GA-Besitzer bringen SBB zu wenig Geld
Aktualisiert am 11.09.2009 95 Kommentare
Gute Zahlen im Halbjahr
Die SBB steigerte ihren Gewinn im ersten Halbjahr 2009 im Vergleich zur Vorjahresperiode um 26,8 Prozent auf 132,8 Millionen Franken. Nach Abzug von Sondereffekten in der Höhe von 27 Millionen Franken bewegt sich das Halbjahresergebnis auf dem Niveau des Vorjahres. Bei SBB Cargo resultierte im ersten Halbjahr ein Verlust von 24,4 Millionen Franken. nb
SBB-Chef Andreas Meyer zeigte gestern in Bern, was er unter Pünktlichkeit versteht. Seine Präsentation zu den SBB-Halbjahreszahlen begann er wie angekündigt, auf die Sekunde genau um 10:15 Uhr.
«Die SBB ist normal unterwegs», sagte Meyer einleitend. Unter normal ist bei der SBB Folgendes zu verstehen: Steigende Passagierzahlen (+4,3 Prozent), mehr verkaufte Generalabonnements (+8,3 Prozent) und Halbtax-Abos (+3,6 Prozent), steigender Gewinn im Bereich Personenverkehr (+38,6 Prozent) und ein grosser Verlust bei SBB Cargo (–24,4 Millionen Franken).
Sinkende Erträge pro Kunde
Doch die SBB kämpft momentan gegen eine ungewollte Entwicklung: «Wir verdienen mit jedem gefahrenen Kilometer weniger», sagte Meyer. Das ist damit zu erklären, dass die Passagierzahlen und das Angebot der SBB stärker wachsen als deren Erträge. Die steigenden Verkaufszahlen des Generalabonnements (GA) tragen massgeblich zu dieser Tendenz bei. Ende Juni nutzten 382'655 Kunden ein GA. Das sind innert Jahresfrist rund 30'000 GA-Besitzer mehr.
Das Problem liegt darin, dass die SBB an einem GA-Kunden so schnell nichts mehr verdienen kann, sobald dieser die 3100 Franken herausgefahren hat. Die jährlich hohen Wachstumsraten des GA zeigen, dass sich die Anschaffung bei vielen Pendlern schnell amortisiert. Oder anders gesagt: Pendeln mit der Bahn ist für viele günstiger als jede andere Alternative. Ein Pendler, der das GA an 200 Tagen im Jahr benützt, zahlt pro Tag 15,5 Franken. Wenn diese Person beispielsweise täglich auf der teuren Neubaustrecke zwischen Bern und Zürich pendelt – und davon gibt es nicht wenige –, ist dies für die SBB kein gutes Geschäft.
«Der momentane Preis des Generalabonnements ist für die Kunden äusserst attraktiv», sagt Roger Baumann, Mediensprecher beim Verband öffentlicher Verkehr (VöV). Die Mitglieder des VöV, darunter auch die SBB, sind für die Preisgestaltung im öffentlichen Verkehr verantwortlich. Baumann betont aber, dass man nicht generell sagen könne, das GA sei zu günstig. Denn schliesslich sei es ja das politisch erklärte Ziel, möglichst viele Leute von der Strasse auf die Bahn zu holen.
Leuenberger warnt
Auch von Bundesrat Moritz Leuenberger, der mit seinem Departement für die Bahn verantwortlich ist, waren diesbezüglich Aussagen zu lesen, die Zurückhaltung bei den GA-Preisen nahelegten. Leuenberger warnte davor, dass man mit einem zu hohen GA-Preis möglicherweise wieder Bahnkunden verlieren würde.
Klar ist aber, dass die Preise für die verschiedenen GA-Varianten (1.-Klasse, 2.-Klasse, GA-Senior usw.) bei der nächsten Tariferhöhung, die höchstwahrscheinlich Ende 2010 kommen wird, ein grosses Thema sein werden. (nb/bz)
Erstellt: 11.09.2009, 08:32 Uhr
Kommentar schreiben
95 Kommentare
Aber, dass die Streckenabo im Verhältnis zu teuer sind, wird natürlich nicht erwähnt. Jahresabo Ostwin, Fr. 2'500.- nur für Kt. Zürich und Thurgau gültig GA, Fr. 3'100- Dann kaufe ich gleich lieder das GA. Da ist das Management selber Schuld. Ich bin nicht der einzige Pendler, der ein GA besitzt, da die Streckenabo im Verhältnis zu teuer sind. Antworten
Das ist kaum zu Glauben, was da auf behauptet wird.... man kann immer alles auf den Kilometer auslegen, nur ob dem auch so ist, das eher fraglich. Wir fahren schon seit X - Jahren, mit dem GA, und es wurde auch Jahr für Jahr teurer Zudem ist es Geld, dass wir der SBB zum voraus bezahlen, und das man notabene auch gut verzinsen könnte...... Antworten
Wirtschaft
- 20:38Novartis-Präsident Vasella kritisiert die Einwanderungspolitik
- 16:29Swisscom-Chef: «Den Meisten sind Roaming-Gebühren egal»
- 13:17So günstig zum Eigenheim wie nie
- 26.05.2012Bund prüft Abschottung des Schweizer Kapitalmarkts
- 26.05.2012Das sind die demokratischsten Firmen der Schweiz
- 26.05.2012UBS verliert bis zu 30 Millionen Dollar bei Facebook-Börsengang
Wirtschaft
- 20:38Novartis-Präsident Vasella kritisiert die Einwanderungspolitik
- 16:29Swisscom-Chef: «Den Meisten sind Roaming-Gebühren egal»
- 13:17So günstig zum Eigenheim wie nie
- 26.05.2012Bund prüft Abschottung des Schweizer Kapitalmarkts
- 26.05.2012Das sind die demokratischsten Firmen der Schweiz
- 26.05.2012UBS verliert bis zu 30 Millionen Dollar bei Facebook-Börsengang
Meistgelesen in der Rubrik Wirtschaft
- 1Swisscom-Chef: «Den Meisten sind Roaming-Gebühren egal»
- 2Novartis-Präsident Vasella kritisiert die Einwanderungspolitik
- 3So günstig zum Eigenheim wie nie
- 4Bund prüft Abschottung des Schweizer Kapitalmarkts
- 5Das sind die demokratischsten Firmen der Schweiz
- 6UBS verliert bis zu 30 Millionen Dollar bei Facebook-Börsengang
Internet auf dem Fernsehen: Der Trend geht klar in diese Richtung. Werden Sie sich einen Smart TV kaufen?
Ja, auf jeden Fall
Nein, interessiert mich nicht
Erst wenn die Geräte billiger geworden sind
Ich habe schon einen
3308 Stimmen












































































