Eigentumswohnungen werden billiger

Das gab es seit 16 Jahren nicht mehr: Keine Preissteigerung bei Wohneigentum. Die Gründe.

Rekordtiefe Hypothekarzinsen: Es ist so attraktiv wie schon lange nicht mehr, Wohneigentum zu erwerben. (Archiv)

Rekordtiefe Hypothekarzinsen: Es ist so attraktiv wie schon lange nicht mehr, Wohneigentum zu erwerben. (Archiv) Bild: Alessandro Della Bella/Keystone

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Dank rekordtiefer Hypothekarzinsen ist es zurzeit so attraktiv wie schon lange nicht mehr, Wohneigentum zu erwerben. Wer heute eine gut ausgestattete Wohnung an besserer Lage sucht, fährt finanziell besser, wenn er kauft statt mietet. Zu diesem Schluss kommt die Grossbank UBS in ihrer am Donnerstag publizierten Immobilienstudie. So fallen gemäss dieser Studie die gesamten monatlichen Kosten für ein Eigenheim zum ersten Mal seit 15 Jahren tiefer aus als die Kosten für eine vergleichbare Mietwohnung.

Dennoch geht die Grossbank im laufenden Jahr nicht von einem weiteren Preisboom beim Wohneigentum in der Schweiz aus. Im Gegenteil: Sie sollen nach 16 Jahren zum ersten Mal nicht mehr weiter steigen. Konkret prognostiziert die UBS bei den Einfamilienhäusern stagnierende Preise, Eigentumswohnungen sollen sogar im Durchschnitt um 1 Prozent günstiger werden.

Höhere Hürden bei der Kreditvergabe

Die Grossbank begründet diese Trendwende vor allem mit neuen Richtlinien der Banken. Mitte 2014 haben sie im Rahmen der Selbstregulierung die Hürden zur Gewährung von Hypotheken erhöht und damit den Eigenheimkauf erschwert. Gemäss einer Berechnung der UBS hätten 2008 noch die Hälfte der Schweizer Haushalte für eine Neubauwohnung von 120 Quadratmetern eine Finanzierung von 80 Prozent des Kaufpreises erhalten. Heute ist es mit den verschärften Tragbarkeitsrichtlinien nur noch ein Viertel der Haushalte.

Das bremst die Nachfrage nach Wohneigentum und damit die Immobilienpreise. Gegen einen weiteren Preisanstieg spricht laut UBS jedoch auch, dass es bei den Eigentumswohnungen bereits ein Überangebot gibt und dass die Löhne kaum noch steigen.

Periphere Lagen noch gefragt

Dass sich die Preisentwicklung im Schweizer Durchschnitt abflacht, heisst jedoch nicht, dass die Immobilienpreise in keiner Region mehr weiter steigen. Die restriktivere Vergabe von Hypotheken hat zwar Hochpreisregionen für Käufer unattraktiv gemacht. Periphere Lagen dagegen sind stärker gefragt. So sind laut UBS bereits 2015 die Eigenheimpreise in der Ostschweiz und im Deutschschweizer Mittelland am stärksten gestiegen.

Aber auch in diesen Regionen erwartet die UBS künftig nur eine moderate Entwicklung. Der Spielraum für Preisanstiege sei auch in der Peripherie begrenzt, heisst es in der Studie. (fal/sda)

(Erstellt: 14.01.2016, 14:12 Uhr)

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