Wirtschaft
Geld, Macht, Freiheit
Von Hannah Wilhelm. Aktualisiert am 15.01.2011 8 Kommentare
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Rund 8,7 Millionen Dollar. Verdient an einem einzigen Tag. 50 Cent, US-Rapper, Unternehmer, Millionär, dürfte recht zufrieden mit seinem Jahresstart sein. 8,7 Millionen Dollar sind auch für ihn ein guter Verdienst.
Die Arbeit dafür hielt sich in Grenzen. Am letzten Wochenende verschickte der Rapper ein paar Nachrichten mit einem Aktientipp über Twitter, den Kurznachrichtendienst im Internet, bei dem er 3,8?Millionen Fans hat. Man solle Papiere des Unternehmens H & H Imports kaufen, so sein Rat. Das berichtet die Tageszeitung «New York Post».
Gute Anlage – zumindest für ihn selbst
50 Cent, mit bürgerlichem Namen Curtis James Jackson, besitzt selbst fast 13 Prozent der Anteile an diesem Unternehmen. Man könne da sein Geld verdoppeln, soll 50 Cent seinen Lesern geraten haben. Und er behielt recht: Der Kurs stieg nach den Twitter-Nachrichten tatsächlich um mehr als das Doppelte. Für ihn war auf jeden Fall grosses Geld drin, denn seine Beteiligung am Unternehmen ist nun wesentlich mehr wert.
Ja, das grosse Geld ist sein Ding. Es scheint ihn magisch anzuziehen. Er wuchs in New York im Stadtteil Queens auf, ärmlich, heruntergekommen, hart. Träumte vom besseren Leben. Mit Geld. Ohne Not. Den Namen 50?Cent stahl er einem Gangsterboss. Mit 12 begann er zu dealen. Mit 16 verdiente er mit Crackverkauf 5000 Dollar am Tag. Mit Ende 20 veröffentlichte er seine erste Platte, die sich in den ersten vier Tagen fast 900'000-mal verkaufte. Ihr Name: «Get Rich or Die Tryin’», zu Deutsch: Werde reich oder stirb bei dem Versuch, es zu werden. 50 Cent liebt das Geld.
Die Marke 50 Cent
Durch die Musik wurde sein Name bekannt, reich wurde er durch andere Dinge: Er hat eine Modelinie, schauspielert, vermarktet Computerspiele, Handyklingeltöne und ein Mineralwasser mit Vitaminen. An dessen Hersteller hielt er 10 Prozent – als Coca-Cola das Unternehmen übernahm, brachte das dem Rapper 400 Millionen Dollar Gewinn.
Das ist das Leben, von dem er geträumt hat. Mit Geld. Ohne Not. Er gibt gerne den grossen Unternehmer, den, der es geschafft hat von ganz unten nach ganz oben. 2008 veröffentlichte er ein Buch: «Geld, Macht, Freiheit. 10 Gesetze für den täglichen Businesskampf». In der vergangenen Woche tauchte er gar im angesehenen Dealbook auf, einem Finanzblog der «New York Times». Er plauderte über sein soziales Netzwerk ThisIs50.com und darüber, was Facebook denn nun wert sei. Am Freitag stellte er auf einer Konsummesse drahtlose Kopfhörer vor, die seinen Namen tragen. Den Vertrieb der Teile übernimmt die Firma H & H Imports, also eben jene, deren Aktien 50 Cent dann seinen Fans empfahl.
Ein Fall für die Ermittler?
Übrigens: Seine Aktientipps wurden nachträglich gelöscht. Dem britischen «Guardian» zufolge könnte das ein Fall für die US-Börsenaufsicht SEC werden. Vielleicht ist 50 Cent zu weit gegangen bei seiner Jagd nach dem grossen Geld. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 15.01.2011, 07:30 Uhr
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8 Kommentare
Das ein klarer Fall von Insiderhandel. 50Cent ist nicht eine Person, ein Individuum, sondern eine juristische Person, eine Marke, ein Unternehmen, dass die Fangemeinde bewusst zu einer Handlung beeinflusst hat. Dieses Wissen, hat man für ein Aktiengeschäft missbraucht und manipuliert. Antworten
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