Wirtschaft

Griechen zahlen Roche mit Schrottpapieren

Aktualisiert am 26.06.2011

Die öffentliche Hand Griechenlands hat auch Schulden bei Firmen. Der Basler Roche-Konzern hat im grossen Stil Staatsanleihen anstelle von Bargeld entgegengenommen – und viel Geld verloren.

Griechen müssen nun bar zahlen: Das neue Verwaltungszentrum von Roche in der Industriezone von Rotkreuz im Kanton Zug.

Griechen müssen nun bar zahlen: Das neue Verwaltungszentrum von Roche in der Industriezone von Rotkreuz im Kanton Zug.
Bild: Keystone

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Mit den Staatsanleihen beglichen in erster Linie öffentliche Spitäler aus Griechenland ihre Schulden beim Pharmaunternehmen Roche. Die Aktion begann im Mai 2010 und dauerte bis ins erste Halbjahr 2011, berichtet die «NZZ am Sonntag».

Roche sagt über die Höhe der getilgten Schulden nichts. Doch im Geschäftsbericht 2010 wird ein Abbau überfälliger Forderungen in der Höhe von 329 Millionen Franken ausgewiesen. Ein wesentlicher Teil davon gehe auf die Überweisung der Staatspapiere aus Athen zurück, bestätigt ein Informant gegenüber der Zeitung.

Die Anleihen wurden inzwischen meist verkauft, wie eine Roche-Sprecherin sagt. Dabei dürfte der Konzern fast die Hälfte der Forderungen eingebüsst haben, also mehr als 100 Millionen Franken. Die griechischen Spitäler haben diese Möglichkeit zur Schuldentilgung gerne genutzt. Heute stehen sie schon wieder mit 1,2 Milliarden Euro in der Kreide. Roche liefert deshalb Medikamente nur noch gegen Bargeld.

Erstellt: 26.06.2011, 06:31 Uhr

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