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«Eine Bestätigung für den funktionierenden Wettbewerb»

Die Swisscom ist überrascht vom Entscheid der Weko. Ihr Chef Carsten Schloter glaubt nicht, dass es andere Käufer für Orange oder Sunrise gibt.

Swisscom Chef Carsten Schloter.

Swisscom Chef Carsten Schloter.
Bild: Keystone

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Haben Sie erwartet, dass die Weko die Fusion Orange-Sunrise ablehnt?
Ich nehme den Entscheid mit einer gewissen Überraschung zur Kenntnis, weil die Konsolidierung des internen Marktes auch in andern Ländern Europas stattfindet oder bereits stattgefunden hat, ohne dass sich die jeweiligen Wettbewerbsbehörden dagegen ausgesprochen haben. Beurteilen kann ich den Entscheid allerdings noch nicht, weil ich nicht weiss, ob er abschliessend ist oder ob Orange und Sunrise die Möglichkeit haben, nachzubessern. Ich weiss auch nicht, ob die beiden Firmen den Entscheid weiterziehen.

Gehen Sie davon aus, dass der Markt strenger reguliert wird, wenn es beim Nein bleibt?
Nein, im Gegenteil. Die Weko sagt ja explizit, heute herrsche Wettbewerb, und sie befürchtet, dass der Zusammenschluss von Sunrise und Orange zu weniger Wettbewerb führen könnte. Also ist das Urteil auch eine Bestätigung für den funktionierenden Wettbewerb in der Schweiz.

Sie haben sich für die Fusion ausge- sprochen. Das hat die Weko nach eigenen Angaben eher bestärkt, den Zusammenschluss abzulehnen. Welches Spiel haben Sie da gespielt?
Wir haben gesagt, die Fusion sei eine logische Entwicklung im Zuge der Wettbewerbsdynamik. Bisher konnten Sprachdienste und SMS nur von Netzbetreibern angeboten werden. Mit Geräten wie dem iPhone kann heute jeder Internetanbieter diese Dienste offerieren. Die Kunden können über Skype kostenlos telefonieren und über Angebote wie Ping kostenlos SMS verschicken. Diese Entwicklung wird unabhängig von der Anzahl Netze dazu führen, dass die Preise sinken. Deshalb müssen kleinere Anbieter sich zusammenschliessen, um dafür gewappnet zu sein. Wenn Sie daraus ableiten wollen, die Swisscom (SCMN 369.8 1.32%) habe die Fusion befürwortet, bitte schön. Wir haben auch gesagt, dass die Fusion den Wettbewerb verschärfen werde, weil der neue Anbieter deutlich stärker sei.

Sie haben vor dem Entscheid ange- boten, die sogenannten Terminierungsgebühren freiwillig zu senken, falls das die Fusion erleichtert. Was passiert jetzt damit?
Die heutigen hohen Gebühren sind von den kleinen Marktteilnehmern geprägt. Unsere Ankündigung war eine Option für den Fall einer Fusion. Nun werden aber Orange und Sunrise vermutlich bei ihren hohen Terminierungsgebühren bleiben, was unsere Möglichkeiten für eine Senkung begrenzt.

Sehen Sie andere Käufer für Sunrise oder Orange?
Betrachten Sie die Frage mal aus Sicht einer externen Investorin, zum Beispiel der Deutschen Telekom oder der spanischen Telefónica: Wenn sie den Gang in die Schweiz wagt und in einem ersten Schritt Orange oder Sunrise kauft, macht dies nur Sinn, wenn sie danach in einem zweiten Schritt den Markt mit einem weiteren Kauf konsolidieren kann. Nun könnte man den Entscheid der Weko ja auch so werten, dass eine solche Konsolidierung des Marktes nicht möglich ist. Das macht den Einstieg für fremde Investoren ziemlich unattraktiv.

Gehen Sie davon aus, dass Orange und Sunrise ihre Netze zusammenlegen?
Dazu kann ich wirklich nichts sagen. Da müssen Sie schon Orange und Sunrise fragen. ()

Erstellt: 22.04.2010, 22:19 Uhr

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