Wirtschaft

Giftpapiere bescheren CS-Bankern schöne Gewinne

Von David Vonplon. Aktualisiert am 07.08.2009 11 Kommentare

Die Credit Suisse zahlt Investmentbanker neuerdings mit Ramschpapieren aus. Die illiquiden Papiere haben nun kräftig an Wert gewonnen. Das bringt den Bankern Gewinne – vorerst auf dem Papier.

Mit dem neuen Bonusmodell ein gutes Händchen bewiesen: Brady Dougan, Chef der Credit Suisse.

Mit dem neuen Bonusmodell ein gutes Händchen bewiesen: Brady Dougan, Chef der Credit Suisse.
Bild: Reuters

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Toxische Papiere als Boni

Die Credit Suisse führte Ende 2008 ein neues Bonus-Modell ein. Dieses sieht vor, dass ein beträchtlicher Teil des jährlichen Bonus-Pools durch einen Fonds gespiesen wird, der illiquide Hypotheken und Anleihen enthält. Das neue System gilt nur Investmentbanker, nicth aber Privatebanker und das Asset-Management.

Mit dem neuen Modell will die CS Kaderarbeiter direkt an der Risikoreduktion der Investmentbanker beteiligt werden. Das hat den Vorteil, dass damit der Abschreibungsbedarf der Bank sinkt. Zudem will die CS mit dem System einen zusätzlichen Anreiz für die Investmentbanker schaffen. Können sie die Ramschpapiere zu einem guten Preis verkaufen, verdienen sie mit.

Der Idee der Credit Suisse, dass Investmentbanker ihre Boni zu einem guten Teil in Form von Schrottpapieren statt in Aktien erhalten, scheint sich zu bewähren. Seit vergangenem Januar hat der mit illiquiden Hypotheken und Anleihen gefüllten Fonds 17 Prozent zugelegt. Darüber informierte die Bank laut «Wall Street Journal» am vergangenen Mittwoch jene 2000 Investmentbanker, die am Investmentvehikel im Wert von rund 5 Milliarden beteiligt sind.

Schrottpapier-Fonds schlägt Aktienindizes

Der Wertzuwachs des Fonds ist damit zwar deutlich tiefer als der Kursgewinn der CS-Aktie. Diese schoss im selben Zeitraum um 75 Prozent in die Höhe. Aber der Fonds hielt sich trotzdem weit besser als die meisten Bankenexperten vor Jahresfrist prognostiziert hatten. Auch schlägt er damit die meisten grösseren Aktienindizes.

Vorderhand profitieren die CS-Banker, die am Schrottpapier-Topf beteiligt sind, aber nicht von der Wertsteigerung: Sie dürfen ihre Boni erst nach fünf Jahren in Cash umwandeln. Und ob sich der Fonds bis dann so gut hält wie im ersten Halbjahr, steht in den Sternen. Immerhin aber haben die Angestellten erst kürzlich erste Zinszahlungen erhalten. Die CS selbst will den Fakt nicht kommentieren.

Bonusmodell der CS könnte Nachahmer finden

Der gute Start des neuen Bonus-Modells der Credit Suisse wird an Wallstreet aufmerksam verfolgt. Der Plan, dass Investmentbanker ihre Suppe, die sie in den letzten Jahren angerichtet haben, selber auslöffeln müssen, aber auch profitieren können, wenn sie ihren Job gut machen, könnte auch von anderen Banken nachgeahmt werden.

«Viele Finanzinstitute hielten sich bisher zurück und beobachteten, wie erfolgreich die Pläne der CS sind», erklärt ein Finanzexperte gegenüber dem «Wall Street Journal». «Ich gehe davon aus, dass andere Banken schon Ende des Jahres ähnliche Modelle umsetzen werden.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 07.08.2009, 11:41 Uhr

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11 Kommentare

Antonov Reznan

07.08.2009, 11:38 Uhr
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Beim Lesen dieses Artikels empfinden wir klammheimlich Schadenfreude gegenüber all den Neidhammeln und Moralisten, die den Finanzsektor dauernd schlecht machen und schon totgesagt haben. Wer zuletzt lacht... Antworten


Fritz Müller

07.08.2009, 13:58 Uhr
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@Antonov. Wegen dieser Ansicht und keinerlei Einsicht finden viele den Finanzsektor als schlecht. Mit Geld Geld verdienen, heisst: jemandem Geld wegnehmen oder vom Staat drucken lassen. Wachsen tut es ja nicht. Die Ramschpapiere wurden mal abgewertet, die Verluste den Aktionären, dem Staat und den Arbeitslosen überschrieben und jetzt wollen/werden die Verursacher wiederum daran verdienen. Antworten



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