Wirtschaft

Griechenland-Krise: Neuer Rekord für Risikoprämien – Schweizer Börse gibt nach

Aktualisiert am 28.04.2010 9 Kommentare

Einen Tag nach der Herabstufung griechischer Staatsanleihen auf Schrottstatus durch die Ratingagentur S&P sind die Kreditkosten für das Land weiter gestiegen. Die Schweizer Börse leidet darunter.

Ölpreis unter Druck

Der Ölpreis ist durch die Börseneinbrüche unter Druck geraten. Am Mittwoch fiel der Preis auf 82,25 Dollar für das Barrel (159 Liter). Vor drei Wochen hatte Öl mit mehr als 87 Dollar einen Höchststand erreicht. Der Rückgang folgte auf den Einbruch an den Weltbörsen und auch als Reaktion auf die immer schärfere Kreditkrise in Griechenland. Ölhändler sorgen sich, dass die Probleme sich ausweiten und die gesamte weltwirtschaftliche Erholung abwürgen. Das könnte wiederum den Ölbedarf dämpfen.

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Sind weltweit unter Druck: Börsen. (Bild: Keystone )

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Einen Tag nach der Herabstufung griechischer Staatsanleihen auf Schrottstatus durch die Ratingagentur S&P sind die Zinssätze explodiert. Die Risikoprämie für zehnjährige griechische Staatsanlehien stieg am Mittwoch auf den Rekordstand von 9,63 Prozentpunkten Differenz zu den Zinsen auf zehnjährige Bundesanleihen. Demnach müsste Griechenland derzeit mehr als 12 Prozent Zinsen anbieten, um an den Finanzmärkten frisches Geld zu bekommen. Das ist das Vierfache dessen, was Deutschland aufwenden muss.

Griechenland hat beim Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Eurogruppe ein Hilfspaket im Umfang von 45 Milliarden Euro beantragt. Darüber ist aber noch nicht entschieden.

EFG standen fast 7 Prozent im Minus

Der Schweizer Aktienmarkt steht weiter unter Druck. Der Leitindex SMI ist am Mittwoch teilweise unter die Marke von 6'600 Punkten gesunken. So tief notierte der SMI zuletzt Mitte Februar. Bis um 11.20 Uhr erholte sich der Markt auf 6608,53 Punkte - ein Minus von 1,2 Prozent. Der Tagestiefststand betrug 6'555,86 Einheiten.

Die Schuldenprobleme der Eurozone lasten besonders stark auf den Bankaktien. Diese haben im Verlauf die Abgaben deutlich ausgeweitet. So geben UBS um 2,9 Prozent und Credit Suisse um 2,22 Prozent nach. EFG standen fast 7 Prozent im Minus. Die Privatbank hat einen griechischen Hauptaktionär. (sam/ddp)

Erstellt: 28.04.2010, 10:12 Uhr

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9 Kommentare

Claudio Berger

28.04.2010, 11:48 Uhr
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Dass der griechische Finanzminister anfangs Woche selber gesagt hat, das Land brauche das Geld vor dem 19. Mai (an dem Tag wird eine EUR 8,5 Mrd Anleihe zur Rückzahlung fällig) war schon die eigentliche Bankrotterklärung. Die jetzigen Renditen sind nur noch theoretisch, da das Geld im Falle einer Umschuldung nicht zu 100 Prozent zurückbezahlt wird und Obligationäre Abschreiber hinnehmen müssen. Antworten


Kurt Dolder

28.04.2010, 11:26 Uhr
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Wenn ich mir die heutigen Kurse für griechische Staatsanleihen so anschaue, kann man im Umkehrschluss sagen; Griechenland macht Fortschritte. Die habe bereits 1/3 ihrer Schulden abgebaut. Antworten



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