Wirtschaft

«Eine Abstimmung ist keine Frage des Geldes»

Interview: Anita Merkt. Aktualisiert am 28.06.2012 39 Kommentare

Sechs Jahre nach der Lancierung der Abzockerinitiative kommt es jetzt doch zur Abstimmung. Pascal Gentinetta, Direktor von Economiesuisse, zur bevorstehenden Auseinandersetzung.

«Wir arbeiten nicht, um uns beliebt zu machen»: Economiesuisse-Direktor Pascal Gentinetta an einer Pressekonferenz in Zürich. (Januar 2012)

«Wir arbeiten nicht, um uns beliebt zu machen»: Economiesuisse-Direktor Pascal Gentinetta an einer Pressekonferenz in Zürich. (Januar 2012)
Bild: Keystone

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Steht Economiesuisse schon in den Startlöchern für den Abstimmungskampf?
Es ist davon auszugehen, dass sich Economiesuisse engagieren wird. Die Initiative von Thomas Minder geht eindeutig zu weit und ein wirtschaftsverträglicher, breit getragener Gegenvorschlag liegt auf dem Tisch.

Was ist falsch daran, der Selbstbedienungsmentalität von Topmanagern Einhalt zu gebieten?
Es ist richtig, die Stellung der Eigentümer zu stärken, um allfällige Exzesse des Managements einzudämmen. Der von uns befürwortete Gegenvorschlag erfüllt 80 Prozent der Anliegen der Minder-Initiative und stärkt die Rechte der Aktionäre in sinnvoller Weise. Die restlichen 20 Prozent der Initiative sind hingegen schädlich für den Wirtschaftsstandort Schweiz.

Laut einer Umfrage von Economiesuisse befürworten 77 Prozent der Stimmbürger die Abzockerinitiative. Befürchtet Economiesuisse nicht, sich unbeliebt zu machen, wenn sie dagegen ankämpft?
Wir arbeiten nicht, um uns beliebt zu machen, sondern setzen uns für sachorientierte und pragmatische Lösungen im Interesse des Wirtschaftsstandorts und unserer Arbeitsplätze ein. Uns ist klar, dass es eine emotionale Auseinandersetzung geben kann. Es ist ein sensibles Dossier und die Diskussion wird emotional geführt werden.

Sie sagen, die Schweiz bekäme das rigideste Aktienrecht der Welt und würde Unternehmen davon abhalten, sich hier niederzulassen. Vielleicht will das Schweizer Volk gar keine Unternehmen mehr, die ihren Managern unverschämte Löhne bezahlen.
Wir werden aufzeigen, dass die überschiessenden Elemente der Minder-Initiative kontraproduktiv sind, den Wirtschaftsstandort Schweiz schwächen und damit letztlich allen schaden.

Werden Sie in den Abstimmungskampf 20 Millionen Franken investieren, wie Herr Minder befürchtet?
Diese Information entbehrt jeglicher Grundlage. Wir haben noch keine Beschlüsse gefasst. Zudem ist eine Abstimmung nicht eine Frage des Geldes, sondern der guten Argumente.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 28.06.2012, 15:14 Uhr

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39 Kommentare

Dominiq Büttiker

28.06.2012, 16:43 Uhr
Melden 139 Empfehlung 1

Nicht die Elemente der Minder-Initiative überschiessen, sondern die Löhne der Vorstandsmitglieder der economiesuisse! Antworten


Kurt Blaser

28.06.2012, 16:33 Uhr
Melden 122 Empfehlung 1

«Wir arbeiten nicht, um uns beliebt zu machen» das stimmt da hat Economiesuisse ganze Arbeit geleistet und hart gearbeitet. Antworten



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