Greenpeace wirft Nestlé «Augenwischerei» vor

Aktualisiert am 18.03.2010

Nach massiven Protesten der Umweltorganisation kündigt der Konzern seine Zusammenarbeit mit einem umstrittenen Lieferanten – doch laut Greenpeace bringt dies noch nichts.

Palmöl macht Schokolade geschmeidig: Bild aus dem Schokoladezentrum von Nestlé in Broc.

Palmöl macht Schokolade geschmeidig: Bild aus dem Schokoladezentrum von Nestlé in Broc.
Bild: Reuters

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Nach Kritik der Umweltschutzorganisation Greenpeace hat der Lebensmittelkonzern Nestlé (NESN 54.8 0.27%) seine Zusammenarbeit mit dem umstrittenen indonesischen Palmölproduzenten Sinar Mas aufgekündigt. Nestlé teilte heute Donnerstag mit, es habe Sinar Mas durch einen anderen Palmöl-Hersteller ersetzt.

Laut Greenpeace verletzt Sinar Mas internationale Standards und indonesisches Recht, ist an Landkonflikten beteiligt und rodet wertvolle Regenwälder in Orang-Utan-Gebieten. Die Umweltschutzorganisation hatte Nestlé vorgeworfen, zur Zerstörung des indonesischen Urwalds und damit zur Vernichtung der Lebensgrundlage der bedrohten Orang-Utans beizutragen.

Nur kleine Mengen betroffen

Die Vertragskündigung mit Sinar Mas sei aber Augenwischerei, kritisierte Greenpeace in einer Reaktion. Denn dahinter stecke nur eine kleine Palmölmenge. Die entscheidenden Mengen gelangten via indirekter Verträge über Handelsfirmen wie Cargill zu Nestlé. Cargill wiederum sei einer der Hauptkunden von Sinar Mas.

Auch die grossen Lebensmittelkonzerne Unilever und Kraft hatten ihre Verträge mit Sinar Mas bereits gekündigt. Palmöl wird etwa bei der Herstellung von Schokoriegeln oder Biscuits genutzt.

Der Direktor der Sinar-Mas-Tochterfirma Smart, Daud Dharsono, sagte am Donnerstag, sein Unternehmen sei zum Dialog mit Greenpeace bereit. Smart beachte die Regeln zum nachhaltigen Anbau von Ölpalmen, versicherte der Manager. (oku/sda)

Erstellt: 18.03.2010, 12:13 Uhr

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