Eine Bank zwischen Hammer und Amboss

Die UBS schreibt erstmals wieder Gewinn. Trotzdem laufen die Investoren davon. Eine ungemütliche Lage.

Schwierige Lage: UBS-Chef Oswald Grübel.

Schwierige Lage: UBS-Chef Oswald Grübel.
Bild: Keystone

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Die UBS hat erneut Kundenvermögen verloren. Kann die Grossbank einen weiteren Geldabfluss stoppen?

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Mitte November stellte sich Oswald Grübel breitbeinig vor die Investoren und stellte nachhaltige Gewinne in zweistelliger Milliardenhöhe in Aussicht. Die Profis zeigten sich unbeeindruckt, die UBS-Aktien verloren an Wert. Jetzt kann der neue Chef der gebeutelten Grossbank erstmals schwarze Zahlen melden: 1,2 Milliarden waren es im vierten Quartal 2009. Doch erneut winken die Profis ab, die UBS-Aktien sackten nach der Börseneröffnung erneut um mehr als drei Prozent ab. Was ist hier los? Kann die UBS (UBSN 13.08 1.40%) gar nichts mehr richtig machen?

Die UBS befindet sich in einer ungemütlichen Lage, zwischen Hammer und Amboss. Der metaphorische Hammer sind dabei die Investoren. Sie wollen endlich Resultate sehen, die UBS-Papiere sind auf rund einen Sechstel ihres Wertes aus der Vorkrisenzeit geschrumpft. Der Amboss ist die Politik: Steuerzahler und die Nationalbank haben der UBS aus der Patsche geholfen. Deshalb muss verhindert werden, dass sie nochmals überhöhte Risiken eingeht und mit Staatsgeldern vor dem Kollaps gerettet werden muss.

Mit angezogener Handbremse

Beide Interessen unter einen Hut zu bringen, geht nicht. Das grosse Geld ist nach wie vor im Investmentbanking zu verdienen. Auch die UBS ist in dieser Sparte wieder profitabel und hat damit im vierten Quartal 2009 beinahe 300 Millionen Franken verdient, nach einem Verlust von mehr als 1,3 Milliarden Franken im Vorquartal. Doch im Vergleich zu den besten der Zunft sind diese 300 Millionen immer noch bescheiden. Die UBS muss im Investmentbanking weiterhin mit angezogener Handbremse fahren. Zu gross sind die politischen Risiken.

Bei der Vermögensverwaltung sieht es ebenfalls durchzogen aus. Zwar ist der Gewinn aus dieser Sparte um 40 Prozent auf 1,1 Milliarden Franken gestiegen. Doch das Vertrauen der Kunden hat die UBS noch nicht zurückgewonnen. Allein im vierten Quartal sind mehr als 56 Milliarden Franken Vermögen abgeflossen, das gesamte verwaltete Vermögen verglichen mit dem Vorquartal um ein Prozent auf 2233 Milliarden Franken gesunken.

Es braucht Zeit, viel Zeit

Aktienkurse spiegeln die Erwartungen an die Zukunft. Die Investoren gehen davon aus, dass die UBS im Investmentbereich handicappiert bleibt, und dass ihr wegen der Wirren um das Bankgeheimnis auch in Zukunft Kunden davonlaufen werden. Bis Oswald Grübel nachhaltige Gewinne in zweistelliger Milliardenhöhe nicht nur in Aussicht stellen, sondern auch liefern kann, dürfte daher noch viel Wasser die Limmat hinunterfliessen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 09.02.2010, 12:25 Uhr

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