GV zeigte: UBS steht vor harten Zeiten
Aktualisiert am 15.04.2009 3 Kommentare
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Das neue Führungsduo Grübel/Villiger präsentierte den Aktionären heute ernüchternde Fakten zum Geschäftsverlauf und kündigte einen massiven Stellenabbau an. 8700 Stellen oder gut elf Prozent des weltweiten Personalbestands sollen bis Ende Jahr gestrichen werden, wie Konzernchef Oswald Grübel den fast 5000 Aktionären an der Generalversammlung (GV) im Zürcher Hallenstadion bekannt gab.
In der Schweiz fallen dem Aderlass 2500 Stellen zum Opfer. Gegen 1500 UBS-Angestellte werden entlassen. Die meisten Jobs gehen in Zürich verloren, aber auch die Waadt und das Tessin sind gemäss Wirtschaftsministerin Doris Leuthard stark betroffen.
Schrumpfendes Geschäftsvolumen
Grübel versicherte, den Abbau nicht leichtfertig beschlossen zu haben. Die Erträge im schrumpfenden Geschäftsvolumen könnten aber nur durch Kostensenkungen verbessert werden. Gegen vier Milliarden Franken will der Konzernchef bis Ende 2010 einsparen. Von einer Rückkehr in die Gewinnzone im laufenden Jahr war an der GV nicht mehr die Rede. Grübel berichtete vielmehr über einen weiteren Verlust von gegen zwei Milliarden Franken im ersten Quartal. Zudem ging der Abfluss von Geldern beim grössten Vermögensverwalter der Welt in den ersten drei Monaten weiter. Besonders verunsichert reagierte die Kundschaft auf die Preisgabe von 255 Kundendossiers an die US-Justiz am vergangenen 18. Februar.
Grübel und der mit überwältigendem Mehr neu in den Verwaltungsrat gewählte frühere Bundesrat Kaspar Villiger erklärten den Wiederaufbau des Vertrauens zum obersten Ziel. Sie appellierten an die Politik, bei den Interventionen in die Belange der staatlich gestützten Grossbank Augenmass und Zurückhaltung zu üben. Dieser Wunsch dürfte allerdings kaum in Erfüllung gehen. Sowohl Bundespräsident Hans-Rudolf Merz wie auch Wirtschaftsministerin Leuthard stiessen mit kritischen Voten die Boni-Debatte wieder an. Der Finanzminister schloss gar ein Eingreifen nicht aus.
Verärgerung über frühere Spitze gross
Die Voten an der GV und die Reaktionen der Parteien machten deutlich, dass die Verärgerung über die frühere UBS-Spitze unter Marcel Ospel nach wie vor gross und die Reputation der Bank in der Heimat noch immer stark angeschlagen ist. Mit dem Stellenabbau scheint man sich aber abzufinden, nach dem Motto von Grübel, wonach der Schnitt zwar sehr schmerzhaft, aber unvermeidlich sei. Die Personalverbände konzedierten zudem, dass die Bank auf die Wünsche nach flexiblen Arbeitszeitmodellen eingetreten ist.
In der Finanzgemeinde löste vor allem die auf rund zehn Prozent gesunkene Kernkapitalquote Stirnrunzeln aus. Merz bezeichnete die Eigenmittelsituation als im Moment noch intakt. Weitere Mittel vom Bund gebe es nicht. An der Börse verlor die UBS-Aktie 6,86 Prozent. (oku/ap)
Erstellt: 15.04.2009, 19:54 Uhr
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3 Kommentare
Oberstes Ziel: Vertrauen herstellen! OK. Die Politik soll bei Interventionen in die Bankbelange Zurückhaltung üben: Diese Forderung ist eine Frechheit angesichts der exorbitanten Milliardensumme, die zur Rettung der Bank aufgebracht werden musste. Ohne die Intervention des Staates wäre die UBS bankrott. Ein Drama, dieser durch Bonuszahlungen belohnte Ritt in den Sumpf! Antworten
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