Economiesuisse: Mehrere Multis könnten Schweiz verlassen

Nach dem Ja zur Abzockerinitiative könnten laut Economiesuisse-Präsident Wehrli mehrere grosse Unternehmen das Land verlassen. Aus Gesprächen wisse er, dass dies als reales Szenario geprüft werde.

Namen von Unternehmen nannte Wehrli nicht: Der Economiesuisse-Chef.

Namen von Unternehmen nannte Wehrli nicht: Der Economiesuisse-Chef. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Nach der Annahme der Abzockerinitiative haben gemäss Economiesuisse-Präsident Rudolf Wehrli mehrere internationale Unternehmen darüber nachgedacht, die Schweiz zu verlassen. «Die Pläne zum Wegzug sind ausgearbeitet», sagte Wehrli in der «Rundschau» von SRF 1 von heute Abend.

Der Beitrag wurde schon zuvor auf der Internetseite von SRF aufgeschaltet. Es handle sich dabei um «mehrere grosse Unternehmen», sagte der Präsident des Wirtschaftsdachverbands.

«Keinen Grund für ein Köpferollen»

«Ich weiss aus meinen konkreten Gesprächen, die ich mit Führungsspitzen von grossen, börsenkotierten Firmen führe, dass das durchaus reale Szenarien sind, die da geprüft werden. Es ist aber ganz selbstverständlich, dass diese Firmen das nicht im Vorfeld der Öffentlichkeit erzählen. Sie warten jetzt die nächsten paar Monate der Entwicklung ab. Aber die Pläne zum Zügeln sind ausgearbeitet.»

«Sie haben Optionen, wo sie hingehen wollen», sagte Wehrli. Namen von Unternehmen wollte er selber im «Rundschau«-Beitrag auf Nachfrage hin nicht nennen.

Zur Niederlage von Economiesuisse am Sonntag in der Abstimmung zur Abzockerinitiative räumte Wehrli ein, der Wirtschaftsdachverband habe ein Glaubwürdigkeitsproblem. Es gebe aber «keinen Grund für ein Köpferollen». Die Führungsmannschaft werde nicht ausgewechselt. «Wir liegen nicht am Boden», sagte Wehrli. (wid/sda)

Erstellt: 06.03.2013, 22:05 Uhr

Artikel zum Thema

«Economiesuisse ist überhaupt nicht mehr glaubwürdig»

Swatch-Chef Nick Hayek rechnet mit dem Wirtschaftsdachverband ab. Dieser liege auf der Intensivstation und wolle immer noch Arzt spielen. Mehr...

Economiesuisse will doch noch Lehren aus der Niederlage ziehen

Der Verband plant nach dem Nein zur Abzockerinitiative eine Manöverkritik. Dies, obwohl sein Präsident bereits erklärte: «Wir haben nichts falsch gemacht.» Mehr...

«Die Niederlage ist ein statistischer Ausreisser»

Economiesuisse sieht in der historischen Abfuhr einen Einzelfall. BDP-Chef Martin Landolt fürchtet hingegen einen nachhaltigen Stimmungswandel. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Werbung

Kommentare

Service

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Die Welt in Bildern

Blas mir in die Muschel: Ein australischer Aborigine begrüsst in Sydney einen Einwohner der Torres-Strait-Inseln mit einem Ton aus einer Muschel (28. Juni 2017).
(Bild: David Gray) Mehr...