Die neueste Zürcher Zeitung
Aktualisiert am 30.04.2010 32 Kommentare
Neuer Tages-Anzeiger
Auch der Tages-Anzeiger verändert seinen Auftritt. Am 29. September erscheint der Tagi in einem neuen Layout und in einer neuen Blattarchitektur. In den nächsten Tagen informieren Tages-Anzeiger und Tages-Anzeiger Online laufend über die Neuerungen – bleiben Sie dran.
NZZ-Chefredaktor Markus Spillmann rechnet offenbar mit dem Schlimmsten: «Wir wollen unsere überaus treue Stammleserschaft nicht vor den Kopf stossen», schrieb er in der gestrigen Ausgabe, die das neue Erscheinungsbild der altehrwürdigen «Neuen Zürcher Zeitung» ankündigte. Jetzt kann sich der geneigte Leser selbst ein Bild machen vom neuen Kleide, das sich die 230 Jahre alte Tante überzieht: Die NZZ erscheint heute Mittwoch erstmals in verändertem Layout und mit einer umgestalteten Blattarchitektur.
Gestalterische Frivolitäten waren nicht zu erwarten – und sind nicht anzuklagen: Das neue Layout, entworfen von der Kölner Agentur Meiré-Meiré, arbeitet mit fünf statt wie bisher mit vier Spalten, das Redesign setzt auf eine gepflegte, unaufgeregte Typographie, ist übersichtlich und überrascht da und dort mit für NZZ-Verhältnisse geradezu verschwenderisch viel Weissraum. Besser jetzt die Leserführung. Und zur neuen Übersichtlichkeit trägt die Hierarchisierung der Titelgrössen bei.
Vielversprechend ist die Verwendung der Bilder in der ersten Ausgabe der neuesten Zürcher Zeitung: Die Fotos sind von hoher Qualität, grosszügig aufgemacht und setzen so Seitenakzente. So viel Modernität, so viel Sinnlichkeit, darf man mit Sicherheit selbst der «treuen Stammleserschaft» zumuten - denn, mit Verlaub, so modern ist das ja alles nicht, vielmehr entspricht es dem internationalen Standard.
Neu umfasst die «Neue Zürcher Zeitung» drei Bünde: Politik, Wirtschaft und Feuilleton. Jeweils von der Bundrückseite her, gleichsam im Rückwärtsgang, rollen die Kollegen von der Falkenstrasse die Grossthemen Sport, Wissenschaft, Bildung, Gesellschaft und Leben auf. Das Feuilleton, also einer der drei Bünde, leistet sich die Grille, weiterhin vierspaltig aufzutreten; der Distinktionsgewinn gegenüber der Restzeitung, so heisst es, sei der persönliche Erfolg von Feuilletonleiter Martin Meyer.
Die Form allein wendet das Blatt nicht
Wer die Verhältnisse bei der NZZ kennt, weiss: Die grössten Gegner jeglicher Neuerung sind nicht selten die Redaktoren selbst. Und so wird ein Erfolg des Relaunches vor allem davon abhängen, ob die Redaktion im Tagesgeschäft geschlossen und entschlossen genug die Möglichkeiten des neuen Auftritts nutzt und umsetzt. Im Interesse der Leserschaft ist der Redaktionsführung um Spillmann bei dieser grossen Herausforderung viel Glück zu wünschen.
(MMA.)
Erstellt: 30.04.2010, 13:56 Uhr
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32 Kommentare
Ein Erfolg des Relaunches ist nicht automatisch ein Erfolg beim Publikum. Die Redaktoren wehren sich zum Beispiel zurecht gegen die Devise "Mehr Bilder statt Texte". Ich möchte als Leser Informationen und Argumente haben und keine Bilder, die unkommentiert zur Belustigung abgedruckt werden. Ich will wissen, was Herr Medwedew zu sagen hat, nicht, wie er aussieht... Antworten
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