Wirtschaft
Die neue Klassengesellschaft
Von Philipp Löpfe. Aktualisiert am 22.02.2012 35 Kommentare
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Die Autoindustrie ist nach wie vor die grösste der Welt, und Autoverkäufe gelten als einer der zuverlässigsten Konjunkturindikatoren. So gesehen sieht die kurzfristige Zukunft der europäischen und der amerikanischen Wirtschaft sehr unterschiedlich aus. In Europa sind die Autoverkäufe eingebrochen: Letztes Jahr wurden in der EU rund 13 Millionen Neuwagen registriert, das sind 2,5 Millionen weniger als vor der Wirtschaftskrise im Jahr 2007. Besonders heftig erwischt hat es dabei die Club-Med-Länder: In Frankreich sanken die Autoverkäufe um 2, in Italien um 11 und in Spanien um 18 Prozent.
In den USA hingegen haben sich die Aussichten aufgehellt. Detroit hatte 2011 das beste Jahr seit 2007. Und in diesem Januar sind die Verkäufe gegenüber dem Vorjahr um 11,4 Prozent gestiegen. Auf das ganze Jahr hochgerechnet, werden in den Vereinigten Staaten nun jährlich wieder mehr als 14 Millionen Autos verkauft. Erstaunlich auch, dass dieser Zuwachs vor allem auf Kleinwagen zurückzuführen ist. Sie haben rund 20 Prozent zugelegt, die massigen Trucks hingegen bloss 3,7 Prozent.
Die Europäer sind unter Druck der Asiaten
Die Autoverkäufe variieren nicht nur nach der Geografie, sondern es bildet sich auch eine neue «Auto-Klassengesellschaft» heraus. Die Luxusmarken Mercedes, BMW und die VW-Tochter Audi boomen und müssen Sonderschichten einlegen, um die Nachfrage zu bedienen. Für den europäischen «Auto-Mittelstand» hingegen sieht es düster aus: Peugeot-Citroën, Fiat, Opel und Renault kämpfen mit schwindenden Marktanteilen und roten Zahlen. Peugeot meldet einen Jahresverlust von 92 Millionen Euro, bei Fiat sind es gar 500 Millionen Euro und die GM-Tochter ist 747 Millionen Dollar in den Miesen.
Die europäischen Mittelklasse-Hersteller geraten zudem immer stärker unter Druck der Konkurrenz aus Asien. Hyundai und Kia bauen ihre Kapazitäten in Tschechien und der Slowakei aus und überschwemmen den europäischen Markt mit preisgünstigen Wagen. Selbst die Chinesen wollen von Bulgarien aus den europäischen Markt mit billigen Mittelklasse-Modellen aufrollen. Kein Wunder schiessen die Fusionsgerüchte wieder einmal ins Kraut: VW übernimmt Peugeot, Fiat tut sich mit Mazda zusammen, GM lässt Opel fallen, heisst es beispielsweise.
Auf fast unheimliche Art widerspiegelt der Automarkt derzeit die Situation auf dem Weltmarkt: Die Superreichen heben ab, der Mittelstand gerät unter Druck – und Europa verliert den Anschluss. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 22.02.2012, 13:40 Uhr
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35 Kommentare
Seltsamer Artikel. Unter der Überschrift 'Die Auto-Luxusklasse mit BMW, Mercedes und Audi boomt' wird geschrieben, 'Europa verliert den Anschluss'. Woher kommen denn BMW, Mercedes und Audi?
Und was ist mit VW? Der Konzern fertigt vorwiegend Mittelklassefahrzeuge und hat gerade Toyota als grössten Automobilproduzenten abgelöst.
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