Wirtschaft
Googles Mann für die mobile Zukunft
Von Walter Niederberger. Aktualisiert am 18.08.2011 6 Kommentare
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Andy Rubin ist zurzeit wohl der einflussreichste Ingenieur im Silicon Valley. Sicher aber ist er der Mann, der wie kein anderer die Entwicklung hin zur mobilen Kommunikation vorangetrieben hat. Er schuf das Betriebssystem Android, die grosse und rapid wachsende Alternative zu Apple. (AAPL 562.29 -0.54%)
Neben Konzernchef Larry Page war Rubin die treibende Kraft bei der Übernahme des Geräteherstellers Motorola. Für Google (GOOG 591.53 -2.01%) ist die Investition von 12,5 Milliarden Dollar ein echtes Abenteuer, verlässt das Unternehmen doch erstmals das Internetsuchgeschäft und will in grossem Stil eigene Geräte herstellen. Das leuchtet ein: Das Kerngeschäft bleibt die Werbung. Deshalb sollen so viele Leute wie möglich erreicht werden, wie Rubin einmal erläuterte. Die Open-Source-Technologie (wie sie Android bietet) beseitigt alle Hindernisse zwischen Nutzer und neuen Anwendungen. Es winkt ein enormer Wachstumsmarkt.
Vom Roboter zum digitalen Schwamm
Mobile Geräte vom iPad bis hin zu den Android-Smartphones generieren dieses Jahr einen Umsatz von über 205 Milliarden Dollar, 36 Prozent mehr als 2010. Online werden nicht nur mehr Fotos, Videos und SMS verschickt, es werden auch immer mehr Einkäufe getätigt, und auch das Bank- und Finanzgeschäft soll gemäss Google künftig mobil und digital abgewickelt werden. Ausserdem arbeitet Google an einem voll digital gesteuerten Auto.
Rubin betont immer wieder, wie wichtig das offene Betriebssystem sei; woran auch der Kauf von Motorola nichts ändern soll. Er sieht dies als wesentlichen Vorteil gegenüber Apple mit dem geschlossenen iOS-System. Der 48-Jährige weiss, wovon er spricht. Er arbeitete vor gut 20 Jahren für Apple, exakt zu einem Zeitpunkt, als Steve Jobs mit dem neuen Mac-Computer seinen ersten Durchbruch erzielte. Rubin hielt es nicht lange aus bei Apple. Sein Interesse ging weiter. Er experimentierte mit Robotern (Deshalb: Android), mit ferngesteuerten Helikoptern, mit digitaler Gesichtserkennung und mit etwas, das er einen «digitalen Schwamm« nannte. Gemeint war ein tragbares Gerät, das erlaubte, den Scannercode einer Ware einzulesen und im Internet dazu weitere Informationen zu suchen.
Android wächst heute am schnellsten
Das Maschinchen war im Kern das erste Smartphone, das Rubin unter dem Namen Sidekick entwickelte. Das war 2002; und die Google-Gründer Page und Brin wurden dank Sidekick erstmals auf den Tüftler aufmerksam. Der Kontakt brach nie ganz ab. Als Rubin später das Betriebsprogramm Android verkaufen wollte, erwarb Page es für eine unbekannte, bei 50 Millionen Dollar vermutete Summe.
Seit sechs Jahren entwickelte Rubin bei Google das Android-System weiter; immer mit dem Ziel, es so vielen Geräteherstellern und Software- Entwicklern wie möglich zugänglich zu halten. Dahinter steckt die Erkenntnis, dass die Onlinewerbung mehr Umsatz generiert, je mehr Informationen abgerufen und ausgetauscht werden. Nach einem harzigen Start ist Android heute das am schnellsten wachsende Mobilsystem.
Täglich werden weltweit 550'000 neue Geräte in Betrieb genommen, mehr als doppelt so viele wie vor einem Jahr. Und der Rückstand zu Apple verringert sich rasch, sind doch schon über 200'000 Android-Anwendungen abrufbar. Das erlaubt Rubin, grosszügig zu sein. Den Superbonus für das erste Android-Gerät behielt er nur zur Hälfte. Den Rest verteilte er unter seinem Team; immerhin 10'000 bis 50'000 Dollar pro Mitarbeiter. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 18.08.2011, 07:27 Uhr
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6 Kommentare
Ich wäre skeptisch gegenüber Geräten und Software von Google - Google ist der ultimative Datenkrake und wird sicher alle Geräte und Anwendungen so gestalten, dass sie Zugriff auf alle Kommuniktation und Benutzerdaten haben. Das geht ja vielleicht für SMS von Teenies und die Ferienföteli, niemals aber für professionelle Anwendungen. Das ist schade, hat Google doch wirklich tolle Ideen! Antworten
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