Wirtschaft

Grossbanken haben es nicht geschafft, Vertrauen herzustellen

Eine Umfrage zeigt: Die Bevölkerung glaubt auch ein Jahr nach der Stützung der UBS durch den Bund nicht an die Lernfähigkeit der Grossbanken. Die Schweizer setzen auf andere Finanzinstitute.

Haben die Banken aus der Krise gelernt?

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Nur gerade 6,6 Prozent der von Young & Rubicam befragten 1020 Schweizer glauben, dass die Finanzindustrie etwas aus der Krise gelernt und entsprechend die richtigen Massnahmen zur Verhinderung einer Wiederholung eingeleitet hat. Die volksnahen Banken wie Raiffeisen, Kantonalbanken oder Postfinance, welche sich bei der ersten Befragung Ende Oktober 2008 als eigentliche Profiteure der Finanzkrise herauskristallisiert hätten, würden ein Jahr später unverändert hoch in der Gunst der Schweizer Konsumenten stehen.

Die konkreten Zahlen: So würden heute beispielsweise 72 Prozent ein Konto bei den Kantonalbanken eröffnen, aber nur 34 Prozent bei der Credit Suisse. Und: Nur gerade 6,8 Prozent der befragten Schweizer sind laut Young & Rubicam der Meinung, dass die UBS ihre Glaubwürdigkeit im Vergleich zu vor einem Jahr steigern konnte.

Weitere Erkenntnisse aus der Studie

  • Rund 75,9 Prozent der befragten Personen glauben, dass sich das Image des Bankers im Verlauf der Finanzkrise negativ entwickelt hat.
  • 67,6 Prozent erachten einen Boni-Stopp und 65,1 Prozent die Offenlegung der Gehälter von Spitzenmanagern als angebrachte Mittel, um wieder Vertrauen herzustellen.
  • Gleichzeitig zum Imageverlust der Banker verliert in der Wahrnehmung der Bevölkerung auch der Bankenplatz Schweiz an Bedeutung für die Volkswirtschaft. Beurteilten 2008 noch 68,7 Prozent den Bankenplatz als wichtig, so sind es 2009 noch 62,0 Prozent.
  • Die Unterstützung für das Bankgeheimnis bröckelt. Gerade mal 26,1 Prozent messen ihm noch eine existentielle Bedeutung für den Bankenplatz Schweiz bei.
  • Waren 2008 noch 31,0 Prozent für eine stärkere Regulierung der Wirtschaft durch den Staat, so vertreten 2009 noch 20,9 Prozent diese Ansicht.
  • Ebenso stösst der Vorschlag, die Grossbanken zur Reduzierung der volkswirtschaftlichen Risiken aufzuspalten, auf wenig Zustimmung. Nur gerade 20,2 Prozent finden einen solchen Schritt notwendig, 43,7 Prozent lehnen ihn ab.
  • Optimismus kommt auf: 41,2 Prozent erwarten im nächsten Jahr eine Erholung der Wirtschaft (verglichen mit 10,9% vor einem Jahr).
  • Auch für ihre persönliche finanzielle Zukunft sind die Schweizer optimistischer. 76,0 Prozent gehen davon aus, dass sie in einem Jahr finanziell besser oder zumindest gleich gut dastehen werden. 2008 waren es nur 63,1 Prozent.

    Erstellt: 15.10.2009, 12:21 Uhr

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    1 Kommentar

    Nadine Binsberger

    16.10.2009, 10:15 Uhr
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    Abgesehen davon, dass das Geld in der heutigen gebräuchlichen Form sehr negative Eigenschaften hat, haben Banken eine gesellschaftlich wichtige Aufgabe übernommen: das Bereitstellen von Kapital. Wie alle gesellschaftlich wichtigen Fragen, sollte aber auch diese nicht in den Händen von Privaten liegen, sondern in der demokratischen Öffentlichkeit. Sonst herrschen Private über die Gesellschaft. Antworten



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