Wirtschaft

Erwartungsdruck auf Nationalbank steigt

Von Markus Diem Meier, Bernhard Fischer. Aktualisiert am 09.08.2011 42 Kommentare

Sowohl gegenüber dem Dollar wie gegenüber dem Euro hat sich der Franken heute nach elf Uhr weiter stark aufgewertet. Trotz Interventionsandrohung schaut die SNB bisher weiter zu.

Beschaulichkeit in den Hallen der Nationalbank: Sicht auf die Front der SNB.

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Steht die SNB vor ihrer nächsten Intervention? Im Devisenhandel ist der Franken gegenüber dem Euro um kurz nach 11 Uhr erstmals unter die Grenze von 1.05 Franken gefallen, gegenüber dem Dollar unter die Grenze von 0.74 Franken. Die Erwartungen an die Schweizerische Nationalbank SNB und der Handlungsdruck sind gross.

Trotz der weiteren Aufwertung des Frankens seit der Ankündigung der Notenbank von letzter Woche, dass sie eben diese nicht zulassen wolle, bleibt die SNB vorerst untätig. Die bisher angekündigte Ausweitung der Geldmenge hat zwar den Leitzins (Libor) Richtung null sinken lassen, aber das eigentliche Ziel, die Aufwertung des Frankens zu bremsen, hat sie verfehlt.

Angesichts der weltweiten Turbulenzen bringen die Investoren weltweit ihr Geld in Zufluchtswährungen wie den starken Franken in Sicherheit. Kein Wunder eilt der Franken sowohl zum Dollar als auch zum Euro von einem Allzeithoch zum nächsten. Die Parität zum Euro zum Beispiel rückt immer näher. Für die Schweizer Exportwirtschaft ein Horrorszenario.

SNB handelt nicht

Doch wieso handelt die Nationalbank bisher nicht? Auf Anfrage bei der SNB heisst es nur: «Kein Kommentar.» Auch auf die Frage, ob die Nationalbank ein Kursziel oder ein Zielband im Auge habe? «Kein Kommentar.» Nur so viel: «Wir haben weitere Massnahmen angekündigt, werden das aber nicht weiter erörtern. Wenn wir uns zu etwas entscheiden, dann werden wir das kommunizieren», sagt Sprecher Walter Meier.

Die Zurückhaltung sei Teil der Strategie. «Wir wollen uns nicht in die Karten schauen lassen.» Um den Spekulanten den Wind aus den Segeln zu nehmen, will man diesen die Möglichkeit nehmen, die Handlungen der SNB vorwegzunehmen. Unter anderem deshalb pflege man die Informationssperre, wie es heisst.

Direktorium uneinig?

Das Zögern der SNB könnte Gerüchten zufolge auch auf eine Uneinigkeit innerhalb des Direktoriums zurückgehen. Das wäre wenig überraschend. Immerhin erfordert ein entschiedenes Eingreifen auf den Devisenmärkten ein starkes Stehvermögen der SNB-Führung. Denn eine solche Aktion kann nur Erfolg haben, wenn die SNB glaubwürdig macht, dass sie eine weitere Aufwertung des Frankens auf Biegen und Brechen verteidigen würde, das heisst im schlimmsten Fall auch unter Inkaufnahme einer höheren Inflation.

Auf Meinungsverschiedenheiten angesprochen, meint SNB-Sprecher Meier: «Das sind Interna, die wir nicht weiter kommentieren können. Aber wenn die SNB etwas sagt, dann sagt sie es mit einer Stimme.» Bis dahin, so der SNB-Sprecher weiter, «sind wir am Überlegen und Diskutieren.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 09.08.2011, 12:52 Uhr

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42 Kommentare

Dieter Wundrak-Gunst

09.08.2011, 12:57 Uhr
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Richtig gemacht, so sage ich es allen Verantwortlichen in der SNB. In einer hektischen Phase wie wir jetzt die Weltmärkte so erfahren dürfen, darf man einfach nicht die Nerven verlieren. Die SNB, ich betone es noch einmal, hat bis jetzt alles richtig gemacht. Und wenn die SVP jetzt auch der grosse Warner spielt, wäre sie an der Stelle, so hätten wir den CHAOS. Mit Worten ist es nicht getan. Antworten


Susanne Lüscher

09.08.2011, 13:16 Uhr
Melden 24 Empfehlung

Die SNB macht es richtig. Sie handelt wenn sie es für richtig hält und nicht wenn sie dazu gezwungen wird. Auch dass im Vorfeld nicht kommuniziert wird, ist absolut richtig. Dies würde auch den Politikern in dieser Zeit gut anstehen. Die schlechte Kommunikation z. B. der EU-Politiker hat unter anderem für die Unsicherheiten auf den Märkten mitgeholfen. Auch die Medien sollten etwas ruhiger sein!!! Antworten



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