doch verlieren bzw. von der Bank abgezockt werden? Wer? Wir Spaarer und Kleinkrämer? Sowas ist doch einfach nicht normal. Die Bank ist doch nur der Verwalter von Geld und streicht sich eine Provision dafür ein, aber doch nicht in dem Masse. Bin leider SW-Entwickler und kein BWLer. Verstehe diese Logik nicht. Antworten
Solche Berechnungen sind nichtssagend. Geschätzt über 80% der CS wird niemals diese Beträge verdienen. Weder Grundsalär noch Bonus. Es sind ein paar "Top-Manager", die Millionen verdienen und gross abkassieren. Der Rest verdient normal. Solche Berechnungen dienen nur dazu, dass die Leute meinen, alle Banker verdienen ein Vermögen. Wer nicht im Top-Kader ist, verdient gut, aber kein Vermögen! Antworten
Ja 314th Fr pro Banker! Wers glaubt! Da bekommen nur einige wenige viel Geld und der Rest? Dem werde Kürzungen bekannt gegeben. Sie werden in den Bändern (Lohnstuffe) zurück gestuft. Die externen Mitarbeiter werden noch weiter im Stundensatz gedrück so das nicht mehr existieren können. Die welche die Krise auslösten sonnen sich nun. Danke BR die Gewinne sollten als wieder gutmachtung in die WI. Antworten
Mitleid kann man mit der Bankergilde (milde ausgedrückt) bekommen, keinen Neid! Mitleid deshalb, weil dies der Hauptgrund dafür ist, dass sie sich in der Realität nicht mehr zurechtfinden - und somit bei einem Stellenverlust kaum noch vermittelbar sein werden! Antworten





roman gattlen
Wenn für die Geschädigten -die von CS 100%ig kaptitalgeschützten LB-Schrott abgekauft haben- auch noch ein paar Brosamenb abfallen würden! Träumen kann man immer ! Wut nützt weniig! Antworten