Wirtschaft

Emmi macht erstmals seit 1996 weniger Umsatz

Aktualisiert am 04.02.2010

Der führende Milchverarbeiter Emmi hat im vergangenen Jahr leicht an Umsatz eingebüsst. Er schreibt aber schwarze Zahlen und erreicht Rekord-Margen.

Im Inland schrumpften alle Produktegruppen: Emmi-Produktionsstätte in Emmen.

Im Inland schrumpften alle Produktegruppen: Emmi-Produktionsstätte in Emmen. (Bild: Keystone)

Der Emmi-Konzern ist im vergangenen Jahr erstmals seit 1996 geschrumpft: Der Umsatz ging 2009 um 1,9 Prozent auf 2,619 Mrd. Fr. zurück. Als Hauptgrund nennt Emmi in einer Mitteilung vom Donnerstag den deutlich gesunkenen Milchpreis. 2009 sei der Milchrohstoffpreis um rund 18 Prozent gesunken. Die beiden Milchpreissenkungen um 9,2 Rappen am 1. Januar und 6 Rappen am 1. Juli seien in vollem Umfang an die Kunden weiter gegeben worden.

Der grösste Schweizer Milchverarbeiter blieb aber nicht nur in den schwarzen Zahlen, er steigerte auch seine Margen. Die Reingewinnmarge werde bei rekordhohen 2,7 bis 2,9 Prozent erwartet.

An der Bilanzmedienkonferenz am 31. März dürfte Emmi also einen Gewinn zwischen 70 und 76 Millionen Fr. ausweisen. 2008 war der Reingewinn um 42 Prozent auf 58,7 Millionen Fr. gestiegen und erreichte damit 2,2 Prozent des Umsatzes. Der Betriebsgewinn (EBIT) dürfte 2009 laut Emmi von 102,1 Millionen Fr. im Vorjahr auf 105 bis 110 Millionen Fr. gestiegen sein.

Weiteres Wachstum im Ausland

Während Emmi die internationale Expansion 2009 vorantreiben konnte, gingen die Umsätze auf dem Heimmarkt Schweiz um 4,9 Prozent auf 1,945 Mrd. Fr. zurück. Im Ausland resultierte ein deutliches Wachstum von 7,9 Prozent auf 674 Millionen Franken.

Alle Produktgruppen ausser Käse schrumpften: Die grösste Sparte legte um 5,3 Prozent auf 919 Millionen Fr. zu. Insgesamt sei der Umsatz trotz Rückgangs besser ausgefallen als erwartet. In Lokalwährung beträgt der Umsatzrückgang 1,0 Prozent, organisch entspricht dies einem Rückgang von 4,4 Prozent.

Für das erste Semester des laufenden Jahres erwartet Emmi die Milchrohstoffpreise weiterhin deutlich unter Vorjahr. Während das Unternehmen im Heimmarkt von einer stabilen Konsumentenstimmung ausgeht, rechnet es im Ausland trotz möglicher Währungseffekte mit einer leichten Erholung. (vin/sda)

Erstellt: 04.02.2010, 08:49 Uhr

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