Wirtschaft
Fall Lehman/CS: Ombudsmann der Banken überlastet
Von Claudio Habicht. Aktualisiert am 25.09.2008 277 Kommentare
Fall Lehman: Bankenombudsmann Hanspeter Häni hat alle Hände voll zu tun.
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Hanspeter Häni muss sich nicht nur mit einer Flut von Kundenanfragen auseinandersetzen, die bei der Pleite der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers ihr Geld verloren. Auch die Medien belagern den Schweizerischen Bankenombudsmann. Er wird darum Fragen von Medienvertretern nicht mehr beantworten, um sich «in erster Linie auf die Sorgen und Nöte der Bankkunden» konzentrieren zu können. Zurzeit gehen zehn mal mehr Anfragen als üblich bei der Ombudsstelle ein, wie es auf der Homepage der Ombudsstelle heisst. «Nicht einmal 2001, als die Technologie-Blase platzte, wurden wir derart überrannt», sagt Häni auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet.
Betroffen sind laut Häni vor allem Kleinanleger, die in Finanzfragen Laien seien: Die Produkte seien vor allem auf diese zugeschnitten gewesen. Ein grosser Teil der Geschädigten dürften Kunden der Credit Suisse sein, der zweitgrössten Schweizer Bank. Im Private Banking – dem Geschäft mit reichen Kunden – sind offenbar seltener Lehman-Produkte verkauft worden. Die Credit Suisse wollte dazu keine Stellung nehmen. Für Häni ist klar: «Grund für die derzeitige Situation sind extrem aussergewöhnliche Entwicklungen auf den Finanzmärkten.»
Risiken im Kleingedruckten
Auch bei Tagesanzeiger.ch/Newsnet meldeten sich in den letzten Tagen Dutzende Leute, die sich über die CS beschwerten. Sie seien von den Beratern regelrecht zum Kauf von Lehman-Produkten gedrängt worden. Dabei wurde suggeriert, das investierte Kapital sei voll geschützt – auf die Risiken wies die Bank nur im Kleingedruckten hin. Die meisten Geschädigten – Laien in Finanzfragen – kamen nicht auf die Idee, an den Ratschlägen ihrer Berater zu zweifeln. Viele verloren fünf- bis sechsstellige Beträge. Dass nicht die CS als Vermarkterin, sondern Lehman als Emittentin des Produkts hafte, sei bei Beratungsgesprächen nie Thema gewesen.
Die Credit Suisse hat inzwischen teilweise eingelenkt: Die Grossbank kommt einem Teil der Kunden entgegen, die durch den Zusammenbruch von Lehman Brothers Schaden erlitten haben. Sie erklärt sich bereit, je nach Fall Geld zurückzuerstatten. «Die einzelnen Anfragen werden von einer Profektgruppe geprüft werden, welche die genaue Höhe unseres Angebots aufgrund der Fakten im Einzelfall festlegen wird», verlautbart die CS.
Lehman-Produkte auch bei Kantonalbanken
Nicht nur die Credit Suisse, auch die Luzerner und Berner Kantonalbank verkauften Lehman-Produkte. Der Kantonalbankenverband wollte sich an einer Medienkonferenz jedoch nicht dazu äussern, ob noch weitere Kantonalbanken derartige Anlageprodukte verkauft haben. Das meldet die Nachrichtenagentur AP. Laut Bernard Kobler, Chef der Luzerner Kantonalbank, wird jeder Fall einzeln beurteilt. «Genauso, wie wir bei der Beratung der Kunden Einzelgespräche führen, führen wir jetzt auch bei den Entschädigungen Einzelgespräche.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 25.09.2008, 17:59 Uhr
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277 Kommentare
Ich habe fast täglich mit Kunden zu tun, denen CHF-Zinsen von 3% zuwenig ist; v.a. dt.Kunden betonen immer wieder, dass sie in Euro bei "deutschen Autobanken" fast 6 % (statt der üblichen 4.5% bei UBS, CS und KBs) erhalten würden. Aber BMW Finance hat auch nur ein A-Rating; nur haben im Nachhinein ja alle gewusst, dass dieses von dt Auswanderer vor 150 Jahren gegründete Haus Konkurs geht. Antworten
Bei CS mandatskunden wird schon seit jahren die maximum exposure fuer 1 emittent auf 10% limitiert. Kunden die selbst zu wenig sachverstand haben sollten ihre vermoegen verwalten lassen und nicht selbst an/verkaufentscheide treffen, oder wenigstens nur in fonds investieren verteilt ueber viele anlagen und emitenten. Antworten
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