Wirtschaft
GM findet Käufer für Hummer
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Zum Auftakt des am Montag in New York eröffneten GM-Konkursverfahrens legte der Richter einen straffen Zeitplan fest. Zur rettenden Finanzierung gab er bei der Anhörung zudem eine erste Tranche von 15 Mrd. Dollar (10,6 Mrd. Euro) für General Motors frei. Nach langer Suche hat der einst weltgrösste Autoriese für seine Geländewagenmarke Hummer einen Käufer gefunden. Namen und Preis nannte der Hersteller nicht. Der Verkauf soll bis September abgeschlossen sein. Der Absatz der spritfressenden Grossfahrzuege war im vergangenen Jahr um 51 Prozent eingebrochen.
Der gut 100 Jahre alte Traditionskonzern GM will die Insolvenz binnen 60 bis 90 Tagen erfolgreich abschliessen - also spätestens etwa Ende August. Das Verfahren läuft rechtlich als Auktion, weitere Kaufangebote neben dem Regierungsplan werden aber nicht erwartet.
Im grössten Gläubigerschutz-Verfahren der US-Industriegeschichte soll der Konzern weitgehend verstaatlicht und gesundgeschrumpft werden, zehntausende Jobs gehen nochmals verloren. Die bisherige 100-Prozent-Tochter Opel wurde gerade noch rechtzeitig vor dem Strudel der Insolvenz abgeschirmt durch den Verkauf der Mehrheit an den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna und dessen russische Partner.
Der Staat pumpt mehr als 50 Mrd. Dollar in GM, inklusive schon gezahlter 20 Mrd. Dollar. Zur weiteren Finanzierung seien exakt 33,3 Mrd. Dollar vorgesehen, gab GM bekannt. Der Konzern hat den Insolvenzunterlagen zufolge mehr als 100 000 Gläubiger. Einen ersten Schuldenkompromiss gibt es zwar mit einer Mehrheit der Kreditgeber, aber viele könnten sich noch querlegen.
Grünes Licht für Abspaltungen
Das Insolvenzgericht gab bereits grundsätzlich grünes Licht zur Aufspaltung in einen überlebensfähigen Konzernteil und Altlasten wie etwa 14 Werke, vier Marken (Hummer, Saturn, Saab, Pontiac) und tausende Händler. Einwände gegen die geplante Übernahme durch Regierung, Gewerkschaft und Gläubiger müssen nun bis zum 19. Juni erhoben werden, eine Anhörung dazu ist für den 30. Juni angesetzt.
Die Zukunft von GM-Chef Fritz Henderson ist unterdessen offen. Der frühere Konzernvize hatte das Steuer erst vor zwei Monaten übernommen und soll GM nun auch durch die Insolvenz führen. Über einen späteren Wechsel an der Spitze wird aber immer wieder spekuliert. (vin/sda)
Erstellt: 02.06.2009, 15:49 Uhr
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