Grübel droht mit UBS-Wegzug aus der Schweiz

UBS-Chef Oswald Grübel wehrt sich gegen die Idee, die Grossbank als Holding mit Ländergesellschaften zu organisieren. Und hat schon eine Idee, was er dann tun würde.

Klare Ansage an die Politiker: Oswald Grübel.

Klare Ansage an die Politiker: Oswald Grübel.
Bild: Keystone

Sollte die Schweiz den Grossbanken eine Holdingstruktur vorschreiben, wäre laut UBS-Chef Oswald Grübel eine Sitzverlagerung ins Ausland logisch. Dies berichtet die Zeitung «Sonntag». Am vergangenen Donnerstag habe Oswald Grübel in einer Rede vor dem Zürcher Business Club damit gedroht, «dass die Grossbanken ihren Sitz aus der Schweiz verlegen würden, wenn sie von den Aufsichtsbehörden gezwungen würden, sich als Holding zu organisieren».

Zweck einer solchen Organisation wäre es, die Grossbanken, namentlich die UBS, in Ländergesellschaften aufzuteilen und für die Steuerung eine zentrale Holding zu schaffen. Damit könnte man im Notfall das Schweizer Geschäft allein retten und die ausländischen Tochtergesellschaften Konkurs gehen lassen. Das war letztes Jahr nicht möglich, als der Bund 6,8 Milliarden Franken einschiessen und die Nationalbank 60 Milliarden garantieren musste. Seit der staatlichen Rettung der UBS diskutieren Politik und Wirtschaft über Holdinglösungen für Grossbanken. Ein Verfechter dieser Idee ist SVP-Vizepräsident und Alt-Bundesrat Christoph Blocher.

Keinen weiteren Kommentar

Laut «Sonntag» sagte Grübel, dass es in einem solchem Fall in der Logik der Sache liegen würde, die Holding der Grossbanken im Ausland anzusiedeln. Der UBS-Chef erinnerte daran, dass die Grossbanken eine sehr wichtige Funktion für die hiesige Wirtschaft hätten, denn nur sie könnten Grosskredite von mehreren hundert Millionen stemmen. Die UBS wollte Grübels Aussagen nicht weiter kommentieren. (vin)

Erstellt: 29.11.2009, 06:14 Uhr

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