Wirtschaft
Eine Boa für die Zukunft der Swatch Group
Von Tobias Graden. Aktualisiert am 21.02.2012 4 Kommentare
Stichworte
SwissquoteExklusiver Trading-Partner
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Oft, wenn Nick Hayek an einer Pressekonferenz gute Neuigkeiten verkünden kann, raucht er dazu eine Zigarre. In letzter Zeit rauchte der CEO der Swatch Group (UHR 373.3 -0.59%) einige Zigarren an Pressekonferenzen. Auch an diesem Montag, da die Swatch Group ihre Neubaupläne für den Firmensitz der Marke Swatch und den Erweiterungsbau für die Marke Omega vorstellt.
Auf ein Detail des Siegerprojekts des japanischen Architekten Shigeru Ban weist Nick Hayek darum mit Augenzwinkern besonders hin: Das neue Swatch-Hauptquartier beinhaltet zahlreiche kleine Balkone, «auf denen man rauchen gehen kann». Aus der Vogelperspektive erinnert der Neubau an eine Boa-Schlange.
Diese Balkone dürften nicht der Hauptgrund gewesen sein, warum sich die aus Nick und Nayla Hayek, zwei Architekten und dem Bieler Stadtplaner François Kuonen bestehende Jury aus fünf Wettbewerbsbeiträgen (darunter einer aus Biel) für das Projekt des japanischen Architekten Shigeru Ban entschieden hat. Vielmehr habe es alle Vorgaben ideal erfüllt, betonen Nick und Nayla Hayek: «Wir sind verliebt in dieses Projekt», bekennt die Verwaltungsratspräsidentin der Swatch Group.
Die Neubauten sollen einerseits die «DNA» der Marken Omega und Swatch sichtbar machen sowie die Geschichte mit der Gegenwart verbinden: Dies sind zwei zentrale Gedanken des Projekts.
Swatch: Innovativer Holzbau
Ban gestaltet diese Vorgaben am augenfälligsten mit einer Brücke über die Gottstattstrasse. Diese verbindet die beiden Gebäudeeinheiten des neuen Swatch-Hauptsitzes. In das ehemalige Gygax-Areal ragt dabei ein schlangenförmiges Gebäude, eine «moderne halbrunde Holzfachwerkkonstruktion», wie es im Beschrieb heisst. Sie reicht über die Gottstattstrasse bis an den ebenfalls neuen Omega-Zentralbau heran. Im vordersten Gebäudeteil kommen dabei die Bereiche mit Publikumskontakt unter, also Ausstellungsräume, Kundendienst und ein Swatch-Store. Der spektakuläre Bau wird in Zusammenarbeit mit dem Bereich Holz der Berner Fachhochschule Architektur, Holz und Bau in Biel entstehen.
Nächstes Jahr feiert die Marke Swatch ihren 30.Geburtstag. Da sei es durchaus an der Zeit, einen eigenen Hauptsitz zu bauen und auch ein Museum, betont Swatch-Präsidentin Arlette-Elsa Emch. Dieses befindet sich im Zentralbau, wie auch jene für Omega und das Swatchmobil. Im obersten Stock des Zentralbaus gibt es zudem ein Auditorium mit 500 Plätzen. Der Platz unter der Brücke wird Hayek Plaza heissen. Der Sitz von Swatch hat somit die Adresse Hayek Plaza 1.
Omega: Offene Produktion
Sowohl der Omega-Zentralbau als auch der Erweiterungsbau, in dem Produktionsräumlichkeiten untergebracht sind, nehmen mit ihren Schrägdächern den Industriestil der bestehenden Omega-Gebäude auf. Im Erweiterungsbau, westlich der bestehenden Gebäude, werden Interessierte auf einem Lehrpfad Einblick in die Produktion erhalten. Auch dieses Gebäude ist als Holzrahmenbau konzipiert. Fotovoltaikflächen, Fassaden- und Klimatisierungssystem sollen helfen, den Energiebedarf der Stätte zu reduzieren. Damit soll auch der Geist der Innovation gezeigt werden, denn dieser sei der wahre Luxus, «nicht Marmor, den man nach aussen zeigt», so Hayek mit einem Seitenhieb an den zweiten grossen Uhrenhersteller in Biel.
Insgesamt dürfte die Swatch Group gegen 150 Millionen Franken investieren, schätzt Nick Hayek. Ein erster Teil der Bauten soll Ende 2014 fertig sein.
Mit den spektakulären Neubauten setzt der Konzern nicht nur eine «architektonische Landmarke», sondern gibt auch ein langfristiges Bekenntnis zum Industriestandort Schweiz ab. Angesichts des weiter zu erwartenden Wachstums des Unternehmens kann davon ausgegangen werden, dass Nick Hayek gestern nicht zum letzten Mal eine Zigarre an einer Medienkonferenz geraucht hat. (Bieler Tagblatt)
Erstellt: 21.02.2012, 13:14 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
4 Kommentare
Interessant, dieses Projekt des Japanischen Architekten Shigeru Ban, namentlich, da es mit dem einheimischen, nachhaltigen Werkstoff Holz zu konstruieren sein wird.
.
Bei Herrn Hajek jun. gilt anscheinend das alte Dictum "Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm", hoffentlich nicht mit Karl Valentins Zusatz: "...es wäre denn, er steht am Hang".
Antworten
Wirtschaft
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.


Bitte warten

