Glencore erreicht Änderung von «Drecksgeschäft»

Das Buch «Drecksgeschäfte – Milliarden mit Rohstoffen» ist noch nicht erschienen, sorgt jedoch bereits jetzt für Wirbel. Mit einer Klagedrohung erreicht Glencore Xstrata nun eine Änderung des Titels.

Im Mai 2012 kam es zu einem umstrittenen Vorfall bei einer Mine in Peru: Sicherheitskräfte ging damals gewaltsam gegen streikende Xstrata-Mitarbeiter vor.

Im Mai 2012 kam es zu einem umstrittenen Vorfall bei einer Mine in Peru: Sicherheitskräfte ging damals gewaltsam gegen streikende Xstrata-Mitarbeiter vor. Bild: Keystone

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Nach Einflussnahme von Glencore Xstrata hat die Menschenrechtsorganisation Multiwatch den Titel ihres Buches über den Rohstoffkonzern geändert. Während die NGO von einer angedrohten Klage und einer Drohkulisse spricht, ist beim Rohstoffkonzern von einem Dialog die Rede.

Multiwatch arbeitet derzeit an einem Buch, das die Geschäftspraktiken von Glencore Xstrata zur Diskussion stellen will. Der geplante Titel: «Drecksgeschäfte – Milliarden mit Rohstoffen». In einer Medienmitteilung vom Sonntag schreibt die Menschenrechtsorganisation, der Rohstoffkonzern habe ihr in diesem Zusammenhang mit einer Klage gedroht.

Drohende Mail

«Diese Woche erhielt Multiwatch einen eingeschriebenen Brief aus Baar, in welchem Glencore Xstrata den Verein ultimativ aufforderte, den Titel des Buches innerhalb einer äusserst kurzen Frist zu ändern, die Werbung für das Buch von der Website zu löschen und den beanstandeten Begriff nicht mehr in Zusammenhang mit Glencore Xstrata zu verwenden», heisst es in der Medienmitteilung.

Multiwatch zufolge habe Glencore Xstrata ansonsten mit rechtlichen Schritten gedroht. Weiter sei angeblich auch mit allfälligen rechtlichen Schritten gegen den Inhalt des Buches gedroht worden.

Auseinandersetzung statt Verfahren

Ein Sprecher des Konzerns bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur sda, dass Glencore Xstrata mit der NGO in Kontakt war, um eine Änderung des Titels zu erwirken. Weitere Auskünfte gab der Sprecher nicht.

Multiwatch hält im Communiqué vom Sonntag fest, dass freiwillig und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht auf die Verwendung des beanstandeten Ausdrucks verzichtet wurde. «Statt eines Verfahrens in Amtsstuben sucht der Verein die öffentliche Auseinandersetzung zum Rohstoffkonzern und seinem Gebaren», schreibt die NGO. (mrs/sda)

Erstellt: 02.03.2014, 11:54 Uhr

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