Wirtschaft

Europameisterin der Ideen: Schweiz hängt alle ab

Die Schweiz ist das innovativste Land in Europa. Den Titel holt sie bereits zum zweiten Mal – und kann gemäss einer EU-Studie ihren Vorsprung auf die Konkurrenzländer sogar nochmals ausbauen.

Ideenrausch: Volkswirtschaftsministerin Doris Leuthard nimmt an der 1. Innovationskonferenz in Basel im November 2008 an einem Experiment teil.

Ideenrausch: Volkswirtschaftsministerin Doris Leuthard nimmt an der 1. Innovationskonferenz in Basel im November 2008 an einem Experiment teil.
Bild: Keystone

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Neunter europäischer Innovationsanzeiger

Der europäische Innovationsanzeiger (European Innovation Scoreboard) wird jährlich von der EU-Kommission veröffentlicht, in diesem Jahr bereits zum neunten Mal. Er wird von einer Forschergruppe der Universität Maastricht ermittelt. Der Europäische Innovationanzeiger 2009 ist ein statistischer Index, der auf der Grundlage von Daten aus den Jahren 2007 und 2008 ermittelt wird und sich aus insgesamt 29 Indikatoren wie Investitionen von Unternehmen, Patentanmeldungen oder Ausgaben für Informationstechnologie zusammensetzt.

Der Europäische Innovationsanzeiger gilt heute als ein zuverlässiges Instrument für den Ländervergleich der Innovationsleistungen.

Die Schweiz ist im Innovationsbereich das führende Land in Europa. Kein anderes Land bringt in Europa gemessen an der Bevölkerungszahl so viele geschützte Patente, Markenzeichen und Designs hervor wie die Schweiz. Das geht aus dem «Europäischen Innovations-Anzeiger 2009» (EIS 2009) hervor, den die EU-Kommission gestern in Brüssel vorstellte. Damit lässt die Schweiz auch die skandinavischen Länder Schweden und Finnland hinter sich – die traditionell immer an der Spitze standen. Es folgen die Länder Deutschland, Grossbritannien und Dänemark.

Die Schweiz wurde als Premiere bereits letztes Jahr Europameisterin der Innovation. Und sie konnte ihren Vorsprung gar noch ausbauen. Dies dank top qualifizierten Arbeitern und dank herausragenden Leistungen in den Bereichen Forschung, technologische Innovation und geistiges Eigentum. Die Ergebnisse der Schweiz liegen für die meisten Indikatoren des EIS 2009 über dem europäischen Mittel.

Dank KMUs erfolgreich

Was die Schweiz besonderes auszeichne, sei der hohe Anteil von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), die sich mit Innovationen in Produkten und Herstellungsverfahren auf den weltweiten Märkte erfolgreich behaupten würden, schreibt das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT). Keines der anderen europäischen Länder weise einen so hohen Anteil innovationsaktiver KMU auf, und auch die Wachstumsrate liege über dem europäischen Durchschnitt.

Eher im europäischen Durchschnitt liegt die Schweiz beim Export von Hightech-Produkten und wissensbasierten Dienstleistungen. Auch im Bereich der Investitionen in innovative Unternehmen könnte die Schweiz besser werden.

China holt auf

Insgesamt hat Europa nach Angaben der Studie seinen Vorsprung bei Innovationen gegenüber China deutlich eingebüsst. Wenn man das Tempo der Chinesen hochrechne, könnten diese die Lücke zur EU in sehr naher Zukunft schliessen, stellen die Autoren fest. Ausserdem schaffe es die EU nicht, den Abstand zu den USA und Japan zu verringern. Basierend auf den Daten von 2007 und 2008 gelingt es den beiden Ländern weiterhin besser, wissenschaftliche Forschungsergebnisse zur Marktreife zu bringen. ________________________________________________________________

Der Bericht unterteilt die Länder nach ihrem Leistungsniveau in vier Gruppen:

Die Führungsgruppe bilden die Schweiz, Dänemark, Finnland, Deutschland, Schweden und Grossbritannien. Ihre Innovationsleistung liegt deutlich über dem EU-Durchschnitt. Die Schweiz, Finnland und Deutschland sind die Länder mit der am schnellsten wachsenden Leistung.

Die Verfolger sind Österreich, Belgien, Zypern, Estland, Frankreich, Irland, Luxemburg, Niederlande und Slowenien. Ihre Innovationsleistung liegt über dem EU-Durchschnitt.

Die gemässigt innovativen Länder sind die Tschechische Republik, Griechenland, Ungarn, Italien, Litauen, Malta, Polen, Portugal, Slowakei und Spanien. Ihre Innovationsleistung liegt unter dem EU-Durchschnitt.

Die Aufholländer sind Bulgarien, Lettland und Rumänien. Ihre Innovationsleistung liegt deutlich unter dem EU-Durchschnitt. (bru)

Erstellt: 18.03.2010, 14:28 Uhr

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1 Kommentar

henry kayser

18.03.2010, 17:11 Uhr
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Und wie viele von den Ideen und neuen Patenten wurden in der Schweiz von Nichtschweizern (Amis, Deutschen, Oesterreichern, Niederlaender) entwickelt? Und wie hoch ist der Anteil von Patenten von Schweizern? Da wuerden wir vielleicht auch einmal von unserer Schweizer Hochmut runterkommen Antworten



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