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Die grössten Sorgen der Schweizer Privatbankiers
Aktualisiert am 12.01.2012 10 Kommentare
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Die Schweizer Privatbankiers machen sich Sorgen um die Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes Schweiz. Das Umfeld sei vielleicht das schwierigste der vergangenen Jahrzehnte, sagte Nicolas Pictet, Präsident der Vereinigung Schweizerischer Privatbankiers heute vor den Medien in Bern.
«Der Marktzugang wird immer schwieriger und der Protektionismus im Finanzbereich in Form von strengeren Vorschriften zum Anlegerschutz nimmt immer grössere Ausmasse an», sagte Pictet. Zwar seien strengere Regeln - etwa das «Too big to fail»-Gesetz - für systemrelevante Banken sinnvoll. Für Privatbanken müssten aber andere Massnahmen getroffen werden.
«Es soll nicht eine gesamte Berufsgruppe für die Fehler einiger weniger bestraft werden», sagte Pictet. Es werde noch zu wenig auf die verschiedenen Banken eingegangen. So bleibe noch viel zu tun für die internen Rahmenbedingungen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit in der Schweiz.
Pictet bedauert Abgang von Hildebrand
Auf den Rücktritt von SNB-Chef Philipp Hildebrand angesprochen reagiert Pictet mit Bedauern. Er erwarte dadurch aber keine Auswirkungen auf den Bankenplatz Schweiz. «Auch für uns Privatbankiers hat sich wegen des Rücktritts nichts geändert», hielt Pictet in Bern fest. Überdies erwartet Pictet von der SNB keinen Kurswechsel betreffend Bankenregulierung.
Pictet bezeichnete Hildebrand als einen Mann mit grossen Qualitäten. Nun gelte es die Nachfolge so rasch wie möglich zu regeln, damit die SNB keinen Schaden nehme. Ausserdem sei es wichtig ein schärferes Reglement für die Direktoriumsmitglieder ins Auge zu fassen, so Pictet weiter.
Kein Kommentar zu Bank Wegelin
Die Anschuldigungen der USA gegenüber der Bank Wegelin - einem Mitglied des VSPB - will Pictet nicht kommentieren. «Der Inhalt der Verhandlungen ist mir nicht bekannt», sagt er.
Es sei aber den Schweizer Banken bewusst geworden, dass es nicht genüge, nur Schweizer Recht einzuhalten. In bestimmten Bereichen und unter bestimmten Umständen müsse auch das ausländische Recht respektiert werden, sagte Pictet. Banken hätten sich vorbereitet und verfügten über Handbücher mit den Regeln im grenzüberschreitenden Geschäft.
Wettbewerbsfähigkeit oberste Priorität
Daneben sprachen die Privatbankiers auch die Steuerabkommen mit Deutschland und Grossbritannien an. Dieses wird von den Privatbankiers zwar unterstützt, doch «kein bedeutender Finanzplatz hat Massnahmen ergriffen, die an die Steuerabkommen heranreichen, welche die Schweiz mit Deutschland und Grossbritannien unterzeichnet hat», sagte Vizepräsident Christoph Gloor.
Der internationale Marktanteil von Schweizer Instituten im grenzüberschreitenden Private Banking sei zwar mit knapp 30 Prozent bedeutend. «Die andern Finanzplätze, die weltweit über 70 Prozent dieser Vermögen verwalten, kümmern sich aber nicht um diese Problematik.» Es sei daher nötig, dass die Konkurrenzfähigkeit der Schweiz in anderen Bereichen gestärkt werde.
Gloor zieht hierfür den 2009 veröffentlichte Bericht «Strategische Stossrichtung für die Finanzpolitik der Schweiz» heran. Dieser habe die Prioritäten genau festgehalten. Zuerst müssten die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt und den Marktzutritt verbessert werden.
Danach gehe es darum, die Stabilität der Schweizer Finanzinstitute zu sichern und deren Integrität zu stärken. «Die Umsetzung der vom Bundesrat definierten strategischen Stossrichtungen erfolgt in umgekehrter Reihenfolge», gibt Gloor zu bedenken und betont: «Die Wettbewerbsfähigkeit ist eine Grundvoraussetzung dafür, dass die Arbeitsplätze in der Schweiz erhalten bleiben und weiterhin genügend Fachkräfte zur Verfügung stehen.»
(wid/sda)
Erstellt: 12.01.2012, 15:31 Uhr
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10 Kommentare
Das Ansehen und die Schweizer Banken wurden massiv geschädigt. Das Traurige daran, ein ehemaliger Bundesrat und Obereidgenoss, der an allen Reden das Bankgeheimnis als höchstes Schweizergut dargestellt hat, der Zerstörer, der Schweizer Glaubwürdigkeit im Ausland ist. Guet Nacht Helvetia Antworten
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