«Einen weiteren so schlechten Winter verträgt es nicht»

Das Bergbahnunternehmen am Wiriehorn im Kanton Bern leidet besonders unter dem Schneemangel – und beantragt Kurzarbeit.

Bei der Talstation der Wiriehornbahn: Pistenfahrzeug und Sessellift standen am Donnerstag noch still. Immerhin kann jetzt beschneit werden.

Bei der Talstation der Wiriehornbahn: Pistenfahrzeug und Sessellift standen am Donnerstag noch still. Immerhin kann jetzt beschneit werden. Bild: Peter Rothacher

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«Einen weiteren so schlechten Winter verträgt es nicht», hatte Erich Klauwers, Verwaltungsratspräsident der Wiriehornbahnen AG, an der letzten Generalversammlung der Aktionäre im Rückblick auf die Saison 2014/2015 erklärt. Doch das Klima zeigte gegenüber dem sich im Diemtigtal von knapp 1000 auf 1868 Meter über Meer erstreckenden Wintersportgebiet kein Mitleid, der Schnee blieb aus. «Die Anlage lief in diesem Winter noch keinen Tag», bedauert Klauwers.

«Und das Berghotel auf ­Nüegg war gerade mal während zwei Abenden geöffnet: Bei unserem Kick-off-Anlass vom 12. Dezember und an Silvester – mit immerhin gut 100 Gästen.» Deshalb hat das Bergbahnunternehmen denn auch Kurzarbeit beantragt. «Die Voraussetzungen sind ge­geben», ist Präsident Klauwers überzeugt, «doch die Antwort des Kantons steht noch aus.»

Finanzieller Druck

Die Wiriehornbahnen beschäf­tigen im Winter normalerweise rund 50 Personen. Nebst derzeit fünf Festangestellten sind das Leute im Teilpensum und auf Abruf. «Wir nehmen beispielsweise gegenüber all den Landwirten, die an unseren Anlagen einen sehr willkommenen Zusatzverdienst generieren, ja auch eine gewisse soziale Verantwortung wahr», betont Erich Klauwers. «Und diese identifizieren sich umgekehrt mit ihrer Bahn.»

Wenn die Anlagen nicht in Betrieb sind, fehlen einerseits die Einnahmen, andererseits laufen gewisse finanzielle Verpflichtungen weiter. Nach den Investitionen der vergangenen Jahre sowie mehreren negativen Geschäftsabschlüssen bewegt sich das Unternehmen (der Bilanzverlust beträgt mittlerweile 2,11 Millionen Franken) in finanziell engen Bahnen. Der Verwaltungsratspräsident erklärt dazu: «Für die fällige Rückzahlungstranche des IH-Darlehens hat man uns bereits eine Fristverlängerung bis Ende März zugesichert, und auch mit der Leasinggesellschaft führen wir entsprechende Verhandlungen.» Das Ziel sei und bleibe aber, mit dem Leasing bis im Frühling 2017 abzuschliessen, um so eine finanzielle Entlastung zu erreichen.

Die Hoffnung bleibt

In den tieferen Lagen blieb bisher nicht nur der Schnee aus, auch die Temperaturen waren zu hoch. «Darum konnten wir kaum künstlich beschneien, und auch der Boden ist nicht gefroren», hadert Klauwers mit der Situation. Dank der Aktion 1 für 1, welche beim Kauf eines Saisonabonnements für Erwachsene ein Gratis­abo für ein Kind beinhaltete, habe man immerhin bei diesem Verkaufssegment eine Steigerung um 25 Prozent erreicht. Im Vorjahr waren die Tageskarten im Vorverkauf zum halben Preis verkauft worden. Beides Massnahmen, welche die Liquidität des Unternehmens stützen.

Der Präsident zeigt sich zuversichtlich, dass die Warmwetterphase bald ein Ende hat. «Mit unseren Nachwuchsaktionen sowie den Ski- und Schülerlagern sind wir auf dem richtigen Weg. Die Kinder sind schliesslich unsere zukünftigen Gäste.» Auch mit Anlässen wie Famigros Ski Day, Rodel Swiss Cup, Rodel-Plauschrennen für jedermann und Poolrace mit Wiriehorn-Party hofft man die Saison noch retten zu können.

Vorausgesetzt, es schneit endlich. Dann sei man am Wiriehorn bereit und garantiere dank den langjährigen, erfahrenen Mitarbeitenden für tolle ­Bedingungen. «Jeder Gast soll am Abend sagen können: ‹Das war ein geiler Tag!›», sagt Präsident Klauwers. (Berner Zeitung)

(Erstellt: 15.01.2016, 09:37 Uhr)

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Diemtigtal

Kinder im Vorteil

Das kleinste der insgesamt drei Diemtigtaler Skigebiete, Springenboden oberhalb von Oey, konnte am Donnerstag immerhin die beiden Kinderskilifte in dem in einer Mulde angelegten Kinderparadies in Betrieb nehmen. Der grosse Schlepplift steht dagegen noch still. Auf der Grimmialp, zuhinterst im Tal, will Godi Erb den Kinderlift am Samstag ebenfalls in Betrieb nehmen. Ansonsten liegt im nur beschränkt beschneibaren Gebiet noch zu wenig Schnee. Am Wiriehorn ist der Kinderlift beim Restaurant Wirieblick in Betrieb. Marina Schmoll, Co-Geschäftsführerin der Wiriehornbahnen (siehe Haupttext), hofft, die weiteren Anlagen am Samstag wenigstens teilweise in Betrieb nehmen zu können.

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