Wirtschaft

Ein Fass ohne Boden

Aktualisiert am 28.06.2010

BP gibt mittlerweile über 100 Millionen Dollar pro Tag für die Versuche aus, die Ölpest zu beseitigen. Der Druck auf Konzernchef Hayward wächst – vor allem auch wegen Russland.

Kein Ende der Katastrophe in Sicht: Das Öl strömt weiter aus dem Bohrloch im Golf von Mexiko aus.

Kein Ende der Katastrophe in Sicht: Das Öl strömt weiter aus dem Bohrloch im Golf von Mexiko aus.
Bild: Keystone

Hayward bleibt

Der wegen der Ölpest im Golf von Mexiko unter Druck stehende britische Energiekonzern BP hat Angaben der russischen Regierung dementiert, wonach Firmenchef Tony Hayward zurücktreten will. Hayward werde weiter an der Spitze des Unternehmens stehen und plane keinen Rückzug, sagte eine BP-Sprecherin am Montag in London der Nachrichtenagentur AFP. Russlands Vizeregierungschef Igor Setschin hatte laut russischen Medienberichten zuvor gesagt, Hayward werde «seinen Posten verlassen und einen Nachfolger vorstellen». Setschin wollte Hayward am Montag in Moskau treffen.

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Chronologie der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko

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Am 20. April 2010 ging die Deepwater Horizon in Flammen auf. Es kam zur grössten Ölkatastrophe aller Zeiten.

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Die Kosten der Ölpest im Golf von Mexiko belaufen sich nach Angaben des britischen Ölkonzerns BP (BPAM 5.1 -0.10%) erstmals auf 100 Millionen Dollar pro Tag. BP teilte mit, die Kosten hätten sich in den vergangenen drei Tagen auf 300 Millionen Dollar belaufen.

Damit sei erstmals die Schwelle von 100 Millionen Dollar pro Tag erreicht worden. Insgesamt musste BP bislang demnach für die Versuche zur Schliessung des Lecks, die Beseitigung von Umweltschäden und Entschädigungszahlungen 2,65 Milliarden Dollar aufbringen.

Warten in Mississippi

Sollte nun auch die Küste Mississippis in Mitleidenschaft gezogen werden, werden die Kosten wohl weiter nach oben schnellen. Erste Öl-Klumpen wurden unter anderem im Ferienort Ocean Springs nahe der Stadt Biloxi entdeckt. Nach Angaben der Küstenwache dürfte dies erst der Anfang gewesen sein.

Mississippi blieb im Gegensatz zu den Sumpfgebieten in Louisiana sowie Gebieten in Alabama und Florida bislang weitgehend vom Öl verschont. Lediglich an einigen vorgelagerten Inseln wurden Öl-Klumpen angeschwemmt.

Absaugarbeiten durch «Alex» bedroht

Eine offene Frage ist zudem der Tropensturm «Alex», der zuletzt an Kraft gewann. Nach Ansicht von Meteorologen könnte er sich in den kommenden 48 Stunden zu einem Hurrikan entwickeln.

Auf Land treffen könnte er am Mittwoch zwischen dem Ort Brownsville in Texas und dem mexikanischen Tuxpan de Rodriguez Cano. Damit würde er nicht über das defekte Bohrloch der Mitte April explodierten Plattform «Deepwater Horizon» hinwegziehen. Ausläufer und eine aufgewühlte See drohen aber, die Absaugarbeiten lahmzulegen. (jak/sda)

Erstellt: 28.06.2010, 15:30 Uhr

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