Wirtschaft
Fifa zahlt ihren Führungsleuten 50 Millionen Franken Boni
Von Jean Francois Tanda. Aktualisiert am 05.03.2011 133 Kommentare
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Laut dem Finanzbericht der Fifa haben sogenannt «leitende Organe» letztes Jahr 32,6 Millionen US-Dollar an «kurzfristig fälligen Leistungen» erhalten. 2009 waren es 20,9 Millionen US-Dollar. Zusammen betragen die Zahlungen der beiden Jahre nach heutigem Wechselkurs 50 Millionen Franken.
Wer genau von diesen Millionen profitiert hat, erschliesst sich aus dem Finanzbericht nicht. Entgegen ihren Beteuerungen gibt sich die Fifa intransparent: Sie liess entsprechende Fragen des «Tages-Anzeigers» unbeantwortet.
Geld für höchstens 34 Personen
Nach dem Rechnungsstandard IFRS, den die Fifa laut eigenen Angaben anwendet, fallen insbesondere Löhne und Boni, die in den zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag in voller Höhe fällig sind, unter die Kategorie der «kurzfristig fälligen Leistungen». Als «leitende Organe» bezeichnet die Fifa selber die Mitglieder des Exekutivkomitees sowie die Fifa-Direktoren, von denen es zehn gibt. Zudem zählt sie die Mitglieder der Finanzkommission dazu, doch gehören deren sechs Männer auch dem Exekutivkomitee an.
Damit ist klar: Als Empfänger der Millionenzahlungen kommen höchstens 34 Personen infrage. Im Durchschnitt hat jeder Einzelne davon die letzten zwei Jahre 1,5 Millionen US-Dollar an «kurzfristig fälligen Leistungen» erhalten.
Saftige Vergütungen
Allerdings ist kaum davon auszugehen, dass das Geld gleichmässig verteilt wird. Fifa-Direktoren erhielten in der Vergangenheit Boni von 100'000 Franken. Der Grossteil der 50 Millionen Dollar dürfte folglich für Fifa-Präsident Joseph «Sepp» Blatter und andere Mitglieder des 24-köpfigen Exekutivkomitees bestimmt sein. Weitere 4 Millionen Dollar hat die Fifa 2009 und 2010 für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses bezahlt.
Unter einer Million Steuern
Laut Erfolgsrechnung hat die Fifa letztes Jahr über 65 Millionen US-Dollar für Löhne bezahlt. Das ist bei 387 Angestellten ein Durchschnittslohn von 168'000 Dollar – ein Zehntel dessen, was die «leitenden Organe» der Fifa an mutmasslichen Boni bekommen. Der Weltfussballverband weist für 2010 einen Gewinn von 202 Millionen US-Dollar aus. Die Reserven betragen 1,28 Milliarden Dollar.
Auf der Website des Steueramtes des Kantons Zürich lässt sich errechnen, wie viel eine juristische Person bei solchem Gewinn und solchem Eigenkapital an Steuern bezahlen muss: 12,6 Millionen Dollar Reingewinnsteuer plus 762'000 Dollar Kapitalsteuer. Hinzu kommen Staats- und Gemeindesteuern für die Stadt Zürich in Höhe von 30,8 Millionen Dollar. Insgesamt würden also Steuern von über 44 Millionen Dollar anfallen.
Die Fifa weist in ihrem Finanzbericht allerdings nur Ertragssteuern von 893'000 Dollar aus. Sie schreibt, sie werde in der Schweiz gemäss der steuerlichen Bestimmungen für Vereine besteuert. Dabei werde berücksichtigt, dass sie nicht gewinnorientiert sei.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 05.03.2011, 13:42 Uhr
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133 Kommentare
Diese Info. ist zum Heulen, Hat doch mit Weltfussball nichts mehr zu tun. Der Blatter ist untragbar geworden und als Schweizer muss man sich schämen dass solch ein Landsmann diesem Laden, der nicht gewinnorientier sein soll. vorsteht. Eine Schande für den ehrlichen Steuerzahler.Das Foto mit dem doofen Grinsen ist selbstredend. Antworten
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