Wirtschaft

Griechenland leiht sich erfolgreich Geld

Das hoch verschuldete Griechenland hat am Dienstag erfolgreich Staatsanleihen am Kapitalmarkt platziert. Die Nachfrage überstieg das Angebot um das 3,64-fache.

In seiner ersten Auktion seit der Etablierung des europäischen Rettungsschirms lieh sich das Land für 26 Wochen 1,625 Milliarden Euro zu einem Zinssatz von 4,65 Prozent. Die Nachfrage überstieg das Angebot um das 3,64-fache. Analysten bezeichneten das Ergebnis der Auktion als einen kleinen Schritt hin zu mehr Glaubwürdigkeit. Griechische Bankaktion legten deshalb deutlich zu, der Euro zog leicht an.

Bei der letzten Auktion Mitte April hatte die Nachfrage das Angebot noch um das 7,67-fache überstiegen. Der Zinssatz lag damals bei 4,55 Prozent. «Man darf zwar nicht vergessen, dass diese Papiere noch voll vom Rettungsschirm gedeckt sind», sagte LBBW-Rentenstratege Jens-Oliver Niklasch. «Und wir wissen auch nicht, wer letzten Endes die Anleihen gekauft hat - es wurde ja darüber spekuliert, dass vor allem griechische Banken zugreifen würden - aber es ist ein weiterer Schritt hin zu mehr Glaubwürdigkeit.»

«Die Versteigerung zeigt, dass Griechenland noch dazu in der Lage ist, Geld am Markt zu bekommen», sagte auch Commerzbank-Stratege David Schnautz. «Auch wenn der Zinssatz relativ hoch ist, die Nachfrage ist da und das ist einfach ein wichtiges Signal.» Die erfolgreiche Versteigerung habe auch die Unsicherheit durch die Herunterstufung Portugals durch die Ratingagentur Moody's mehr als wettgemacht. «Auf die Griechenland-Emission haben einfach alle Anleger geschaut», sagte Schnautz. (sam/sda)

Erstellt: 13.07.2010, 12:42 Uhr

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5 Kommentare

Bruno Bänninger

14.07.2010, 09:48 Uhr
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Neue Schulden nur um alte Schuldzinsen zu bezahlen? Für die neuen Schuldzinsen dann ganz neue Schulden aufnehmen? Und so weiter? Wie lange? Bis ALLES zusammenbricht und der GAU des Euro eintritt. Vielleicht schneller als wir denken können. Die Spekulanten/Banken freuts, die Bankmanager schmunzeln. Wer stoppt diesen Wahnsinn? Niemand in der EU kann und will es! Wo ist das Konzept für den CH-Franken Antworten


Urs Stotz

14.07.2010, 00:16 Uhr
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@Mia Nüssli: Ohne die EIU hätte dieses Problem gar nie so entarten können. Antworten


Nadine Binsberger

13.07.2010, 21:54 Uhr
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Griechenland ist ein wunderschönes, reiches Land - reich an allem, was das Herz begehrt. Wer hingegen Wachstum und Rendite begehrt, und damit Stress, Ausbeutung und Waren-Überproduktion sowie -vernichtung, der musste dort bis anhin lange suchen. Aber neuerdings gehört auch GR zu den fleissigen Zinszahlern - d.h. auch sie arbeiten jetzt nicht mehr für sich selbst sondern für andere. Antworten


Roland Moser

13.07.2010, 17:25 Uhr
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@ Nüssli: Sie müssten keinen Zins zahlen, weil sie keinen Kredit erhalten würden bzw. niemand die Anleihen kaufen würde. Antworten


Mia Nüssli

13.07.2010, 14:29 Uhr
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Die Anleihe ist voll durch den Rettungsschirm gedeckt. Das heisst schlussendlich ist es eine Anleihe der EU, die diese Anleihe garantiert. Dafür scheint mir der Zins von 4.65 % sehr hoch, ich frage mich, was müsste Griechenland bezahlen, wenn die Garantien durch die EU nicht da wären ?? Antworten



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